Schulstart: 59% der Lehrkräfte leiden unter Cybermobbing-Konflikten
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit dem Beginn eines neuen Schuljahres wächst in vielen Familien der Druck. Neben organisatorischen Aufgaben rund um Stundenpläne und Schulmaterialien sorgt insbesondere der Umgang mit digitalen Endgeräten regelmäßig für Konflikte im Alltag.
Die Initiative FLIMMO thematisiert in einem speziellen Ratgeber zum Schulstart, wie Eltern durch gezielte Medienkompetenz und gemeinsame Aktivitäten innerhalb der Familie Stress reduzieren können. Klare Orientierungspunkte zu Nutzungszeiten und Geräten sollen dabei helfen, typische Spannungsfelder von vornherein zu entschärfen.
Feste Leitplanken für Smartphones und Messenger
Ein zentraler Streitpunkt in vielen Haushalten ist das erste eigene Smartphone. Der Ratgeber von FLIMMO empfiehlt, ein solches Gerät erst ab der fünften Klasse einzuführen. Für jüngere Grundschulkinder wird dagegen auf geschützte Angebote wie YouTube Kids verwiesen, um einen altersgerechten Einstieg zu gewährleisten. Ausführliche Tipps für Familien stellt die Initiative online unter flimmo.de/schulstart bereit.
Auch der schulische Austausch über Messenger-Dienste verlangt Aufmerksamkeit. BLM-Präsident Schmiege weist darauf hin, dass WhatsApp von Kindern und Jugendlichen ähnlich wie eine Social-Media-Plattform genutzt wird.
Die Dynamik in Klassenchats birgt dadurch Risiken, die über bloße Schulabsprachen hinausgehen. Um Überforderung und Ausgrenzung vorzubeugen, sind begleitende Absprachen zu festen Bildschirmzeiten sowie ein offener Austausch über geteilte Inhalte ratsam.
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Konflikte belasten auch das Klassenzimmer
Die Notwendigkeit klarer Regeln im Umgang mit digitalen Angeboten spiegelt sich ebenfalls an den Schulen wider. Laut einer Bitkom-Befragung unter 501 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II sehen lediglich 24 Prozent ihre Schulen ausreichend auf den Umgang mit sozialen Medien vorbereitet. Zudem berichten 59 Prozent der Lehrkräfte von Belastungen im Schulalltag durch Konflikte wie Cybermobbing und Ausgrenzung.
Bei den Lösungsansätzen gehen die Meinungen im Kollegium auseinander: Während 29 Prozent der Lehrkräfte ein Verbot privater Social-Media-Nutzung an Schulen befürworten, plädieren 35 Prozent für eine stärkere Integration der Thematik in den Unterricht.
Aus einer Bitkom-Umfrage geht zudem hervor, dass 83 Prozent der Befragten eine übermäßige Smartphone-Nutzung als das dringlichste Problem einstufen. Gleichzeitig betonen 89 Prozent die Notwendigkeit von Kompetenzvermittlung anstelle von Verboten.
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Mangel an Unterstützungsangeboten für das Elternhaus
Obwohl Medienkompetenz im familiären Umfeld beginnt, erhalten Erziehungsberechtigte bislang selten strukturierte Unterstützung durch die Schulen. Nach Angaben von Bitkom geben lediglich 5 Prozent der Lehrkräfte an, dass es an ihren Einrichtungen Medienbildungs-Angebote für Eltern gibt. Bitkom-Präsident Wintergerst fordert vor diesem Hintergrund eine verbindliche Medienbildung und einen ganzheitlichen Ansatz.
Gelingt es Eltern, digitale Medien nicht als reines Streitthema zu behandeln, sondern klare Regeln mit gemeinsamen Aktivitäten abseits von Bildschirmen zu verbinden, sinkt das Konfliktpotenzial spürbar. Die Stärkung der eigenen Begleitkompetenz erweist sich dabei als wesentlicher Baustein, um den Familienalltag während der Schulzeit dauerhaft zu entlasten.
