Schulverpflegung, Praktische

Schulverpflegung: Praktische Ernährungsbildung statt Theorie

26.06.2026 - 15:53:39 | boerse-global.de

Immer mehr Schulen ersetzen trockene Theorie durch praktische Projekte wie Schulgärten und Kochkurse. Kommunen entwickeln eigene Strategien für gesündere Ernährung.

Praktische Ernährungsbildung: Schulen setzen auf Gemüse und Erlebnisse
Schulverpflegung - Kinder pflanzen Gemüse in einem Schulgarten, umgeben von Pflanzen und Sonnenlicht, im Rahmen eines Bildungsprogramms. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Städte wie Hamburg und Dortmund entwickeln kommunale Strategien, während Projekte wie die „GemüseAckerdemie“ Schüler selbst zu Gärtnern machen. Der Trend geht weg von trockener Theorie, hin zu echten Erlebnissen.

Kommunale Konzepte mit Weitblick

Hamburg hat eine umfassende Ernährungsstrategie mit sechs Handlungsfeldern aufgelegt. Die Stadt will pflanzenbetonte und regionale Kost fördern, Lebensmittelverschwendung reduzieren und in der öffentlichen Verpflegung mit gutem Beispiel vorangehen. Ein besonderes Ziel: die „essbare Stadt“, in der Obst und Gemüse im öffentlichen Raum wachsen.

In Dortmund trägt die Initiative „Iss ok in Dortmund“ Früchte. Getragen wird sie von der Stadt, dem Forschungsdepartment Kinderernährung, der TU Dortmund und der Sparkasse Dortmund. Das Projekt stattet weiterführende Schulen mit Trinkbrunnen aus, organisiert Projekttage und Besuche auf Lernbauernhöfen. Grundschulen profitieren parallel vom EU-Schulprogramm NRW mit regelmäßigen Lieferungen von Obst, Gemüse und Milch.

Praxis statt Pauken

An der Dreiberg-Schule in Knetzgau läuft seit dem Schuljahr 2025/26 die „GemüseAckerdemie“. Unterstützt von der AOK, der Gemeinde und einem Erlebnisbauernhof bauen Schüler aller Jahrgangsstufen eigenes Gemüse an. Ältere Jahrgänge kümmern sich um die Kompostierung. Die Ernte landet direkt in der schulinternen Mittagsbetreuung.

Am gestrigen Donnerstag wurde an der Grundschule Leeheim das Projekt „Grillninjas“ durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der AOK Hessen bereiteten Drittklässler gesunde Gerichte zu und lernten, was nachhaltige Ernährung bedeutet. Einen anderen Weg ging eine Grundschule in Oßling bei Wittichenau: Bereits am 19. Mai 2026 zeigte ein ortsansässiger Bäckermeister den Kindern, wie Brot entsteht. Handwerk trifft Ernährungsbildung.

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EU-Programm als Fundament

Das EU-Schulprogramm trägt viele Initiativen. In Baden-Württemberg nahmen im Schuljahr 2025/26 über 5.300 Einrichtungen mit rund 485.000 Kindern teil. Am 24. Juni 2026 fand an der Herlinsbachschule in Wolfach eine zentrale Veranstaltung statt. Organisationen wie LErn-BW und BEKI zeigten, wie pädagogische Begleitung funktioniert.

Auch international wird das Konzept genutzt. In der italienischen Region Latium entwickelten fünf Hotelfachschulen Menüs zur Diabetes-Prävention. Die Diabetologen-Vereinigung AMD begleitete das Projekt. Die Ergebnisse wurden am 24. Juni 2026 in Rom präsentiert. Ziel: chronischen Krankheiten mit mediterraner Ernährung frühzeitig vorbeugen.

Fortbildungen für Fachkräfte

Für Erzieher und Lehrer wächst das Angebot. Die HAG e.V. stellt Materialien zu Klima und Gesundheit bereit – von Hitze- und UV-Schutz bis zu Nachhaltigkeit. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen hat für das zweite Halbjahr 2026 mehrere Online-Fortbildungen angekündigt:

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Eltern und Lehrer, die sich bei der Ernährungsbildung alleingelassen fühlen, finden hier konkrete Hilfe: Mit der Checkliste für das EU-Schulprogramm sichern Sie sich finanzielle Unterstützung – und mit den 5 Rezepten begeistern Sie Kinder für gesundes Essen. EU-Schulprogramm-Checkliste jetzt sichern

  • 01.09.2026: Frühstücks-Talk
  • 07.09.2026: Workshop zur krisenresilienten Verpflegung
  • 15.09.2026: „Klimagesunde Mensa“
  • 21.09. bis 25.09.2026: Bundesweite Aktionstage Schulverpflegung
  • Ab 03.11.2026: Themenreihe für Schulträger

Am 28. Juni 2026 ist zudem der internationale PKU-Tag. Er macht auf die Stoffwechselstörung Phenylketonurie aufmerksam. In Deutschland sind rund 8.000 Menschen betroffen. Experten sehen eine Versorgungslücke in der ambulanten Betreuung für Erwachsene.

de | wissenschaft | 69633912 |