Schulverpflegung: Bio-Quote von 67,5 Prozent in Dortmund erreicht
03.06.2026 - 21:01:29 | boerse-global.deEin aktuelles Gutachten aus Dortmund zeigt: Während einige Einrichtungen mit Frischeküchen und hohen Bio-Anteilen glänzen, fehlen vielerorts einheitliche Standards.
Dortmund als Vorreiter bei Bio-Verpflegung
Die Stadt Dortmund hat am heutigen Mittwoch ein Gutachten zur Mittagsverpflegung vorgelegt. Die Ergebnisse sind gemischt. Von den 98 Kitas des städtischen Trägers FABIDO verfügen 44 über eigene Frischeküchen. Der Fleischkonsum ist rückläufig: In Kitas gibt es durchschnittlich einmal pro Woche Fleisch, in Schulen zwei- bis dreimal.
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Besonders beeindruckend ist die Entwicklung bei Bio-Lebensmitteln. Laut Erhebungen vom April 2026 erreichte die Bio-Quote bei FABIDO 67,5 Prozent – deutlich mehr als die vom Rat geforderten 50 Prozent. Dennoch empfehlen die Gutachter die Einführung einheitlicher Qualitätsstandards nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder dem „Optimix“-Modell.
Bayern zieht nach. Am Dienstag gründete das Land das „Netzwerk Gemeinschaftsverpflegung Bayern“, um zukunftsfähige Strukturen für Kantinen und Mensen zu schaffen.
Lidl versorgt 22.500 Kinder mit Frühstück
Der Lebensmitteleinzelhandel mischt mit. Beim Kindergesundheitsgipfel in Berlin am Dienstag stellte der Discounter Lidl seine langjährige Kooperation mit dem Verein „brotZeit“ vor. Seit 17 Jahren stellt das Unternehmen jährlich rund 970 Tonnen Lebensmittel bereit und versorgt damit täglich 22.500 Kinder mit einem kostenlosen Frühstück.
Die Sortimentsgestaltung orientiert sich zunehmend an wissenschaftlichen Konzepten wie der „Planetary Health Diet“. Konkret bedeutet das: weniger Salz und Zucker, mehr pflanzliche Alternativen und Vollkornprodukte. Begleitend dazu stellen Unternehmen kostenlose Unterrichtsmaterialien zur Ernährungsbildung bereit.
WHO fordert striktere Werbeverbote
Ein WHO-Bericht vom Mai 2026 sieht Schulen als zentrale Plattformen für die Ernährungswende. Die Daten aus Vietnam zeigen das Dilemma: Während die Untergewichtsrate bei Kindern zwischen 2010 und 2020 sank, stiegen Übergewicht und Adipositas. Die WHO fordert deshalb striktere Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel im Umfeld von Kindern und einen garantierten Zugang zu Trinkwasser.
Eine Bremer Studie vom heutigen Mittwoch untersuchte die Erfolgsfaktoren in Kitas. Ergebnis: Die aktive Beteiligung der Kinder und der Einbezug der Eltern wirken sich positiv aus. Als Hindernisse nannten Erzieher widersprüchliche Informationen, Werbeeinflüsse und institutionelle Rahmenbedingungen.
Kinder bauen eigenes Gemüse an
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Praktische Projekte sollen die Akzeptanz für gesunde Lebensmittel steigern. In Oberösterreich startete am heutigen Mittwoch ein Leader-Projekt: An sieben Volksschulen im Bezirk Grieskirchen bauen Kinder eigenes Gemüse an. Baden-Württemberg kündigte für das kommende Schuljahr das Kochprojekt „Schlemmerbande“ an, bei dem Profiköche Schülern den Umgang mit Lebensmitteln vermitteln.
In Niederösterreich wurden am Dienstag fünf Bildungseinrichtungen für ihre Verpflegungsqualität ausgezeichnet. Drei Kindergärten und Schulen erhielten den Gold-Status für ihre „Vitalküche“, die von spezialisierten Menü-Manufakturen beliefert wird.
Die Landgard Stiftung fördert ebenfalls die frühe Auseinandersetzung mit Lebensmitteln. Bei einem Aktionstag am 22. Mai stattete sie bundesweit Schulen mit Hochbeeten und Pflanzen aus. Eine Fortsetzung ist für die zweite Jahreshälfte geplant.
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