Schulkinder-Gesundheit, Gesundheitskompetenz

Schulkinder-Gesundheit: 89% haben unzureichende Gesundheitskompetenz

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das geplante Schulessen würde jährlich 95 bis 150 Millionen Euro kosten; zugleich zeigen Studien Defizite bei Gesundheit und Wohlbefinden.

Baden-Württemberg prüft Gratisessen an Startchancen-Schulen
Leere Tische und Stühle in einer modernen Schulkantine in hellen Lichtverhältnissen. Illustration mit AI erstellt.

Die baden-württembergische Landesregierung hat ein kostenloses Mittagessen an Startchancen-Schulen in Aussicht gestellt, doch die finanzielle Umsetzung gilt als ungesichert. Nach Angaben des Kultusministeriums belaufen sich die veranschlagten Kosten auf 95 bis 150 Mio. Euro jährlich. Wie diese Summe im Landeshaushalt 2027 abgebildet werden soll, ist derzeit noch unklar.

Uneinigkeit über Prioritäten und Kostenverteilung

Innerhalb der Landespolitik herrscht Uneinigkeit über den Stellenwert des Vorhabens. Kultusminister Jung von der CDU ließ die Priorität des kostenlosen Mittagessens an den Startchancen-Schulen offen. Gegenwind kommt unterdessen von kommunaler Seite: Der Städtetag fordert eine vollständige Finanzierung des Programms durch das Land Baden-Württemberg, um zusätzliche Belastungen für die Kommunen abzuwenden.

Die Debatte um eine gesicherte Versorgung an Schulen fällt in eine Phase, in der Erhebungen erhebliche Defizite bei der Verfassung und dem Gesundheitswissen junger Menschen dokumentieren. Eine vollwertige Verpflegung gilt in Fachkreisen als wichtiger Bestandteil, um soziale Benachteiligungen im Bildungsalltag abzufedern.

Befunde zur Gesundheit von Schulkindern

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Dass Schülerinnen und Schüler mit zunehmenden gesundheitlichen Herausforderungen konfrontiert sind, verdeutlicht der DAK-Präventionsradar. Für die Untersuchung befragte das IFT-Nord im Auftrag der DAK mehr als 30.000 Schulkinder an 141 Schulen in 15 Bundesländern. Den Ergebnissen zufolge weisen 89% der Schulkinder der Klassen 5 bis 10 eine unzureichende Gesundheitskompetenz auf.

Zudem zeigt die Erhebung deutliche Einbußen beim Wohlbefinden und der Regenerationsfähigkeit der Jugendlichen:

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  • 46% der Schulkinder der Klassen 5 bis 10 berichten von Schlafproblemen, während dieser Wert im Erhebungszeitraum 2019/20 noch bei 36% lag.
  • 69% der Schulkinder sind mindestens einmal pro Woche erschöpft; vor drei Jahren lag dieser Anteil bei 52%.
  • 49% der Schulkinder weisen ein vermindertes Wohlbefinden auf, verglichen mit 41% im Zeitraum 2022/23.
  • 57% der Schulkinder blicken positiv in die Zukunft, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr (62%) darstellt.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung stoßen Angebote zur Gesundheitsförderung bei den Jugendlichen selbst auf großes Interesse. Fast drei Viertel der im DAK-Präventionsradar befragten Schulkinder gaben an, ein eigenes Schulfach Gesundheit zu befürworten. Die Verknüpfung von Ernährungsangeboten und schulischer Förderung bleibt angesichts der offenen Budgetfragen in Baden-Württemberg jedoch ein kontroverses Thema.

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