Schulessen-Zuschuss, Berechtigten

Schulessen-Zuschuss: Nur 37% der Berechtigten nutzen die Hilfe

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Analyse zeigt große Lücke zwischen Anspruch und Realität bei Hilfen für bedürftige Kinder. Bürokratie gilt als Hauptgrund für geringe Nutzung.

Bertelsmann-Studie: Nur wenige Kinder nutzen staatliche Teilhabeleistungen
Kinder essen gesunde Mahlzeiten in einer hellen Schulcafeteria, mit Fokus auf frisches Obst und Gemüse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt: Die meisten Anspruchsberechtigten bekommen gar nichts.

Große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Lediglich 18 Prozent der 6- bis 14-Jährigen und 12 Prozent der 15- bis 17-Jährigen aus Grundsicherungs-Haushalten nutzen den monatlichen Teilhabebetrag von 15 Euro. Besonders krass fällt die Bilanz beim Zuschuss zum Mittagessen in Schulen und Kitas aus: Bundesweit greifen nur 37 Prozent der Berechtigten zu.

Die regionalen Unterschiede sind gewaltig. In Schleswig-Holstein liegt die Quote bei 59 Prozent. In Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz erreicht sie dagegen weniger als 10 Prozent. Nordrhein-Westfalen liegt mit 38,5 Prozent leicht über dem Bundesschnitt.

Hauptursache: komplexe Antragsverfahren und hohe bürokratische Hürden. Experten fordern eine automatische Auszahlung ohne Antrag.

Nachhaltigkeit wird zum Kriterium

Die Qualität des Essens rückt ebenfalls in den Fokus. In Bielefeld fordern Kommunalpolitiker nach einer Catering-Kündigung neue Ausschreibungskriterien. Nachhaltigkeit und Regionalität sollen stärker gewichtet werden.

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In Niedersachsen denkt Kultusministerin Julia Willie Hamburg über ein verpflichtendes Kita-Jahr vor der Einschulung nach. Eine schnelle Umsetzung scheitert jedoch am massiven Fachkräftemangel.

Kongress plant neue Standards

Der Bundeskongress Kita- und Schulverpflegung am 7. Oktober in Berlin soll die Qualität bundesweit harmonisieren. Im Auftrag des Bundesernährungsministeriums geht es um Ernährungsstandards – unter anderem mit Prof. Dr. Britta Renner von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Parallel setzen Schulen auf Praxisprojekte: Fairtrade, Lebensmittelherstellung und Ernährungskompetenz. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bietet dazu verstärkt Seminare an.

Warnung vor Protein-Hype

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Ernährungswissenschaftler warnen vor überteuerten Protein-Produkten. Diese seien für die breite Bevölkerung meist wirkungslos. Besser: natürliche Quellen wie Linsen oder Eier.

Auch Nahrungsergänzungsmittel geraten in die Kritik. Ein bekanntes Konzentrat wurde 2026 von Verbraucherschützern negativ hervorgehoben. Die Präparate kosten teils bis zu 100 Euro pro Liter – können aber eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen. Sinnvoll sei eine Supplementierung nur bei klinisch nachgewiesenem Mangel.

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