Schröpftherapie: Forscher messen 13 chemische Veränderungen in Echtzeit
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 17:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Forschungsteam hat erstmals die chemischen Veränderungen der Hautausdünstungen während der Schröpftherapie nichtinvasiv gemessen. Die im Juli 2026 in der Fachzeitschrift Analytical Chemistry veröffentlichte Studie kombiniert zwei moderne Analysetechniken, um die Jahrtausende alte Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auf molekularer Ebene zu untersuchen.
So funktioniert die Messmethode
Die Forscher entwickelten eine Kombination aus Festphasenmikroextraktion auf Dünnfilm-Basis (Thin-Film SPME) und Massenspektrometrie mit dielektrischer Barriereentladungs-Ionisation (DBDI-MS). Eine polymerbeschichtete Membran fängt flüchtige organische Verbindungen direkt von der Hautoberfläche auf – ohne den Patienten zu belasten.
Der Clou: Die Methode erfasst die Ausdünstungen in Echtzeit, während der Unterdruck der Schröpfgläser wirkt. Selbst geringste Konzentrationen verschiedener Stoffgruppen lassen sich so identifizieren. Anders als herkömmliche Verfahren benötigt der Ansatz keine operativen Eingriffe und ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung während der Behandlung.
13 Verbindungen verändern sich
Die Wissenschaftler Renato Zenobi und Xiaowen Yan untersuchten zwölf gesunde Probanden in einer Pilotstudie. Das Ergebnis: Die Zusammensetzung der Hautemanationen verändert sich signifikant durch die Schröpftherapie. Insgesamt identifizierten die Forscher 13 flüchtige Verbindungen, deren Konzentration sich während der Behandlung veränderte.
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Zu den nachgewiesenen Stoffgruppen zählen:
- Aldehyde und Ketone
- Alkohole
- Terpene
- Organische Säuren
Der durch die Schröpfgläser erzeugte Unterdruck regt demnach biochemische Prozesse an, die über die Hautoberfläche messbar sind. Für die Forscher ist das ein erster Schritt, um die physiologischen Auswirkungen der TCM-Praxis auf molekularer Ebene besser zu verstehen.
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Was als Nächstes geplant ist
Die Studie wurde von mehreren staatlichen chinesischen Institutionen gefördert – darunter die National Natural Science Foundation und das National Key Research and Development Program. Nach der erfolgreichen Pilotphase planen die Wissenschaftler nun klinische Studien in Zusammenarbeit mit einem lokalen Krankenhaus für Traditionelle Chinesische Medizin.
Ziel ist es, die beobachteten chemischen Veränderungen bei Patienten mit spezifischen Krankheitsbildern zu validieren und zu prüfen, ob sich die gemessenen Hautemanationen diagnostisch nutzen lassen.
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