Schulkinder-Studie, DAK-Präventionsradar

Schulkinder-Studie: 69% fühlen sich wöchentlich ausgebrannt

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAK-Präventionsradar dokumentiert mehr Schlafprobleme, Erschöpfung und sinkendes Wohlbefinden bei Schülern der Klassen 5 bis 10.

DAK-Präventionsradar zeigt wachsende Gesundheitsprobleme bei Schülern
Ein ungemachtes Bett in einem ruhigen Schlafzimmer im sanften Licht der Morgendämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Datenerhebungen zur Situation von Schülern in der Sekundarstufe I verdeutlichen einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Gesundheitsvorsorge.

Laut der zehnten Welle des DAK-Präventionsradars, der vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) für das Schuljahr 2025/2026 durchgeführt wurde, verfügen neun von zehn Schulkindern der Klassenstufen 5 bis 10 über keine ausreichende Gesundheitskompetenz.

Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von mehr als 30.000 Kindern an 141 Schulen in 15 Bundesländern, wobei lediglich das Saarland nicht einbezogen wurde.

Defizite in der Gesundheitskompetenz und Zunahme von Schlafproblemen

Ein zentraler Befund der Erhebung betrifft die Schlafqualität der Heranwachsenden. Den Ergebnissen zufolge leidet fast die Hälfte der befragten Schulkinder (46 Prozent) mindestens einmal pro Woche unter Schlafproblemen. Dies stellt eine deutliche Verschlechterung gegenüber früheren Erhebungszeiträumen dar: Im Schuljahr 2019/2020 lag dieser Wert noch bei 36 Prozent.

Fachleute bringen diese Entwicklung mit dem veränderten Freizeitverhalten in Verbindung. Kinderärzte-Präsident Hubmann stelle einen direkten Zusammenhang zwischen den Schlafschwierigkeiten und einer übermäßigen Mediennutzung her.

Diese Beobachtungen korrespondieren mit der Feststellung, dass die Fähigkeit der Schüler, gesundheitsrelevante Entscheidungen zu treffen und Informationen einzuordnen – die sogenannte Gesundheitskompetenz –, in der Breite nicht ausreichend vorhanden ist. Der Präventionsradar wird bereits seit 2016 regelmäßig durchgeführt, um solche langfristigen Trends in der Schülergesundheit sichtbar zu machen.

Emotionale Erschöpfung und sinkendes Wohlbefinden

Anzeige

Wer sich mit den Folgen von Dauerstress und Zeitdruck befasst, findet in diesem kostenlosen Ratgeber praxiserprobte Strategien für mehr Struktur im Alltag. 7 Methoden für effektives Zeitmanagement jetzt kostenlos herunterladen

Neben physischen Aspekten wie dem Schlaf zeichnet die Analyse auch ein kritisches Bild der psychischen Verfassung. Ein Großteil der Schulkinder fühlt sich durch den Alltag stark belastet. Demnach geben 69 Prozent an, mindestens einmal pro Woche ausgebrannt oder erschöpft zu sein. Auch hier zeigt der Langzeitvergleich eine negative Tendenz: Vor drei Jahren hatte dieser Anteil noch bei 52 Prozent gelegen.

Parallel dazu sinkt das allgemeine Wohlbefinden in der Zielgruppe. Laut den Daten vom September 2026 weisen 49 Prozent der Schulkinder ein vermindertes Wohlbefinden auf. In der Befragungsperiode 2022/2023 lag dieser Wert noch bei 41 Prozent.

Ein interessanter statistischer Aspekt des Berichts ist der Hinweis, dass bei einer geringen Gesundheitskompetenz das Risiko für ein vermindertes Wohlbefinden um 27 Prozent niedriger ausfalle.

Anzeige

Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Leistungsdruck und Erholung ist entscheidend, um langfristig gesund und zufrieden zu bleiben. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt konkrete Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit und weniger Belastung im Alltag. Kostenloses E-Book für eine bessere Work-Life-Balance sichern

Dennoch blicken insgesamt immer weniger Schüler zuversichtlich in die eigene Zukunft. Nur 57 Prozent der Befragten gaben an, eine positive Zukunftserwartung zu haben, was einem Rückgang um 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (62 Prozent) entspricht.

Forderungen nach strukturellen Änderungen im Bildungssystem

Die Ergebnisse des Präventionsradars werden in Fachkreisen auch als möglicher Erklärungsansatz für schwache Leistungen in Bildungsstudien wie PISA 2025 diskutiert, bei der rund 6.700 15-Jährige getestet wurden. Es bestehe die Annahme, dass gesundheitliche Instabilität und mangelnde Erholung die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Als Konsequenz aus diesen Daten mehren sich die Forderungen nach einer stärkeren Verankerung von Gesundheitsthemen im Schulalltag. DAK-Chef Storm betonte, dass Gesundheit ein fester Bestandteil der Bildung werden müsse. Dieser Vorschlag stößt bei den Betroffenen auf breite Zustimmung.

Knapp drei Viertel der befragten Schulkinder befürworten laut der Analyse die Einführung eines eigenen Schulfachs Gesundheit. 28 Prozent der Schüler bewerteten diese Idee sogar mit der Note "sehr gut". Ziel solcher Maßnahmen wäre es, die Gesundheitskompetenz präventiv zu stärken und den festgestellten Belastungstrends entgegenzuwirken.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70098630 |