Schmerztherapie in Sendenhorst: Dritte Gruppe versorgt bis zu 24 Betroffene
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chronische Schmerzerkrankungen stellen das Gesundheitssystem vor anhaltende Herausforderungen. Bei der Behandlung von Leiden des Bewegungsapparates oder von Krankheitsbildern wie der Fibromyalgie setzen Facheinrichtungen vermehrt auf flexible, teilstationäre Versorgungsmodelle.
Wie diese Transformation in der Praxis gestaltet wird, zeigt die Entwicklung im St. Josef-Stift Sendenhorst, das sein Behandlungsangebot im Bereich der multimodalen Schmerztherapie seit Juli 2026 um eine dritte Gruppe erweitert hat.
Ausbau der tagesklinischen Kapazitäten
Mit der neuen Gruppe können im St. Josef-Stift Sendenhorst nun bis zu 24 Patientinnen und Patienten parallel versorgt werden, wie das Portal wn.de Anfang Oktober 2026 berichtete. Das Angebot richtet sich gezielt an Personen mit chronischen Schmerzerkrankungen des Bewegungsapparates sowie an Fibromyalgie-Betroffene.
Strukturell ist die dritte Gruppe teilstationär beziehungsweise tagesklinisch konzipiert. Die Patienten absolvieren ihr intensives Therapieprogramm tagsüber in der Klinik und verbringen die Abende und Nächte im häuslichen Umfeld.
Für Betroffene mit längeren Anfahrtswegen besteht zudem die Option einer Unterbringung in einem Apartmenthaus vor Ort. Dieser Ansatz soll den Transfer der erlernten Schmerzbewältigungsstrategien in den persönlichen Alltag erleichtern, ohne dass die Kontinuität der medizinischen und therapeutischen Betreuung verloren geht.
Wandel durch Ambulantisierung
Die Erweiterung des Programms reflektiert einen grundlegenden Trend in der stationären Krankenhauslandschaft. Chefarzt Herbert Thier begründete den Ausbau mit dem fortschreitenden Trend zur Ambulantisierung in der Medizin.
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Während das tagesklinische Spektrum ausgebaut wird, wurden im Gegenzug manche rein stationären Angebote eingestellt. Die multimodale Schmerztherapie blickt an der Sendenhorster Fachklinik bereits auf eine längere Tradition zurück: Das spezialisierte Behandlungskonzept besteht dort seit dem Jahr 2015.
Die Schmerzmedizin reagiert mit solchen Schritten auf veränderte Versorgungsanforderungen. Ziel ist es, Betroffene nicht über längere Zeiträume aus ihrem sozialen und beruflichen Umfeld herauszulösen, sondern funktionale Fähigkeiten direkt unter alltagsnahen Bedingungen zu fördern und zu stabilisieren.
Interdisziplinäre Betreuung und Qualitätssicherung
Kennzeichnend für das multimodale Konzept ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen. Das Behandlungsteam am St. Josef-Stift umfasst neben dem ärztlichen und psychologischen Dienst auch speziell qualifizierte Schmerzpflegekräfte (Pain Nurses) sowie Fachkräfte aus der Ergotherapie sowie der Physio- und Bewegungstherapie.
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Um die Behandlungsstandards und die Eignung der Patienten für das jeweilige Setting zu überprüfen, nimmt die Klinik an einem Qualitätsvertragsprogramm mit gesetzlichen Krankenkassen und der Deutschen Schmerzgesellschaft teil.
Im Rahmen dieses Verfahrens werden im Vorfeld standardisierte Pre-Assessments durchgeführt, die den tatsächlichen Bedarf und die Therapiefähigkeit vor Beginn der Maßnahme strukturiert ermitteln. Für Interessierte und Zuweiser bietet die Einrichtung Informationen online über ihre Website sowie telefonisch unter 02526/300-1591 an.
