Schutzpeptid, B-017

Schutzpeptid B-017: Infarktgröße um 60 Prozent reduziert

19.06.2026 - 17:03:27 | boerse-global.de

Nieren- und Herzleiden sind eng verknüpft. Neue epigenetische Medikamente und ein Schutzpeptid zeigen vielversprechende Ergebnisse in Studien.

Nieren-Herz-Kreislauf-Risiko: Neue Therapien und Präventionsansätze
Schutzpeptid - Ein stilisiertes, leuchtendes Herz und eine Niere sind durch feine, leuchtende Pfade miteinander verbunden, auf dunklem, medizinischem Hintergrund. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sie hängen direkt zusammen. Jeder zweite Patient mit Nierenproblemen leidet gleichzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Professor Nikolaus Marx von der Uniklinik Aachen bestätigt diesen Zusammenhang. Die eingeschränkte Nierenfunktion begünstigt die Gefäßverkalkung und erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Herzschwäche oder Rhythmusstörungen massiv.

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Ein entscheidender Faktor: Die Niere verändert die Blutgerinnung. Die Neigung zu Blutgerinnseln steigt. Als Hauptrisiken gelten Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen.

Zur Behandlung setzen Ärzte häufig ACE-Hemmer und SGLT2-Inhibitoren ein. Sie schützen nachweislich beide Organe.

Neue Medikamente: Gewebe umprogrammieren statt Symptome behandeln

Die Forschung geht neue Wege. Eine Studie der Universität Zürich und der Universität Pisa, veröffentlicht Anfang Juni 2026 in Cell Reports, untersucht BET-Protein-Inhibitoren. Diese epigenetischen Medikamente sollen das perivaskuläre Fettgewebe umprogrammieren.

Studienleiter Francesco Paneni und sein Team hemmten das Schlüsselenzym Hexokinase 2. Ergebnis: Entzündungsförderndes Fettgewebe reduzierte sich, die Gefäße entspannten sich besser. Versuche an Mäusen und menschlichem Gewebe bestätigten das Potenzial zum Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall.

Parallel entwickelte das Universitätsklinikum Essen das Schutzpeptid B-017. Es besteht aus acht Aminosäuren und blockiert den mitochondrialen Zelltod. In Schweinemodellen reduzierte eine einmalige Gabe vor der Wiederherstellung der Durchblutung die Infarktgröße um 60 Prozent. Die klinische Entwicklung läuft über die Ausgründung Bimyo GmbH.

Prävention: Vier Faktoren entscheiden über 99 Prozent der Risiken

Eine Langzeitanalyse mit Daten von rund neun Millionen Erwachsenen zeigt: 99 Prozent der schweren kardiovaskulären Ereignisse lassen sich auf vier Faktoren zurückführen – Tabakkonsum, Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin und entgleiste Blutzuckerwerte.

Normalisiert sich der Blutzucker bei Prädiabetes, sinkt das Risiko für einen kardiovaskulären Tod um 58 Prozent, das Schlaganfallrisiko um 42 Prozent.

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Eine US-Studie mit 800.000 Teilnehmern, veröffentlicht im Juni 2026 im Journal of the American Heart Association, deutet auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck und erhöhtem Alzheimer-Risiko hin. Ein kausaler Beleg fehlt noch.

Gesetzesänderung: Mehr Nierenspenden durch Überkreuzspenden

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) schuf bereits 2018 Grundlagen für strukturierte Behandlungsprogramme bei Herzinsuffizienz. Sie fokussieren auf Bewegung, Flüssigkeitsmanagement und Medikation.

Der Bundestag berät nun über Änderungen am Transplantationsgesetz. Ziel: Mehr Lebendspenden durch Überkreuz- und anonyme Spenden. Mehr als 6.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Spenderniere, die durchschnittliche Wartezeit beträgt acht Jahre. Mediziner rechnen durch die Gesetzesänderung mit rund 100 zusätzlichen Transplantationen pro Jahr.

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