Schülerleistung, PISA

Schülerleistung: PISA 2025 zeigt historisches Tief in Mathe und Lesen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BDA und DGB verlangen mehr Bildungsinvestitionen, während PISA-Werte sinken und 62.000 Jugendliche ohne Schulabschluss bleiben.

BDA und DGB fordern Kurswechsel wegen schwacher Bildungsdaten
Modernes Schulgebäude mit minimalistischer Architektur und klaren geometrischen Strukturen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Angesichts historisch schwacher Leistungen von Schülern verlangen Arbeitgeber und Gewerkschaften ein grundlegendes Umsteuern in der deutschen Bildungspolitik.

In einem gemeinsamen Impulspapier auf der Bildungskonferenz der Sozialpartner 2026 in Berlin fordern die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine gezielte Erhöhung der öffentlichen Bildungsausgaben. Der Bildungserfolg dürfe nicht länger von sozialer Herkunft, Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen.

Alarmierende Leistungsdaten und steigende Abbrecherquoten

Hintergrund des gemeinsamen Vorstoßes sind anhaltend negative Leistungsdaten. Deutschlands 15-Jährige schnitten in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik so schlecht ab wie zu keinem Zeitpunkt seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000. Wie Bildungsministerin Karin Prien hervorhob, seien die Befunde besorgniserregend und die soziale Schere gehe weiter auf.

Nach Angaben der OECD im Rahmen von PISA 2025 fielen die deutschen Durchschnittsergebnisse in Mathematik und Lesekompetenz niedriger aus als noch 2022.

Die Defizite setzen sich im weiteren Bildungsverlauf fort. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verließen im Schuljahr 2023/2024 rund 62.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss, was einer Abbrecherquote von 7,8 Prozent entspricht.

Zudem befanden sich im Vorjahr zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen weder in Bildung noch in Beschäftigung. Der Berufsbildungsbericht 2026 weist zudem rund 2,76 Millionen junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 34 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung aus.

Der Forderungskatalog der Sozialpartner bis 2035

BDA und DGB formulieren als zentrales Ziel, bis zum Jahr 2035 die Zahl junger Menschen ohne Basiskompetenzen, ohne Schulabschluss oder ohne Berufsabschluss deutlich zu senken. Besondere Priorität müsse der Ausbau der frühen Bildung und von Kitaplätzen erhalten, um Zugangshürden abzubauen und Kinder mit ungünstigen Startbedingungen frühzeitig zu fördern.

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Die aktuellen PISA-Ergebnisse zeigen: In Mathematik und Lesen sind die deutschen Durchschnittswerte gegenüber 2022 erneut gesunken — und rund jeder dritte Schüler verfehlt beim Lesen und Rechnen die Mindeststandards. Wer wissen will, wo das eigene Kind steht, braucht keine neue Studie, sondern eine einfache Prüfliste. Unser kostenloser Eltern-Ratgeber zeigt in 3 Schritten, wie Sie den Lernstand in Klasse 1 bis 8 einschätzen und Basiskompetenzen gezielt fördern. Kostenlosen Eltern-Ratgeber jetzt anfordern

Das Impulspapier nennt mehrere Kernmaßnahmen:
* Verbindliche Rahmensetzung: Sicherung der Schulpflicht mit einem Signal durch den Bundesrat sowie eine Bund-Länder-Roadmap mit festen Meilensteinen.
* Finanzierung und Infrastruktur: Konsequente Investitionen in das Bildungswesen sowie eine zügige Umsetzung des DigitalPakts 2.0 in den Bundesländern.
* Ganztag und Zukunftskompetenzen: Ein qualitativer Ausbau des Ganztags und die verbindliche Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der künstlichen Intelligenz entlang der gesamten Bildungskette.

Kontroversen über Standards und Lösungsansätze

Über den konkreten Weg zu besseren Leistungen wird im Bildungswesen intensiv debattiert. Eine Autorengruppe um Ulrich Trautwein, Felicitas Thiel, Thomas Riecke-Baulecke, Ties Rabe und Marco Haaf sprach sich in einem Beitrag für das Online-Magazin evido für vier Lernstandserhebungen pro Schuljahr in den Klassen 1 bis 8, verpflichtende Sprachstandstests ab dem vierten Lebensjahr sowie verbindliche Mindeststandards und handyfreie Schulen aus.

Der Erwerb bildungssprachlicher Kompetenzen dauere im Schnitt fünf bis sieben Jahre. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte diese Vorschläge hingegen als eine bloße Zunahme von Tests und Diagnosen.

Gleichzeitig verweisen Praktiker auf strukturelle Engpässe. Schulleiterin Silke Müller warnte vor gravierenden Folgen für das System, wenn nicht radikal umgedacht werde, da jeder dritte Schüler die Mindeststandards im Lesen und Rechnen verfehle.

Als Ursachen nannte sie heterogene Klassen mit bis zu 30 Schülern, Überlastung der Lehrkräfte, Sprachbarrieren sowie Ablenkung durch soziale Medien und KI-Werkzeuge.

Christian Beckmann von der Landeselternkonferenz NRW bezifferte den Investitionsstau im deutschen Bildungssystem am Rande von Protesten des Bündnisses Bildungswende jetzt am 19. September 2026 auf 68 Milliarden Euro bundesweit, davon 23 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen.

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Bildungserfolg darf laut Arbeitgebern und Gewerkschaften nicht länger von sozialer Herkunft, Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen — doch genau diese Schere geht weiter auf. Statt auf die nächste Reform zu warten, können Eltern selbst ansetzen: mit einer klaren Lernstandserhebung und Übungen, die im Familienalltag funktionieren. Der kostenlose Leitfaden bündelt beides — plus einen Überblick, welche Fördermittel und Programme Schulen und Familien künftig erreichen sollen. Leitfaden für Eltern jetzt sichern

Erste Reaktionen der Politik zeigen sich in gezielten Initiativen. Die Amtschefs der Bildungsministerkonferenz gaben für die zweite Förderphase des Mathematikprogramms QuaMath rund 26 Millionen Euro bis Ende 2033 frei, um das Programm auf bis zu 10.000 Schulen auszuweiten.

Bayerns Staatsregierung wiederum stellte einen Masterplan zur Lehrkräftebildung vor, der unter anderem ein Praxisjahr mit 300 Praxisstunden für die rund 35.000 Lehramtsstudierenden vorsieht.

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