Schwangerschaftsvergiftung, Apherese-Therapie

Schwangerschaftsvergiftung: Neue Apherese-Therapie zeigt Erfolg

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Blutwäsche-Therapie stabilisiert Schwangere mit Präeklampsie und verlängert die Tragzeit. Studien zeigen zudem Fortschritte bei Diagnostik und Zelltherapie.

Präeklampsie-Forschung: Blutwäsche verlängert Schwangerschaften deutlich
Medizinische Laborausrüstung zur Blutreinigung im Rahmen der Präeklampsie-Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Präeklampsie ist für etwa zehn Prozent der Todesfälle bei Schwangeren verantwortlich. Neue Therapien und Studien könnten das ändern.

Blutwäsche verlängert Schwangerschaften

Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Leipzig hat zusammen mit der Uniklinik Köln und australischen Partnern ein Blutwäsche-Verfahren entwickelt. Die sogenannte Apherese filtert das Protein sFlt-1 aus dem Blutkreislauf der Patientinnen – ein hoher Spiegel davon gilt als Hauptauslöser für die krankheitstypischen Gefäßschädigungen.

In einer Pilotstudie mit neun Frauen in Leipzig und Köln sank die Konzentration des Proteins deutlich. Der Zustand der Patientinnen stabilisierte sich, die Schwangerschaften konnten verlängert werden. Während Frauen in einer Vergleichsgruppe median vier Tage nach der Klinikaufnahme entbunden, waren es unter Apherese zehn Tage. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal Nature Medicine. Nun sind größere klinische Studien geplant, an der Entwicklung war auch das Unternehmen Miltenyi Biotec beteiligt.

Proteinurie als Warnsignal

Dänische Forscher haben den Zusammenhang zwischen Proteinurie und späteren Nierenschäden untersucht. Ihre im British Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlichte Studie umfasste über 280.000 Schwangere, davon 9.538 mit Präeklampsie.

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Das Ergebnis: Eine moderate bis schwere Proteinausscheidung im Urin erhöht das Risiko für Bluthochdruck und chronische Nierenerkrankungen innerhalb von zehn Jahren signifikant. Kritische Grenzwerte liegen bei einer Albuminausscheidung von mindestens 30 mg pro 24 Stunden oder einer Albumin-Kreatinin-Ratio von 30 mg/g. Die Urindiagnostik könnte damit als Frühwarnsystem für Langzeitfolgen dienen.

CAR-T-Zelltherapie: Schwangerschaften möglich

Das Universitätsklinikum Erlangen hat 14 Schwangerschaften von Frauen analysiert, die zuvor wegen Autoimmunerkrankungen eine CAR-T-Zelltherapie erhalten hatten. Die Ergebnisse im New England Journal of Medicine sind bemerkenswert.

Alle acht dokumentierten Geburten verliefen komplikationslos, die Kinder haben ein gesundes Immunsystem. Bei den Müttern trat die ursprüngliche Erkrankung ohne weitere Immunsuppressiva nicht wieder auf. Ein wichtiges Signal: Schwangerschaften nach komplexen immunologischen Eingriffen sind offenbar sicherer als lange angenommen.

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Neue medikamentöse Ansätze in Sicht

Die Medizinische Hochschule Hannover untersucht derzeit, wie Virusinfektionen Leberkomplikationen bei schweren Schwangerschaftsvergiftungen beeinflussen. Zudem wird an neutralisierenden Antikörpern geforscht, die künftig präventiv bei Patientinnen mit Vorerkrankungen eingesetzt werden könnten – ein möglicher Schutz vor Organversagen.

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