Schockanrufe, Kaiserslautern

Schockanrufe in Kaiserslautern: Zwei Männer wegen Betrugs angeklagt

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 16:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern Betrug bei Schockanrufen vor; über ein Hauptverfahren entscheidet nun das Gericht.
Eine menschenleere Wohnstraße bei Dämmerung mit geschlossenen Haustüren und Fenstern. Illustration mit AI erstellt.

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat Anklage gegen zwei Männer im Alter von 31 und 32 Jahren erhoben. Den beiden Angeschuldigten wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug im Zusammenhang mit sogenannten Schockanrufen vorgeworfen.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörde sollen die Männer in jeweils zwei Fällen als Geldabholer agiert oder die Abholung von Bargeld und Wertgegenständen bei betrogenen Personen versucht haben. Beide Beschuldigte befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Masche mit erfundenen Verkehrsunfällen

Hinter den Taten steht eine bundesweit verbreitete Betrugsmasche. Komplizen der Angeklagten meldeten sich telefonisch bei den Opfern und gaben sich als nahe Verwandte oder als Polizeibeamte aus. Den Angerufenen wurde wahrheitswidrig geschildert, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem Menschen schwer verletzt oder getötet worden seien.

Um eine drohende Inhaftierung des Verwandten abzuwenden, forderten die Anrufer umgehend eine Kaution in bar oder in Form von Wertgegenständen. Die beiden Angeklagten sollen anschließend dazu eingeteilt worden sein, die geforderten Vermögenswerte persönlich an den Wohnanschriften abzuholen.

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Konkrete Vorwürfe gegen die Angeklagten

Gegen den 32-jährigen Beschuldigten richtet sich unter anderem der Vorwurf, versucht zu haben, eine Seniorin um 50.000 Euro zu bringen. Dieser Versuch schlug jedoch fehl, da die Enkelin der Frau zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme anwesend war und rechtzeitig Sicherheitskräfte eingeschaltet wurden.

Die Polizei konnte den Mann daraufhin unmittelbar bei der geplanten Geldübergabe festnehmen. In einem anderen Fall soll derselbe Angeklagte allerdings bereits erfolgreich gewesen sein und von einem 70-jährigen Mann aus Pirmasens 6.000 Euro erbeutet haben.

Dem 31-jährigen Angeklagten legt die Staatsanwaltschaft ebenfalls zwei Taten zur Last. In einem Fall erbeutete er laut den Ermittlungen Bargeld in Höhe von 16.000 Euro sowie Schmuck. Bei einer weiteren Tat geriet ein 63-jähriger Mann aus Kaiserslautern ins Visier, von dem die Täter 80.000 Euro erlangen wollten. Auch hier misslang die Übergabe: Der Zugriff der Ermittler erfolgte direkt an der Haustür des Opfers.

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Zusätzlich muss sich der 31-Jährige wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens vor Gericht verantworten. Die Anklagebehörde wirft ihm vor, bei einem Fluchtversuch mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren zu sein.

Beide Männer waren jeweils im Anschluss an eine geplante Übergabe festgenommen worden. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens und Termine zur Verhandlung muss nun das zuständige Gericht entscheiden.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche Zeitung: „Kriminalität - Schockanrufe: Zwei Männer wegen Betrugs angeklagt - Panorama“

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