Schulverpflegung: Aramark streicht künstliche Farbstoffe ab Herbst
17.06.2026 - 08:07:03 | boerse-global.de
Es geht längst nicht mehr nur um satt werden – Transparenz, Allergenschutz und Nachhaltigkeit bestimmen die Agenda.
Allergen-Kennzeichnung wird Pflicht
Seit Dezember 2014 gilt in der EU eine strikte Kennzeichnungspflicht für die 14 Hauptallergene – auch für lose Ware in Kantinen. Caterer und Schulküchen müssen alle verwendeten allergenen Zutaten schriftlich dokumentieren.
Anzeige: Aramark streicht ab Herbst künstliche Farbstoffe aus der Schulverpflegung – ein Signal für mehr Transparenz. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Leitfaden, wie Sie auch in Ihrer Einrichtung künstliche Zusätze erkennen, Allergene korrekt ausweisen und Schritt für Schritt auf eine nachhaltige Bio-Küche umstellen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Die Verbraucherzentralen empfehlen, Allergene direkt im Speiseplan auszuweisen – etwa durch ein klares Fußnotensystem. Wichtig: Nur absichtlich verwendete Zutaten fallen unter die Pflicht. Spurenkennzeichnungen sind ausgenommen. Ein völlig „allergenfreier“ Speiseplan? Nicht zielführend. Entscheidend ist die transparente Information, damit Betroffene sicher wählen können.
Herkunft der Lebensmittel rückt in den Fokus
Parallel wächst der Druck auf die Branche, die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern offenzulegen. Verbände wie BIO AUSTRIA fordern eine verpflichtende Kennzeichnung in der Gastronomie. Das Ziel: Bis 2030 sollen 55 Prozent der öffentlichen Beschaffung aus Bio stammen.
Dass das funktioniert, zeigen Projekte wie die „Küche der Zukunft Challenge“. Dort wurden täglich rund 13.500 Mahlzeiten nach optimierten Bio-Standards zubereitet – bei gleichzeitiger Abfallvermeidung. Unabhängige Zertifizierungen und verbindliche Standards treiben den Trend zur nachhaltigen Außer-Haus-Verpflegung voran.
Rezepturen werden entschlackt
International setzt ein Umdenken ein: Große Anbieter wie Aramark Student Nutrition haben für das Schuljahr 2026/2027 umfassende Änderungen angekündigt. Sie streichen gezielt Inhaltsstoffe, die in der Kritik stehen – darunter bromiertes Pflanzenöl, Kaliumbromat, Titandioxid sowie künstliche Farbstoffe wie Red 40, Yellow 5 und Blue 1.
Rückmeldungen von rund 90.000 Schülern und Eltern stützen diesen Kurs. Sie fordern mehr Transparenz, weniger Zucker und weniger Natrium. Dass sich Qualität auszahlt, zeigen Auszeichnungen wie die „USDA Healthy Meals Incentives Recognition Awards“ 2025. Auch Kommunen suchen neue Wege: Eine Dortmunder Delegation reiste nach Kopenhagen, um Impulse für Frischküche mit hohen Bio-Anteilen zu holen.
Pflanzenbasierte Menüs sparen Milliarden
Eine Studie von ProVeg International und Bryant Research zeigt: Würde die EU bei öffentlichen Ausschreibungen auf 85 Prozent pflanzenbasierte Menüs setzen, ließen sich jährlich rund 11,61 Milliarden Euro einsparen. Die Summe setzt sich aus direkten Einsparungen, vermiedenen Umweltschäden und reduzierten Gesundheitskosten zusammen.
Anzeige: Rund 90.000 Schüler und Eltern fordern mehr Transparenz bei Schulessen – weniger Zucker, weniger Natrium, keine künstlichen Farbstoffe. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie den Speiseplan Ihrer Einrichtung fit für die Zukunft machen: mit einer Allergen-Checkliste, Tipps zur Herkunftskennzeichnung und einem 5-Stufen-Plan zur Bio-Küche. Transparenz-Leitfaden jetzt sichern
Für Deutschland liegt das jährliche Potenzial bei 2,53 Milliarden Euro. Schulen sind ein zentraler Hebel: Sie machen 39 Prozent des institutionellen Konsums tierischer Produkte aus. Eine Umstellung könnte EU-weit 8,89 Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen. Bundesländer wie Hessen fördern Regionalität und Abfallvermeidung mit jährlich 200.000 Euro.
Druck auf Kitas und Schulen bleibt hoch
Trotz rückläufiger Geburtenzahlen steigt der Bedarf an Ganztagsplätzen – und damit die Nachfrage nach hochwertiger Mittagsverpflegung. Der nationale Bildungsbericht 2026 bestätigt den anhaltenden Druck. Fachverbände wie der DBfK fordern deshalb eine gesetzliche Verankerung von Gesundheitsfachkräften an Schulen. Ihr Ziel: die Gesundheitsvorsorge und Ernährungskompetenz der Schüler dauerhaft sichern.
