Schleswig-Holstein spart 15 Millionen Euro: LibreOffice statt Microsoft
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 20:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Document Foundation hat die neueste Version ihrer Open-Source-Bürosuite, LibreOffice 26.8, für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux freigegeben. Das Update, das in 120 Sprachen zur Verfügung steht, entstand unter Beteiligung von 206 Mitwirkenden, darunter 155 Freiwillige.
Die aktuelle Version konzentriert sich auf technische Verfeinerungen in der Textverarbeitung, erweiterte Tabellenfunktionen sowie eine verbesserte Interoperabilität mit Microsoft-Formaten.
Technische Neuerungen in Writer und Calc
Eine wesentliche Neuerung in der Textverarbeitung Writer ist die Einführung eines sogenannten Paragraph Composers. Dieser soll Wortabstände über Zeilen hinweg harmonisieren und so ein ausgeglicheneres Schriftbild ermöglichen.
Zudem unterstützt die Software nun OpenType-Variable-Fonts. Für Anwender, die mit umfangreichen Dokumenten arbeiten, bietet die neue Version zudem eine gesteigerte Performance beim Öffnen großer Dateien, die Bildmaterial enthalten.
In der Tabellenkalkulation Calc wurde der Funktionsumfang um einen Shuffle-Befehl sowie die Möglichkeit erweitert, berechnete Felder in Pivot-Tabellen zu nutzen. Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag zudem auf der Handhabung von OOXML-Charts. LibreOffice 26.8 kann nun Diagrammtypen wie Wasserfall-, Treemap-, Sunburst-, Trichter-, Pareto- sowie Box-and-Whisker-Charts besser erhalten.
Eine direkte Bearbeitung oder Darstellung dieser spezifischen Diagramme ist zwar derzeit nicht vorgesehen, die Erhaltung der zugrundeliegenden Datenstrukturen beim Dateiaustausch wurde jedoch optimiert. Zusätzlich wurde eine experimentelle Unterstützung für Chartex integriert.
Designoptionen und Benutzeroberfläche
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Bei der Gestaltung der Benutzeroberfläche setzt die Foundation weiterhin auf Wahlfreiheit. Während das Konkurrenzprodukt Microsoft Office primär auf die Ribbon-Oberfläche setzt, die von Kritikern mitunter als wenig ergonomisch für fortgeschrittene Nutzer eingestuft wird, bietet LibreOffice die sogenannte Notebookbar als optionale Tabbed-Oberfläche an.
In der Version 26.8 erhält diese modulspezifische Farben und erlaubt den Wechsel zwischen den Registerkarten mittels Mausrad. Auch Theme-Änderungen werden nun ohne Verzögerung übernommen, und Windows-Nutzer erhalten dedizierte Maximieren-Buttons innerhalb der Oberfläche.
Datenschutz und wirtschaftliche Bedeutung
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Ein zentrales Merkmal der neuen Veröffentlichung ist der bewusste Verzicht auf Branchentrends wie integrierte KI-Funktionen, Telemetrie oder die Fernverarbeitung von Daten. Die Document Foundation unterstreicht damit die Ausrichtung auf Datenschutz und lokale Souveränität.
Das Programm bleibt zudem frei von einer Abonnement-Pflicht. Um die Finanzierung des Projekts nachhaltig zu sichern, wurde ein Spendenbanner im Start Center der Suite platziert.
Die wirtschaftliche Relevanz der Open-Source-Lösung verdeutlichen großflächige Migrationen in der öffentlichen Verwaltung. In der Branche wird dabei häufig auf das Beispiel Schleswig-Holstein verwiesen. Das Bundesland migrierte im Jahr 2025 bereits 80 % der Arbeitsplätze auf LibreOffice. Den Berichten zufolge lassen sich durch diesen Schritt jährlich rund 15 Millionen Euro einsparen.
