Schockanrufe: Betrüger erbeuten sechsstellige Summen in Bayern und Hessen
16.06.2026 - 15:16:23 | boerse-global.de
Die Täter erbeuten in Bayern und Hessen Werte im sechsstelligen Bereich. Parallel verurteilte das Landgericht Trier einen Beteiligten zu mehrjähriger Haft.
Falsche Töchter und angebliche Polizisten
In Planegg bei München übergab eine Seniorin Mitte Juni Gold und Schmuck im Wert einer sechsstelligen Summe an Unbekannte. Laut Ermittlern gab eine Anruferin vor, die Stieftochter der über 80-Jährigen leide an schwerer Krebserkrankung. Der Schmuck ging an einen etwa 35-jährigen, athletischen Mann.
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Ähnliche Fälle aus Hessen: In Gelnhausen erbeuteten Täter am 15. Juni Schmuck und Gold im Wert von mehreren zehntausend Euro. Die Betrüger gaben sich als Polizeibeamte aus. Zwei Übergaben erfolgten im Godobertusweg. Der Abholer war etwa 20 Jahre alt mit kurzen dunklen Haaren.
In Kassel-Süsterfeld kam es bereits am 11. Juni zu einer Geldübergabe. Eine Seniorin erhielt einen russischsprachigen Anruf eines angeblichen Polizisten. Sie übergab mehrere tausend Euro an einen schlanken Abholer mit lockigem Haar. Die Anzeige erfolgte am 15. Juni.
Norddeutschland: Sieben Anrufe in drei Wochen
Auch im Norden steigt die Aktivität. Im Raum Osnabrück registrierten Ermittler binnen drei Wochen mindestens sieben russischsprachige Schockanrufe mit hohen Beutesummen. Im Landkreis Wesermarsch verzeichnete die Polizei am 15. Juni ebenfalls sieben Anrufe falscher Polizeibeamter. Die Täter gaben Einbrüche vor, um Wertsachen zu sichern. In diesen Fällen entstand kein Schaden.
In Cuxhaven scheiterte ein Betrugsversuch am 15. Juni. Eine 70-Jährige wurde skeptisch. Die Anrufer hatten sich als Klinikmitarbeiter und später als Polizisten ausgegeben. Bereits Mitte Mai gab es ähnliche Versuche in der Region.
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Haftstrafe für Vermittler
Das Landgericht Trier verurteilte am 15. Juni einen Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Der Verurteilte hatte als Vermittler bei Schockanrufen in Trier und Bitburg fungiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Haft soll in Polen vollzogen werden.
Die Polizeipräsidien warnen: Behörden fordern niemals telefonisch Bargeld oder Wertgegenstände. Bei verdächtigen Anrufen heißt es: sofort auflegen und die echte Polizei über den Notruf kontaktieren. Die emotionale Druckausübung durch angebliche Notfälle von Angehörigen sei ein typisches Merkmal dieser Betrugsmasche.
