Schmerztherapie: Cannabis-Extrakt VER-01 schlägt Opioide um 16%
02.06.2026 - 12:31:12 | boerse-global.deDie medizinische Forschung entdeckt das volle Potenzial der Cannabispflanze – mit vielversprechenden Ergebnissen bei Krebserkrankungen, Schmerztherapie und sogar in der Materialwissenschaft.
CBG und CBC: Neue Waffen gegen Krebs
Forscher von Cannabics Pharmaceuticals haben spezifische Anti-Tumor-Eigenschaften der Cannabinoide CBG (Cannabigerol) und CBC (Cannabichromen) nachgewiesen. Eine im Januar 2020 veröffentlichte Studie zeigte, dass diese Substanzen Nekrose – also gezielten Zelltod – in menschlichen Magen-Darm-Krebszellen auslösen können.
Besonders bemerkenswert: Beide Cannabinoide erzielten höhere Nekrose-Raten als andere getestete Wirkstoffe. Die Wissenschaftler führen dies auf den sogenannten TPSA-Wert (topologische polare Oberfläche) der Moleküle zurück, der ihre Fähigkeit bestimmt, in Zellmembranen einzudringen. Das könnte den Weg für personalisierte Krebstherapien ebnen.
Durchbruch bei Schmerztherapie: Cannabis-Extrakt übertrifft Opioide
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am 18. Mai 2026 dem Cannabis-Extrakt VER-01 des Unternehmens Vertanical den begehrten „Breakthrough Therapy"-Status verliehen. Die Auszeichnung basiert auf Phase-3-Daten, die bereits im September 2025 im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurden.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: In einer Studie mit 820 Patienten erreichte VER-01 eine Schmerzreduktion von 2,50 Punkten – herkömmliche Opioide kamen nur auf 2,16. Auch die Schlafqualität verbesserte sich deutlich (2,52 gegenüber 2,07). Besonders relevant: Das Risiko für Verstopfung, eine häufige Nebenwirkung von Opioiden, sank um das Vierfache.
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Während die europäische Marktzulassung bereits für Juni 2026 erwartet wird, rechnet man in den USA frühestens 2028 mit einer vollständigen Zulassung.
Das körpereigene Cannabinoid-System: Schutzschild gegen Entzündungen
Die Erforschung des menschlichen Endocannabinoid-Systems liefert ebenfalls neue Erkenntnisse. Eine am 31. Mai 2026 im Journal of Pathology veröffentlichte Studie zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Mangel des Endocannabinoids 2-AG (2-Arachidonoylglycerol) und der Schwere einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Patienten mit schweren Verlaufsformen wiesen deutlich niedrigere 2-AG-Spiegel im Blut auf. In experimentellen Modellen gelang es den Forschern, durch die Wiederherstellung des 2-AG-Spiegels sowohl lokale als auch systemische Entzündungen zu reduzieren – begleitende Lungenschäden wurden ebenfalls gemildert. Das körpereigene Cannabinoid-System scheint eine schützende Rolle bei schweren Entzündungsreaktionen zu spielen.
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Hightech aus Hanf: Biokunststoff mit 92 Prozent Naturanteil
Auch industriell macht Hanf von sich reden. Die University of Connecticut präsentierte im Mai 2026 einen neuartigen Biokunststoff namens Polycannabidiol-Carbonat. Das Material besteht zu 92 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, ist kochendwasserbeständig und kann auf das 16-fache seiner Länge gedehnt werden. Ein weiterer Vorteil: Durch chemische Depolymerisation lässt es sich vollständig in CBD zurückverwandeln und recyceln.
Regulatorische Hürden: ECHA stuft CBD als reproduktionstoxisch ein
Doch die Euphorie wird gedämpft: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat im März 2026 vorgeschlagen, CBD als reproduktionstoxisch (Kategorie 1B) einzustufen. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Sollte sie bestätigt werden, hätte dies weitreichende Folgen – nicht nur für Hanf-basierte Kunststoffe, sondern auch für die pharmazeutische Produktion und Vermarktung von CBD-haltigen Medikamenten in Europa.
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