Schulstress: Neue Fortbildungen für psychische Gesundheit von Lehrern
27.06.2026 - 16:30:56 | boerse-global.de
Steigende Anforderungen und wachsender Druck im Schulalltag machen neue Qualifizierungsformate nötig.
Fernstudium und flexible Kurse
Ein Schwerpunkt liegt auf der Lernförderung. Das LISUM veröffentlichte Ende Juni eine Reihe von Ergänzungsangeboten freier Träger. Diese lassen sich flexibel in den Berufsalltag integrieren.
Dazu gehört ein Fernstudiengang für Integrative Lerntherapie mit 250 Stunden Umfang. Der Kurs kann jederzeit begonnen werden. Ergänzend starten monatlich Grundlagenkurse zur Lernförderung und spezialisierte Module zur Didaktik im Förderunterricht.
Ziel ist es, Lehrkräfte im Umgang mit heterogenen Lerngruppen zu stärken. Sie sollen gezielte Interventionsstrategien für Schüler mit Förderbedarf lernen. Auch technologische Entwicklungen bleiben nicht außen vor: Bereits Anfang 2025 fand in Eberswalde ein erstes Modul zum Einsatz von ChatGPT im Bildungskontext statt.
Psychische Gesundheit als neuer Fokus
Neben fachlicher Qualifizierung rückt die psychische Gesundheit von Lehrern und Schülern in den Fokus. Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zeigt eine wachsende Verunsicherung in den Kollegien. Besonders der Umgang mit extremen Positionen im Unterricht belastet viele Pädagogen.
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Ein Fall aus Sachsen-Anhalt macht die Spannungsfelder deutlich: Ein Lehrer erhielt nach einer Diskussion über politische Parteien eine Abmahnung und klagte vor dem Arbeitsgericht. Das Landesschulamt betonte daraufhin die Notwendigkeit, klar zwischen Tatsachen und Bewertung zu unterscheiden.
Solche Konflikte zeigen den Bedarf an Fortbildungen zur Gesprächsführung und demokratischen Bildung. Themen, die auch in universitären Vortragsreihen im Sommersemester 2026 aufgegriffen werden.
Das LISUM bietet zudem spezifische Online-Workshops zur psychischen Gesundheit an. Ein Format im Juni 2026 befasste sich mit Prävention, Hilfsangeboten und Gesprächsführung in Krisensituationen. Ziel ist es, Ausbildungsverantwortliche für psychische Belastungen zu sensibilisieren.
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Personalmangel bleibt die größte Hürde
Die Nachfrage nach Fortbildungen hängt eng mit der personellen Situation an den Schulen zusammen. Prognosen zum Lehrkräftebedarf zeigen für die Jahre 2025 bis 2027 eine bundesweite Unterdeckung. Die Zahl der Absolventen reicht bei weitem nicht aus.
Erst ab den frühen 2030er Jahren wird mit einer Entspannung gerechnet. Die Schülerzahlen sollen nach einem Höchststand im Jahr 2032 voraussichtlich sinken.
In Brandenburg reagieren Träger wie das Jugend- und Sozialwerk mit speziellen Zertifizierungen. Seit Februar 2026 sind deren Einrichtungen „kneipp-zertifiziert“ – ein ganzheitlicher Gesundheitsansatz in der frühkindlichen Bildung. Solche Konzepte sollen nicht nur die Entwicklung der Kinder fördern, sondern auch die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern.
Politische Vertreter fordern derweil eine verlässliche finanzielle Ausstattung der Kommunen. Eine im Juni 2026 erzielte Einigung zur Finanzreform zwischen Bund und Ländern soll mehr Planungssicherheit bringen. Das könnte indirekt auch den Spielraum für pädagogische Angebote und die Schulentwicklung vergrößern.
