Schuppenflechte, Pantethin

Schuppenflechte: Pantethin hilft laut Pilotstudie vor allem bei hohem Cholesterin

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer zwölfwöchigen Studie verbesserte Pantethin die Behandlung vor allem bei Psoriasis-Patienten mit erhöhtem Cholesterin.
Laborausrüstung mit Glasbechern und Flüssigkeiten auf einer sauberen Laboroberfläche in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung von Schuppenflechte könnte künftig um einen neuen ernährungsmedizinischen Ansatz ergänzt werden. Ein Forschungsteam des State Key Laboratory of Biomedical Analysis in Peking untersuchte den Einfluss des Vitamin-B5-Derivats Pantethin auf entzündliche Hautprozesse.

Die am 27. Oktober 2026 im Fachjournal Journal of Experimental Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass der Stoff die durch sogenannte Vanin-Enzyme ausgelöste Cholesterinakkumulation und die Überaktivierung von Immunzellen bei Psoriasis dämpfen kann.

Der biochemische Mechanismus über Vanin-Enzyme

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit steht das Zusammenspiel zwischen dem Fettstoffwechsel und dem Immunsystem. Nach Erkenntnissen des Pekinger Studienteams wandeln Vanin-Enzyme in dendritischen Zellen Pantethin regulär in Vitamin B5 um.

Liegt jedoch eine gesteigerte Aktivität dieser Enzyme vor, sinkt der Pantethinspiegel. Dies führt wiederum zu einer erhöhten körpereigenen Cholesterinsynthese und kurbelt die entzündliche Immunaktivierung an.

In präklinischen Versuchsreihen an Mausmodellen prüften die Forschenden therapeutische Gegenmaßnahmen. Dabei linderte sowohl eine gezielte Hemmung der Vanin-Enzyme mittels der Substanz RR6 als auch die direkte Verabreichung von Pantethin die Psoriasis-ähnliche Erkrankung bei den Tieren.

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Während die Zufuhr von Pantethin bei Mäusen das Entstehen der Schuppenflechte verhindern konnte, zeigte sich in der klinischen Erprobung am Menschen ein differenzierteres Bild: Hier entfaltete der Wirkstoff seine unterstützende Wirkung nur in Kombination mit einer standardisierten Salbentherapie.

Ergebnisse der klinischen Pilotstudie

Um die Übertragbarkeit der Labordaten zu überprüfen, führte das Team eine zwölfwöchige Proof-of-Concept-Studie mit 24 Psoriasis-Patienten durch. Alle Teilnehmenden erhielten zunächst eine standardmäßige topische Behandlung mit einer Calcipotrien- und Betamethason-Salbe. Eine Hälfte der Gruppe nahm zusätzlich zweimal täglich Pantethin in Form von Tabletten beziehungsweise Kapseln ein.

Die Auswertung ergab eine stärkere Verbesserung des Psoriasis-Schweregrads innerhalb der Pantethin-Gruppe. Dieser Effekt trat jedoch vor allem bei jenen Patienten auf, die zu Beginn der Studie ein ungünstiges Lipidprofil oder ein erhöhtes Ausgangs-Cholesterin aufgewiesen hatten.

Bei Probanden mit normalen Cholesterinwerten ließ sich hingegen kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen feststellen. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten im Studienverlauf nicht auf.

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Vorläufige Daten erfordern weitere Bestätigung

Pantethin ist im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel bereits als cholesterinsenkende Substanz bekannt. Dennoch warnen die Autorinnen und Autoren der Studie vor verfrühten Rückschlüssen für den Praxisalltag. Die publizierten Resultate seien ausdrücklich vorläufig und stellten keinesfalls einen Nachweis für eine alleinige Anwendung oder einen vollwertigen Ersatz für etablierte Standardtherapien dar.

Vor allem die geringe Zahl von 24 Teilnehmern sowie der begrenzte Beobachtungszeitraum von zwölf Wochen schränken die Aussagekraft der aktuellen Erkenntnisse ein. Ob der Ansatz langfristig einen festen Platz im Behandlungsplan von Psoriasis-Betroffenen mit metabolischen Begleiterkrankungen einnehmen kann, müssen weiterführende klinische Studien mit größeren Patientengruppen klären.

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