Schockanruf-Rekord: Karlsruher Ehepaar verliert sechsstelligen Betrag
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:35 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders schwer traf es ein älteres Ehepaar in Karlsruhe – die Beute liegt im sechsstelligen Bereich. Die Ermittler sprechen von einem Rekordfall.
Schockanruf in Karlsruhe: Seniorin und Senior verlieren Vermögen
Bereits am vergangenen Freitag wurden die Senioren Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Ein Unbekannter gab sich als Mitarbeiter des Amtsgerichts aus. Seine Behauptung: Die Tochter des Paares habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Nur eine Kaution könne die angebliche Haftstrafe abwenden.
Gegen 18:10 Uhr übergaben die Betroffenen vor ihrem Wohnhaus in der Baischstraße eine Tasche. Inhalt: Bargeld, Schmuck und weitere Wertgegenstände. Der Abholer – beschrieben als korpulent mit dunklem Vollbart – flüchtete zu Fuß in Richtung Stephanienstraße. Die Kriminalpolizei Karlsruhe sucht Zeugen.
Welle der Betrugsfälle in Süddeutschland
Die Serie reißt nicht ab. In Stuttgart-Süd verlor ein 94-Jähriger Gold im Wert von mehreren Zehntausend Euro. Die Täter behaupteten, sein Sohn brauche dringend teure Medikamente. Auch hier übergab das Opfer die Wertsachen an einen Abholer vor der eigenen Wohnung.
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In Hammelburg zogen Betrüger am Dienstag eine 78-Jährige mit der gleichen Masche ab. Sie gaben sich am Telefon als ihre Tochter und ein Staatsanwalt aus. Die Frau verlor einen hohen vierstelligen Bargeldbetrag.
Neue Maschen: Vom Schockanruf zur Phishing-Falle
Neben klassischen Schockanrufen setzen die Täter zunehmend auf technische Tricks. Im Heidekreis verlor ein Mann einen fünfstelligen Betrag durch eine Kombination aus Phishing-Mails und manipulierten Telefonanrufen. Die Betrüger nutzten eine gefälschte Banknummer und lockten das Opfer auf eine täuschend echte Website. Dort autorisierte der Mann Sofortüberweisungen.
In Taunusstein verlor ein Senior am vergangenen Samstag einen größeren Geldbetrag. Ein angeblicher IT-Mitarbeiter seiner Hausbank hatte ihn kontaktiert.
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Grenzüberschreitende Dimension: Fast eine Million Euro verloren
Die Dimensionen des Telefonbetrugs zeigen sich auch international. In Oberösterreich verlor eine Pensionistin fast eine Million Euro durch Anlagebetrug. Die Täter agierten über Monate und gaben sich als Anwälte und Interpol-Beamte aus. Trotz polizeilicher Warnungen zahlte das Opfer weiter – die Betrüger übten psychologischen Druck und versprachen hohe Gewinne.
Polizei warnt: „Legen Sie sofort auf“
Die Behörden raten zu höchster Vorsicht. Offizielle Stellen wie Gerichte, Staatsanwaltschaften oder Banken fordern niemals telefonisch zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen auf.
Experten empfehlen: Bei solchen Anrufen sofort auflegen. Dann selbstständig bei Angehörigen oder der Hausbank anrufen – und zwar über die bekannten Rufnummern.
