Schritte und Gehirn: 1.000 mehr am Tag hängen mit besserem Fokus zusammen
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 05:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deKörperliche Aktivität im Alltag steht in einem direkten Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit. Eine im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung auf Basis des All of Us Research Program der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) verdeutlicht, dass eine höhere tägliche Schrittzahl mit einer besseren Aufmerksamkeit und einer gesteigerten Fähigkeit zur Entscheidungsfindung verknüpft ist.
Die Forschungsarbeit analysierte die Daten von 3.093 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 93 Jahren, deren Durchschnittsalter bei rund 58 Jahren lag. Im Zeitraum von 2009 bis 2023 wurden die täglichen Schritte der Teilnehmer über Fitbit-Tracker aufgezeichnet und ihr Blutdruck erfasst. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde im September 2023 über standardisierte Tests einmalig erhoben.
Höhere Schrittzahlen stärken Fokus und kognitive Kontrolle
Die Auswertung der Daten zeigt einen kontinuierlichen positiven Trend: Pro zusätzlichen 1.000 Schritten pro Tag erzielten die Teilnehmenden höhere Werte bei der anhaltenden Aufmerksamkeit, beim Fokus, bei der kognitiven Kontrolle sowie bei der Belohnungsplanung.
Für den Vergleich wurden die Probanden in drei Gruppen eingeteilt, die im Schnitt 5.108, 8.875 und 14.161 Schritte pro Tag absolvierten. Die beiden aktiveren Gruppen schnitten dabei signifikant besser ab als die Gruppe mit rund 5.100 Schritten.
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Im spezifischen Aufmerksamkeitstest erzielte die Gruppe mit 8.875 Schritten ein Plus von 1,76 Punkten im Vergleich zur Basisgruppe mit 5.108 Schritten. Bei den Personen mit 14.161 Schritten täglich lag das Plus bei 2,17 Punkten.
Diese Ergebnisse blieben auch nach einer statistischen Bereinigung um Faktoren wie Alter, Bildung, Einkommen, Familienstand und Geburtsort stabil. Zudem bewiesen die aktiveren Teilnehmer bessere Ergebnisse bei der Ablenkungs- und Selbstkontrolle. Beim Erkennen von Gesichtsausdrücken zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Aktivitätsniveaus.
Begrenzte Rolle des Blutdrucks und methodische Grenzen
Die Untersuchung liefert auch Erkenntnisse zu den physiologischen Mechanismen. Ein höherer systolischer Blutdruck war ausschließlich mit schwächeren Resultaten im Entscheidungstest assoziiert, während der diastolische Blutdruck keinen signifikanten Zusammenhang aufwies. Die Blutdruckwerte erklärten insgesamt lediglich 4,8 Prozent des Zusammenhangs zwischen körperlicher Bewegung und der gemessenen Selbstkontrolle.
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Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich daraus keine direkte Kausalität ableiten. Zudem fand die kognitive Testung erst einmalig nach dem mehrjährigen Beobachtungszeitraum statt.
Etwa zwei Drittel der Studienkohorte waren Frauen, und die Teilnehmenden wiesen überwiegend ein höheres Bildungsniveau auf. Faktoren wie Rauchen und starkes Übergewicht wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. Eine exakte optimale Schrittzahl lasse sich aus den Daten nicht definieren.
Die Bedeutung präventiver Faktoren gewinning vor dem Hintergrund demografischer Prognosen an Relevanz. Laut in der Studie zitierten US-Projektionen wird die Zahl der Fälle von leichter kognitiver Beeinträchtigung von 14,37 Millionen im Jahr 2025 auf 21,55 Millionen im Jahr 2060 ansteigen. Bei Demenzerkrankungen wird im selben Zeitraum ein Zuwachs von 7,16 Millionen auf 13,85 Millionen Betroffene erwartet.
