Schwarz-Gruppe, Mrd

Schwarz-Gruppe investiert 10 Mrd. Euro in Mega-Rechenzentrum

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Dummerstorf soll bis 2033 ein Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe entstehen, das STACKIT stärken und europäische Cloud-Souveränität fördern soll.

Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum für mindestens 5,6 Milliarden Euro
Modernes Rechenzentrum in einer ländlichen Umgebung mit Windkraftanlagen am Horizont. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Schwarz-Gruppe, Mutterkonzern der Handelsketten Lidl und Kaufland, plant eine weitreichende Erweiterung ihrer digitalen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern. In Dummerstorf bei Rostock soll ein neues Rechenzentrum entstehen, für das das Unternehmen in einer ersten Ausbaustufe der Servertechnik eine Investition von mindestens 5,6 Mrd. Euro vorgesehen hat.

Nach aktuellen Planungen könnte die Gesamtinvestition für das Projekt im weiteren Verlauf die Marke von 10 Mrd. Euro überschreiten. Das Vorhaben wurde im Beisein von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an einem Donnerstag offiziell vorgestellt.

Umfangreiche technische Kapazitäten und Klimaschutzziele

Das geplante Rechenzentrum in Dummerstorf soll eine Anschlussleistung von 240 MW erreichen. Während das Projekt sich derzeit noch in der Anfangsphase befindet, ist die Fertigstellung der Anlage für das Jahr 2033 anvisiert. Der Standort bietet zudem langfristige Erweiterungsmöglichkeiten: Bis zum Jahr 2045 könnte die Leistung auf bis zu 1 GW gesteigert werden.

Ein wesentlicher Aspekt der Standortwahl ist die vorhandene Infrastruktur, insbesondere ein 380-kV-Anschluss. Die Schwarz-Gruppe beabsichtigt, den Betrieb des Rechenzentrums zu 100 % mit erneuerbarem Strom aus Windkraft sicherzustellen.

Das Nachhaltigkeitskonzept sieht zudem vor, die entstehende Abwärme der Serveranlagen zu nutzen und die Kühlung der Systeme in einem geschlossenen Kreislauf zu realisieren. Durch die Ansiedlung in Dummerstorf sollen rund 120 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Stärkung der europäischen digitalen Souveränität

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Mit der massiven Investition verfolgt die Schwarz-Gruppe das Ziel, ihr Cloud-Angebot STACKIT als ernstzunehmende europäische Alternative zu etablierten US-amerikanischen Anbietern zu positionieren. Dabei stehen insbesondere europäische Datenschutzstandards und die Forderung nach digitaler Souveränität im Vordergrund.

Das Projekt ist zudem eingebettet in eine Partnerschaft mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Diese Kooperation soll dazu beitragen, die digitale Infrastruktur sowie die industrielle Wertschöpfung innerhalb Deutschlands und Europas nachhaltig zu stärken. Die Investition wird als strategischer Schritt gewertet, um kritische IT-Ressourcen unter eigener Kontrolle und nach europäischen Regularien zu betreiben.

Vergleich mit bestehenden Infrastrukturprojekten

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Das Bauvorhaben in Dummerstorf übertrifft in seinen geplanten Dimensionen ein weiteres Großprojekt der Schwarz-Gruppe im brandenburgischen Lübbenau. Dort investiert das Unternehmen rund 11 Mrd. Euro in ein Rechenzentrum mit einer Leistung von 200 MW, dessen Fertigstellung für Ende 2027 geplant ist.

Die Relevanz solcher Großprojekte für die regionale Entwicklung wird auch durch eine Studie des NDR unterstrichen. Diese zeigt auf, dass Kommunen bei der Realisierung von Rechenzentrumsprojekten häufig in direkte Verhandlungen mit international agierenden Konzernen treten, um die digitale Transformation auf lokaler Ebene voranzutreiben.

Das Projekt in Dummerstorf markiert in diesem Kontext einen weiteren Meilenstein für den Ausbau der deutschen IT-Landschaft durch ein heimisches Unternehmen.

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