Schockanrufe: Bankmitarbeiterin verhindert Betrug um 180.000 Euro in Thüringen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine aufmerksame Bankmitarbeiterin hat im thüringischen Dermbach im Wartburgkreis einen massiven Betrugsschaden verhindert. Am Dienstagnachmittag kontaktierten Betrüger eine Seniorin telefonisch und gaben sich als Mitarbeiter des Meininger Klinikums aus.
Die Anrufer behaupteten wahrheitswidrig, der Sohn der Frau sei schwer erkrankt und benötige eine sofortige Behandlung, für die eine Vorkasse von 180.000 Euro erforderlich sei.
Die geschockte Rentnerin begab sich daraufhin zu ihrer Hausbank, um die geforderte Summe zu beschaffen. Eine dortige Mitarbeiterin schöpfte jedoch rechtzeitig Verdacht und verständigte die Polizei, wodurch die Frau vor einem erheblichen Vermögensverlust bewahrt werden konnte.
Betrüger erbeuten bundesweit hohe Summen mit Schockanrufen
Der Vorfall in Thüringen reiht sich in eine Serie ähnlich gelagerter Taten ein. Am selben Tag meldete sich in Biberach gegen 17 Uhr ein Betrüger telefonisch als Chefarzt einer örtlichen Klinik bei einem Senior und gab an, dessen Tochter leide an Darmkrebs im Endstadium.
Zur Rettung sei ein teures Medikament aus der Schweiz nötig. Der Mann übergab daraufhin gegen 17.15 Uhr an seiner Wohnanschrift mehrere Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro an einen unbekannten Abholer. Die Polizei Biberach bittet Zeugen um Hinweise unter 07351/447-0.
Auch in Werl-Hilbeck nutzten die Kriminellen eine vergleichbare Legende. Gegen 10:15 Uhr gab sich eine Anruferin gegenüber einer Seniorin als Krankenschwester eines Krankenhauses in Lünen aus und leitete das Gespräch an einen angeblichen Arzt weiter. Dieser forderte 100.000 Euro für ein Medikament aus der Schweiz.
Die Seniorin händigte gegen 13 Uhr 22.000 Euro Bargeld sowie Schmuck im Wert von etwa 10.000 Euro an einen Unbekannten aus, womit ein Gesamtwert von rund 32.000 Euro entstand. Erst gegen 17 Uhr erreichte sie ihre Tochter, die wohlauf war. Zeugenhinweise nimmt die Polizei Werl-Hilbeck unter 02921 91000 entgegen.
In Rastatt forderte ein falscher Arzt am Dienstagnachmittag von einer über 70-jährigen Frau Geld für eine Notoperation ihres angeblich verunglückten Sohnes. Die Frau übergab an ihrer Wohnanschrift in der Industriestraße einen fünfstelligen Bargeldbetrag an zwei Unbekannte.
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Hinweise nimmt die Polizei Rastatt unter 07851/893-0 entgegen. In Hamm-Lohauserholz übergab ein 88-jähriger Mann nach einem Anruf eines angeblichen Arztes einen mittleren fünfstelligen Bargeldbetrag an einen Geldabholer. Am Folgetag registrierte die Polizei in Hamm drei weitere, erfolglose Versuche im Stadtgebiet.
In Wuppertal-Barmen brachte eine angebliche Pflegerin ein ukrainisches Seniorenehepaar um Geldbeträge im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Anruferin hatte eine Kautionsforderung nach einem angeblichen tödlichen Unfall vorgetäuscht.
Zu einem noch höheren Schaden kam es in Germering bei München: Dort übergab eine über 70-jährige Seniorin nach dem Anruf eines falschen Polizisten Gold, Bargeld und Schmuck im Wert von fast 500.000 Euro.
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Polizeisprecherin Katja Press vom Polizeipräsidium Ingolstadt Nord bezeichnete diesen Fall als eine der höchsten Summen, die man je verzeichnet habe. Hinweise nimmt die Polizei Germering unter 08141/6120 entgegen.
Energische Nachfragen und Verhaltensempfehlungen
Dass ein konsequentes Vorgehen vor Schäden schützt, bewies am Montagnachmittag eine 88-jährige Frau in Geretsried. Als ein falscher Arzt wegen einer angeblichen Darmkrebserkrankung ihres Sohnes Geld für Arzneien verlangte, stellte sie energische Nachfragen, woraufhin der Täter das Gespräch abbrach.
Die Polizei Wuppertal weist darauf hin, dass echte Polizeidienststellen niemals unter der Notrufnummer 110 im Telefondisplay anrufen. Bei unklaren Geldforderungen am Telefon sollte unverzüglich aufgelegt werden. Grundsätzlich dürfen niemals Bargeld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen ausgehändigt werden.
