Schulgesundheit: Bündnis fordert 10.000 Fachkräfte gegen Stress
03.06.2026 - 02:39:09 | boerse-global.deDie Programme reichen von spezialisiertem Rehasport bis zu Präventionskursen für Pflegekräfte und Schüler. Dabei geht es vor allem um die Finanzierung durch die Kassen und die Integration in den Alltag.
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Krankenkassen unter Druck
Die gesetzlichen Krankenversicherungen stehen vor finanziellen Herausforderungen. Der Geschäftsbericht der DAK-Gesundheit für 2024 zeigt: Die Gesamtausgaben stiegen auf über 26 Milliarden Euro – ein Plus von acht Prozent. Pro Kopf gab die Kasse 4.803 Euro aus, die Krankenhauskosten legten um 9,5 Prozent zu. Trotz sinkender Rücklagen hielt die DAK den Zusatzbeitrag bei 2,8 Prozent und blieb damit unter dem GKV-Durchschnitt von 2,9 Prozent.
Die Finanzierungslücken zeigen sich besonders in der Krisenintervention. Der Caritas-Krisendienst Südhessen führte 2025 rund 1.300 persönliche und 2.000 telefonische Beratungen durch. Bei einem Umzug fiel jedoch die bisherige Krisenpension mit vier Schlafzimmern weg. Grund: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.
Neuer Rehasport für die Seele
Seit April 2026 bietet der TV Jahn Rheine ein Programm an, das es so in Deutschland kaum gibt: „Rehasport für die Seele“. Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen mit psychischen Erkrankungen. Wer eine ärztliche Verordnung hat, bekommt die Kosten von der Krankenkasse erstattet.
Schneller von der Akutbehandlung in die Reha
Das Projekt „Hallo Reha!“ schließt eine wichtige Lücke zwischen Krankenhaus und Rehabilitation. Seit August 2023 koordiniert es die Zusammenarbeit zwischen Akutkliniken, Rehaeinrichtungen und Kfz-Versicherern. Bisher wurden über 300 Fälle gemeldet, in etwa der Hälfte gelang die direkte Vermittlung in die Anschlussrehabilitation. Eine Ausweitung auf private Unfallversicherer ist geplant.
Pflegekräfte und Schüler im Fokus
Zwei Berufsgruppen stehen besonders im Visier der Präventionsprogramme: Pflegekräfte und Schüler.
Pflegesektor: Anfang Juni diskutierten Experten auf einer Fachveranstaltung über Konzepte zur Neurobalance und Resilienz. Neue Kursangebote sollen die psychische Widerstandsfähigkeit im Arbeitsalltag stärken. In Bernau bei Berlin gibt es ergänzend spezifische Bewegungsangebote für Pflegende.
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Schulgesundheit: Ein breites Bündnis aus Eltern-, Schüler- und Pflegeverbänden sowie dem BKK-Dachverband fordert 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte. Die Finanzierung könnte über eine Zuckersteuer erfolgen. Vorbilder sind England und Frankreich, wo solche Modelle bereits etabliert sind. Der Einsatz soll besonders an sozialen Brennpunkten erfolgen.
Bremer Modell wird ausgebaut
Der Rahmenvertrag „Gesunde Kindheit in Bremen“ zwischen der KVHB und der IKK gesund plus bekommt zum 1. Juli neue Module. Sie umfassen spezielle orthopädische Vorsorgeuntersuchungen und den „Mädchen Check-In Plus“.
Von Lach-Yoga bis Meditatives Zeichnen
Das Angebot an Präventionskursen wird breiter. Volkshochschulen und Werkstätten bieten Kurse für „gestresste und abgespannte Menschen“ an – darunter Lach-Yoga, Pilates oder meditatives Zeichnen. In Stuttgart-Wangen gibt es kostenfreie Workshops für Multiplikatoren im Bereich gesundes Kochen.
Neue Fortbildungen für Therapeuten
Auch die Fortbildungslandschaft verändert sich. In Fulda entsteht ein Zentrum, das sich auf neurozentrierte Ansätze konzentriert. Die Methode „Cranialetics“ soll Therapeuten aus Physio-, Ergo- und Logopädie helfen, neurologisch bedingte Stressreaktionen besser zu behandeln. Die Eröffnung ist für September 2026 geplant.
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