Schulgewalt, Lehrkräfte

Schulgewalt: 38% der Lehrkräfte sehen großes Problem

22.06.2026 - 22:04:19 | boerse-global.de

Grundschulen der Klassen 3 und 4 dürfen selbst über Wettkampf oder Spielspaß entscheiden. Hessens Minister befürwortet Leistungsvergleich.

Bundesjugendspiele: Schulen wählen wieder Wettkampfmodus
Schulgewalt - Eine Stoppuhr, ein Maßband und eine Medaille liegen auf einer Tartanbahn, im Hintergrund verschwommen Kinder beim Sport. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Schulen der Klassen 3 und 4 können künftig selbst entscheiden, ob sie zum klassischen Wettkampfmodus mit Zeitnahmen und Messungen zurückkehren.

Leistungsprinzip statt Spielspaß?

Seit dem Schuljahr 2023/24 galt für Grundschulen verpflichtend ein Wettbewerbsmodus ohne exakte Leistungserfassung. Der Fokus lag auf dem spielerischen Charakter. Das ist jetzt Geschichte. Das Ministerium gestattet den Schulen, für die dritten und vierten Klassen eigenständig über die Rückkehr zum traditionellen Wettkampf zu entscheiden.

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Hessens Bildungsminister Armin Schwarz betont den Stellenwert des direkten Leistungsvergleichs. Befürworter sehen darin ein wichtiges Element der schulischen Bildung. Die vorherige Umstellung hatte primär den Spaß in den Vordergrund gestellt.

Ferienprogramm fällt aus

Trotz der Rückkehr zum Wettbewerb zeigen sich in der Praxis Hürden. Der Kreissportbund Bremen-Nord hat bekannt gegeben, dass für Sommer 2026 kein eigenes Ferienprogramm angeboten wird. Die Organisation sei nicht mehr leistbar.

Lokale Vereine wie der TSV Farge-Rekum oder die SG Marßel springen in die Bresche. Sie bieten Handball, Fußball oder Ultimate Frisbee an.

Triathlon-Abbruch in Lübeck

Auch bei organisierten Wettkämpfen gibt es Probleme. Beim Sieben-Türme-Triathlon in Lübeck musste das Rennen der weiblichen Jugend A und der Juniorinnen abgebrochen werden. Grund war ein Sturz auf regennasser Fahrbahn.

Die Entscheidung über die Qualifikation für die Youth Olympic Games in Dakar wurde auf einen Nachholtermin Ende Juni in Jena vertagt.

Gewalt an Schulen: Alarmierende Zahlen

Die Debatte um den sportlichen Wettkampf findet vor einem schwierigen Hintergrund statt. Das Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer zeigt: 38 Prozent der Lehrkräfte stufen Gewalt als großes oder sehr großes Problem an ihrer Schule ein.

Besonders betroffen sind Neuntklässler. 63 Prozent berichten über Beleidigungen, fast die Hälfte über Bloßstellungen. 26 Prozent gaben an, von Mobbing oder Ausgrenzung betroffen zu sein.

GEW fordert mehr Sozialarbeit

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht gesellschaftliche Trends in den Schulen. Der GEW-Vorstand fordert einen massiven Ausbau der Schulsozialarbeit und bessere Förderprogramme.

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 wird als positiver Schritt gewertet. Doch die Qualität der Angebote bleibe entscheidend.

Special Olympics: Millionen für Inklusion

Großereignisse wie die Nationalen Spiele der Special Olympics in Saarbrücken erhielten Investitionen von rund 10 Millionen Euro in Sportanlagen. Die Spiele endeten am 20. Juni 2026.

Gleichzeitig kämpft die offene Jugendarbeit mit Budgetfragen. In Bremen wird über die Neuausrichtung der Förderung diskutiert. Das Ressort stellt für 2027 zusätzliche Mittel von 1,5 Millionen Euro in Aussicht. Facharbeitsgemeinschaften fordern dagegen 8 Millionen Euro, um Schließungen von Freizeiteinrichtungen zu verhindern.

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Waldjugendspiele: 600 Kinder dabei

An anderen Stellen gelingt die Durchführung pädagogisch orientierter Sportformate. Bei den Waldjugendspielen auf dem Hohen Meißner nahmen im Juni 600 Kinder der 5. und 6. Klassen teil. Sie beschäftigten sich an Stationen mit Naturschutz und Forstwirtschaft.

Die Ermittlung der Gesamtsieger aus 29 Klassen ist für die Zeit vor den Sommerferien geplant.

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