Schmerztherapie-Apps: 12 Millionen Deutsche erhalten digitale Hilfe
06.06.2026 - 05:39:59 | boerse-global.de
Ihr Zusammenspiel könnte chronische Entzündungen lindern.
Omega-3: Mehr als 80 Prozent bekommen zu wenig
EPA und DHA gelten als Schlüsselstoffe gegen Entzündungen. Eine Studie aus 2021 zeigt: Über 80 Prozent der US-Bevölkerung erreicht die empfohlene Tagesdosis von 1.000 mg nicht. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 85 Gramm Lachs.
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Die Fettsäuren wirken nicht nur beim Menschen. In der Tiermedizin setzen Tierärzte Omega-3 bei Hunden mit Hüft- oder Ellbogendysplasie ein. Besonders Rassen wie der Deutsche Schäferhund profitieren davon. Als Quellen dienen Fisch-, Krill- oder Algenöl.
Eine aktuelle Studie aus dem Journal of Nutrition (2026) entdeckte zudem einen Synergieeffekt: Die Kombination von DHA mit fermentierbaren Ballaststoffen wie Pektin beeinflusst bestimmte Zelltodprozesse. Getestet wurde das an Zellen, Mäusen und 30 Erwachsenen zwischen 50 und 75 Jahren.
Cocktail aus Kollagen, Weihrauch und Vitaminen
Moderne Supplemente setzen auf Wirkstoffmixe. Neben Kollagen (UC-II®) kommen Methylsulfonylmethan (MSM), Weihrauch-Extrakt und Hyaluronsäure zum Einsatz. Ergänzt wird das durch Mikronährstoffe:
- Vitamin C – wichtig für die Kollagenbildung und Knorpelfunktion
- Zink und Mangan – unterstützen den Knochenerhalt
- Kupfer – fördert gesundes Bindegewebe
Ernährungsexperten raten zudem, Zucker und Gluten zu reduzieren. Bei manchen Patienten lindert das die Schmerzen. Die Evidenz basiert allerdings meist auf klinischen Beobachtungen.
Mariendistel und Granatapfel: Neue Hoffnung aus der Natur
Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf spezifische Pflanzenstoffe. Silymarin aus der Mariendistel etwa neutralisiert freie Radikale und regt die Glutathion-Produktion an – bekannt für den Leberschutz, aber auch antioxidativ wirksam.
Noch spannender: Urolithin B. Dieser Darmmetabolit entsteht aus Ellagsäure, die in Granatäpfeln und Beeren steckt. Er schützt Mitochondrien und hemmt toxische Proteinablagerungen. Da Mitochondrien als zentrale Akteure des Alterns gelten, empfehlen Forscher das 30-20-16-Konzept: Bewegung, Entspannung und intermittierendes Fasten.
Vorsicht vor hochdosierten Präparaten
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Trotz aller Potenziale: Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel. Professorin Dr. Mona Tawab vom Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker warnt: Rund die Hälfte der Bevölkerung halte Supplemente fälschlicherweise für geprüfte Medikamente. Hochdosierte Präparate können Wechselwirkungen auslösen. Blutwertmessungen vor der Einnahme sind daher ratsam.
Digitale Hilfe für 12 Millionen Schmerzpatienten
Allein in Deutschland leiden über 12 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Seit Juni 2026 bieten erste Krankenkassen spezielle Schmerztherapie-Apps an. Die Programme basieren auf der Pain Reprocessing Therapy (PRT) und sollen die Schmerzwahrnehmung in drei Monaten umtrainieren – mit täglichen Übungsmodulen.
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