Schulmanagement, Lehrkräfte

Schulmanagement: Lehrkräfte sehen hier das größte Bedrohungspotenzial

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Befragung von 1.470 Lehrkräften zeigt: Resilienz fördert eine positive Bewertung beruflicher Anforderungen und geht mit weniger Bedrohungsgefühl einher.

Berufsschullehrkräfte: Wie Resilienz Belastungen und Burnout beeinflusst
Ein leerer, sonnendurchfluteter Klassenraum mit leeren Schreibtischen und einer Tafel an der Wand. Illustration mit AI erstellt.

Die psychische Belastung im Lehrberuf gilt seit Jahren als zentrale Herausforderung für das Bildungswesen. Wie Lehrkräfte an beruflichen Schulen mit den vielfältigen Anforderungen ihres Berufsalltags umgehen und welche Faktoren vor Überlastung schützen, zeigt eine Untersuchung der Universität Mannheim.

Die von den Autoren Sarochan und Aprea verfasste Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift BMC Public Health publiziert und basiert auf einer Datenerhebung aus dem Jahr 2022. Für die Untersuchung nahmen 1.470 Berufsschullehrkräfte aus Baden-Württemberg an einer Online-Befragung teil, bei der sechs Kategorien von Arbeitsanforderungen bewertet wurden.

Differenzierte Wahrnehmung beruflicher Anforderungen

Die Analyse zeigt, dass die Belastungen im Schulalltag von den Lehrkräften höchst unterschiedlich wahrgenommen werden. Den Ergebnissen zufolge stellte der Bereich Unterrichten und Interaktion mit Lernenden die Kategorie dar, die von den Befragten am stärksten als bewältigbare Herausforderung bewertet wurde.

Anders gelagert ist das Bild bei organisatorischen Aspekten: Der Aufgabenumfang und die Aufgabenkomplexität erwiesen sich als die am häufigsten auftretende Arbeitsanforderung im Schulalltag. Das Schulmanagement wiederum wurde von den Befragten als die Kategorie eingestuft, von der das größte Bedrohungspotenzial ausgeht.

Die Rolle von kognitiver Bewertung und Resilienz

Ein zentraler Befund der Mannheimer Forscher liegt im Zusammenhang zwischen der individuellen Bewertung der Arbeitsbedingungen und der psychischen Gesundheit. Wird eine berufliche Anforderung als positive Herausforderung interpretiert, erhöht dies die Arbeitszufriedenheit und führt zu einem niedrigeren Burnout-Niveau. Wird eine Aufgabe hingegen primär als Bedrohung eingestuft, sinkt das persönliche Wohlbefinden der Lehrkräfte messbar.

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Hierbei fungiert die persönliche Resilienz als wesentlicher Einflussfaktor. Den Ergebnissen nach führte ein höheres Maß an Resilienz dazu, dass Anforderungen verstärkt als Herausforderung und seltener als Bedrohung eingeordnet wurden.

Konkret war eine ausgeprägte Resilienz in vier von sechs Anforderungskategorien mit einer höheren Einstufung als Herausforderung verbunden. Gleichzeitig ging eine höhere psychische Widerstandskraft in fünf von sechs Kategorien mit einer geringeren Bewertung als Bedrohung einher.

Hohe Belastungen vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels

Die Bedeutung individueller Bewältigungsstrategien wird auch durch den breiteren Kontext der Studie unterstrichen. Belastungen und Erschöpfungszustände im Bildungswesen sind seit langem dokumentiert: Eine Untersuchung aus dem Jahr 2004 zeigte bereits, dass rund 30 Prozent der Lehrkräfte in Deutschland Burnout-Symptome aufwiesen. Auf globaler Ebene bezifferte eine Scoping-Review den betroffenen Anteil auf etwa ein Viertel aller Lehrer weltweit.

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Verschärft wird die Situation an den Schulen durch strukturelle Engpässe bei der Personalbesetzung. Prognosen für Deutschland sagten einen Fehlbestand von rund 25.000 Lehrkräften bis zum Jahr 2025 voraus. Auf berufliche Schulen entfiel dabei ein prognostizierter Mangel von etwa 5.355 Stellen, was den Druck auf das bestehende Lehrpersonal zusätzlich erhöht.

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