Schulterarthrose: 90 Prozent der Prothesen funktionieren nach 15 Jahren
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung von degenerativem Gelenkverschleiß im Schulterbereich hat sich in den vergangenen Jahren signifikant weiterentwickelt. Für Patienten, die unter chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen leiden, stehen heute differenzierte Therapieoptionen zur Verfügung, die von konservativen Maßnahmen bis hin zu hochspezialisierten operativen Eingriffen reichen. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Erhalt der Lebensqualität durch individuell angepasste Behandlungsstrategien.
Konservative Therapie vor chirurgischen Eingriffen
Ein wesentlicher Grundsatz in der modernen Schulterchirurgie ist die Priorisierung nicht-operativer Verfahren. Wie Prof. Arasch Wafaisade, Leiter der Schulterchirurgie am Krankenhaus Köln-Merheim, erläutert, kommt der Einsatz einer Schulterprothese erst dann als Option in Betracht, wenn sämtliche konservativen Möglichkeiten vollständig ausgeschöpft sind.
Zu diesen primären Behandlungsansätzen gehören vor allem gezielte Physiotherapie und die medikamentöse Schmerztherapie. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Beweglichkeit des Gelenks so lange wie möglich ohne chirurgische Intervention zu erhalten und den Entzündungsprozess zu verlangsamen.
Erst wenn diese Methoden keine ausreichende Linderung mehr verschaffen und der Leidensdruck der Patienten steigt, wird eine operative Versorgung klinisch relevant.
Technologische Differenzierung bei Prothesensystemen
Sollte ein künstlicher Gelenkersatz notwendig werden, hänge die Wahl des Prothesensystems maßgeblich vom Zustand der umliegenden Weichteilstrukturen ab. Die medizinische Praxis unterscheidet hierbei vor allem zwischen zwei Grundtypen:
- Anatomische Prothese: Diese Form des Gelenkersatzes wird gewählt, wenn die sogenannte Rotatorenmanschette – ein komplexer Apparat aus Sehnen und Muskeln, der das Gelenk stabilisiert – noch intakt ist. Das Implantat bildet dabei die natürliche Anatomie der Schulter nach.
- Inverse Prothese: Bei Patienten mit ausgeprägten Sehnenschäden oder einer bereits funktionsunfähigen Rotatorenmanschette kommt die inverse (umgekehrte) Prothese zum Einsatz. Durch eine mechanische Umkehrung von Gelenkkopf und Pfanne übernimmt der Deltamuskel die Funktion der fehlenden Sehnen, was die Armhebung wieder ermöglicht.
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Langfristige Erfolgsaussichten und akademische Vernetzung
Die langfristige Stabilität von Schulterimplantaten gilt heute als gut belegt. Nach vorliegenden Daten funktionieren rund 90 % der eingesetzten Prothesen auch nach einem Zeitraum von 15 Jahren noch zuverlässig. Diese hohe Haltbarkeit trägt dazu bei, dass der Gelenkersatz an der Schulter zunehmend an Bedeutung gewinnt und als sicheres Verfahren zur Schmerzreduktion eingestuft wird.
Die wissenschaftliche Einordnung dieser Verfahren wird durch die akademische Anbindung der Fachbereiche gestützt. So ist die Schulterchirurgie am Krankenhaus Köln-Merheim akademisch mit der Universität Witten/Herdecke verbunden, was den Transfer von aktueller Forschung in die klinische Praxis sicherstellen soll.
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Informationsveranstaltung in Köln
Interessierte Bürger und Betroffene haben die Möglichkeit, sich im Rahmen einer speziellen Info-Veranstaltung detailliert über die Therapiemöglichkeiten bei Schulterarthrose zu informieren. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 10. November 2026, von 17:00 bis 19:00 Uhr statt.
Veranstaltungsort ist das VHS Forum am Neumarkt in der Cäcilienstraße 29-33 in Köln. Prof. Arasch Wafaisade wird dort als Experte über moderne Behandlungsmöglichkeiten referieren und Einblicke in die aktuelle chirurgische Praxis geben.
