Schulte-Tabelle, Sekunden

Schulte-Tabelle: Unter 22 Sekunden gilt das 5x5-Ergebnis als sehr gut

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 03:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Visuelle Suchaufgaben beanspruchen Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis; ein Augentraining zeigte Verbesserungen, aber keinen signifikanten Gleichgewichtseffekt.
Minimalistische Schreibtischoberfläche mit abstrakten geometrischen Formen bei natürlichem Licht zur Veranschaulichung von Konzentration und kognitivem Training. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Fachpublikationen erläutern den gezielten Einsatz visueller Suchübungen zur Förderung zentraler kognitiver Fähigkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei standardisierte Verfahren wie die Schulte-Tabelle, die auf eine Verbesserung von Konzentration, Arbeitsgedächtnis und visuellen Funktionen abzielen.

Das Verfahren basiert auf dem raschen Auffinden ungeordnet arrangierter Zahlen in aufsteigender Reihenfolge, wodurch insbesondere die visuelle Aufmerksamkeit und die Suchgeschwindigkeit beansprucht werden.

Aufbau und Referenzwerte der Schulte-Tabelle

Die Anforderungen an die Übenden variieren je nach Rastergröße. Für die einfachste Variante im Format 3x3 mit den Zahlen 1 bis 9 liegt die veranschlagte Zeitspanne bei 10 bis 20 Sekunden. Ein 4x4-Raster mit den Ziffern 1 bis 16 beansprucht 15 bis 30 Sekunden, während für das verbreitete Format 5x5 mit 25 Ziffern 30 bis 50 Sekunden vorgesehen sind.

Komplexere Stufen umfassen 6x6-Raster mit 1 bis 36 Zahlen bei einer Dauer von 60 bis 90 Sekunden sowie 7x7-Felder mit 1 bis 49 Zahlen, für deren Bewältigung über 90 Sekunden angesetzt werden.

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Für das 5x5-Format existieren konkrete Richtwerte für Erwachsene: Das Erreichen einer Zeit von unter 40 Sekunden gilt als ausreichend, Werte unter 30 Sekunden gelten als gut und Zeiten von unter 22 Sekunden als sehr gut.

Als Trainingsfrequenz werden täglich fünf Durchgänge mit jeweiligen Pausen von 30 bis 60 Sekunden empfohlen, sodass die gesamte Übungseinheit unter acht Minuten bleibt. Das Interesse an entsprechenden Unterlagen ist dokumentiert; so umfasst ein entsprechendes Ressourcenpaket zur Schulte-Tabelle eine doc-Datei im Umfang von 254 Kilobyte und zählt 1672 Lernende.

Zielgruppenspezifische Förderkonzepte

Neben Standardformaten greifen didaktische Entwürfe visuelle Suchübungen auf. Ein Konzeptpapier von Li Min aus dem zwölften Psychologiesemester beschreibt ein Aufmerksamkeitstraining für Kinder mit leichter Intelligenzminderung, definiert über einen Intelligenzquotienten von 60 bis 75 nach der Wechsler-Skala. Das Programm richtet sich an Sieben- bis 18-Jährige in Gruppen von drei bis fünf Personen.

Das Konzept nutzt Übungsformate wie das auf eine Minute begrenzte Kartenspiel „Finde deine Schwester“ mit 15 bis 25 Objekten und drei bis fünf Zielobjekten, das 5x5-Raster „Spion fangen“, die Ziffernfolgenübung „Rote 312“, die Hörgeschichte „Heimat verteidigen“, Aufgaben mit Zahlpaaren sowie das Format „Wo ist das Schaf“ mit fünf bis acht identischen Bausteinen.

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Das Konzept stützt sich unter anderem auf frühere Erhebungen: Zhang Haicun erfasste 2010 bei 50 Schülern im Alter von 9 bis 16 Jahren an einer Pekinger Sonderschule mittels des CAS-Tests die selektive Aufmerksamkeit als schwächste Dimension.

Guo Haiying untersuchte 2005 insgesamt 50 Schüler der Klassenstufen 6 und 8 in Shanghai. Ergänzend zielen weitere Trainingsmaterialien zu Farben und Linien auf exekutive Funktionen wie kognitive Flexibilität, Arbeitsgedächtnis, Inhibitionskontrolle, Daueraufmerksamkeit sowie die Auge-Hand-Koordination ab.

Kognitionstheoretische Grundlagen und Studienlage

Die Wirksamkeit kombinierter Darbietungsformen wird theoretisch unter anderem durch die Dual-Coding-Theorie von Paivio und Csapo aus dem Jahr 1973 gestützt, wonach Bilder und Sprache in getrennten Systemen verarbeitet werden und ihre Verknüpfung die Erinnerungsleistung steigert.

Richard E. Mayers multimediale Lerntheorie aus dem Jahr 2001 postuliert eine ähnliche Optimierung über visuelle und sprachliche Kanäle, gestützt auf ein Experiment von Mayer und Anderson aus dem Jahr 1991 zu Problemlöseaufgaben.

Ein Vokabellern-Experiment von Zhang, Sala und Gobet aus dem Jahr 2025 mit über 2000 Personen bestätigte den Vorteil kombinierter visueller und muttersprachlicher Reize gegenüber isolierten Darbietungsformen.

Praktische Effekte eines 24-wöchigen häuslichen Augentrainings via Lehrvideos untersuchten Forscher der University of Tsukuba an 28 Kindern (BMC Pediatrics, 2026, DOI 10.1186/s12887-026-07695-5).

Die Probanden trainierten Sakkaden, Blickfolgebewegungen sowie den vestibulo-okulären Reflex bei einer objektivierten Frequenz von durchschnittlich 4,6 Einheiten pro Woche. Dabei zeigten sich Verbesserungen bei der Auge-Hand-Koordination und beim Erkennen horizontal bewegter Ziffern.

Der primäre Endpunkt, die Gleichgewichtsfähigkeit gemessen über den Index of Postural Stability, verzeichnete jedoch keine signifikante Veränderung; mangels einer Kontrollgruppe ist die Wirksamkeit der Maßnahme nicht abschließend belegt.

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