Schwangerschaftsmassagen: Zwischen Woche 13 und 27 gelten sie als sicher
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie körperlichen Veränderungen während einer Schwangerschaft gehen für viele Frauen mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Verspannungen oder Schlafproblemen einher.
Um diese Beschwerden ohne medikamentöse Therapien zu lindern, rücken sanfte Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und gezielte Bewegungsformen verstärkt in den Fokus. Aktuelle Fachbeiträge erläutern die praktische Anwendung von Akupressurpunkten und ergänzenden Maßnahmen im Schwangerschaftsverlauf.
Gezielte Druckpunkte gegen Übelkeit, Schmerzen und Unruhe
Bei funktionellen Beschwerden können bestimmte Akupressurpunkte durch sanften Druck stimuliert werden. Zur Linderung der häufig im ersten Schwangerschaftsdrittel auftretenden Übelkeit wird der Punkt Neiguan genutzt, der zwei Cun oberhalb der inneren Handgelenksfalte liegt.
Gegen Kopfschmerzen und Einschlafprobleme kommt der Punkt Zanzhu am Übergang vom Augenbrauenkopf zum Augenhöhlenrand infrage, der über fünf Minuten hinweg sanft gedrückt und gerieben werden soll.
Wadenkrämpfen kann über den Punkt Taichong begegnet werden, der zwei Cun oberhalb der Spalte zwischen der großen und der zweiten Zehe lokalisiert ist. Bei Kreuz- und Rückenschmerzen wird der Punkt Shenshu genannt, der sich 1,5 Cun seitlich unter dem Dornfortsatz der Lendenwirbel befindet.
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Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sowie Schlafstörungen lassen sich über den Punkt Fengchi adressieren, welcher beidseits der Halsgrube unter dem Hinterkopf liegt.
Für eine verbesserte Schlafqualität werden zudem Shenmen an der Handgelenksfalte unterhalb des kleinen Fingers sowie Anmian an der Schädelbasis hinter dem Ohr empfohlen. Beide Punkte können im Rahmen eines kurzen Abendrituals sanft tonisierend stimuliert werden. Ergänzend kann der Punkt Yongquan in der Mitte der Fußsohle einbezogen werden.
Experten weisen darauf hin, dass der Punkt Sanyinjiao oberhalb des inneren Knöchels in der Frühschwangerschaft ausdrücklich gemieden werden muss. Generell verbieten sich Akupressuranwendungen bei bestehenden Hautverletzungen oder akuten gesundheitlichen Notfällen.
Manuelle Therapien und Ursachen von Beckenbeschwerden
Neben der Selbstbehandlung über Akupressurpunkte spielen manuelle Verfahren eine Rolle bei der Linderung von Beschwerden des Bewegungsapparats. Bei Schmerzen im Beckenbereich (Pelvic Girdle Pain) sehen physiotherapeutische Fachleute die Ursache vor allem in einer gestörten Muskelaktivität und weniger in einer mechanischen Lockerung der Gelenke.
Merkmale wie das Alter, das Körpergewicht oder der Abstand zu vorangegangenen Schwangerschaften stehen dabei in keinem nachweisbaren Zusammenhang mit dem Auftreten der Schmerzen. Als wirksame Maßnahmen gelten neben Akupunktur auch gezielte Physiotherapie, Massagen und das Tragen von Stützgurten.
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Klassische Massagen gelten insbesondere im zweiten Trimester zwischen der 13. und 27. Schwangerschaftswoche als sicher, sofern sie von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden. In den ersten zwölf Wochen sollte vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.
Während der Behandlung wird der Bauch ausgespart, zudem erfolgen die Sitzungen vorzugsweise in linksseitiger Seitenlage mit Kissenunterstützung. Bei Vorerkrankungen, vorzeitigen Wehen oder Mehrlingsschwangerschaften ist eine vorherige Freigabe durch Mediziner zwingend erforderlich.
Bestimmte manuelle Verfahren, darunter tief greifende TCM-Tuina-Behandlungen an Taille und Bauch, sind während der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.
Bewegungsempfehlungen und Warnsignale
Regelmäßige, angepasste Bewegung stärkt die Muskulatur und beugt Schwellungen vor. Abgestimmte Übungen zur Stärkung von Bauch, Rücken und Beckenboden können schrittweise in den Alltag integriert werden, während ruckartige Bewegungen, Dehnübungen mit Bauchdruck und das Heben schwerer Lasten vermieden werden sollten. Im fortgeschrittenen Verlauf eignen sich Spaziergänge, Wassergymnastik und gezieltes Beckenbodentraining.
Sämtliche eigenständigen Maßnahmen setzen eine unkomplizierte Schwangerschaft voraus. Treten Symptome wie anhaltendes Erbrechen mit Gewichtsverlust, regelmäßige Unterleibskrämpfe, Blutungen, Atemnot oder starke Schwellungen auf, muss die Selbstanwendung umgehend beendet und eine ärztliche Abklärung veranlasst werden.
