Schlaganfallrisiko, Hoher

Schlaganfallrisiko: Hoher CTI und Frailty-Index erhöhen die Hazard Ratio auf 2,42

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kohortenanalysen verbinden CTI und Gebrechlichkeit mit Schlaganfällen; TyG-BMI und Entzündungswerte liefern weitere Hinweise auf Gesundheitsrisiken.
Eine medizinische Pipette auf einer sterilen weißen Laboroberfläche als Symbol für wissenschaftliche Stoffwechselanalysen. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen analysieren verstärkt den Zusammenhang zwischen dem Triglyzerid-Glukose-Index, spezifischen Entzündungsmarkern und dem Auftreten von Schlaganfällen sowie kardiometabolischer Multimorbidität. Neuere epidemiologische Erhebungen liefern detaillierte Einblicke in die Aussagekraft dieser kombinierten Stoffwechselparameter für die Risikobeurteilung chronischer Gefäß- und Stoffwechselleiden.

Zusammenspiel von Stoffwechsel- und Gebrechlichkeitsmarkern

In der prospektiven chinesischen CHARLS-Kohortenstudie mit 8.755 zu Beginn schlaganfallfreien Personen wurden im weiteren Verlauf 515 Schlaganfälle dokumentiert.

Die voll adjustierten Analysen ergaben für einen hohen CRP-Triglycerid-Glucose-Index (CTI) eine Hazard Ratio von 1,62 (95% CI 1,35–1,95) und für einen hohen Frailty-Index (FI) einen wert von 1,53 (95% CI 1,25–1,87).

In der kombinierten Betrachtung beider Messgrößen gegenüber der Referenzgruppe mit jeweils niedrigen Werten stieg das Risiko bei hohem CTI und niedrigem FI auf eine Hazard Ratio von 1,88 (95% CI 1,51–2,35).

Lag ein niedriger CTI bei gleichzeitig hohem FI vor, betrug die Hazard Ratio 2,05 (95% CI 1,51–2,79). Bei gleichzeitig hohen Werten in beiden Indizes erreichte die Hazard Ratio 2,42 (95% CI 1,81–3,24).

Zwischen dem CTI und dem Gebrechlichkeitsindex zeigte sich keine signifikante additive, jedoch eine signifikante multiplikative Interaktion. Das kombinierte Modell erzielte eine höhere Vorhersagekraft für Schlaganfälle als die Einzelindikatoren, wobei die Resultate in Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen stabil blieben.

Da die Daten auf Beobachtungen beruhen, liegt kein Kausalitätsnachweis vor; die Übertragbarkeit bleibt auf chinesische Erwachsene mittleren und höheren Alters begrenzt.

Vorhersagewert für kardiometabolische Multimorbidität

Eine Auswertung der CHARLS-Daten im Zeitraum von 2015 bis 2020 bei 4.597 Teilnehmern verzeichnete 528 Fälle neu aufgetretener kardiometabolischer Multimorbidität. Der 2011 gemessene Ausgangswert des TyG-BMI war mit einer Hazard Ratio von 1,28 (95% CI 1,17–1,40 pro Anstieg um eine Standardabweichung) mit dem Auftreten dieser Multimorbidität assoziiert.

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Für den kumulativen Durchschnitt des TyG-BMI im Intervall von 2011 bis 2015 ergab sich eine Hazard Ratio von 1,25 (95% CI 1,14–1,37), während ein 2015 ermittelter Landmark-Wert eine Hazard Ratio von 1,19 (95% CI 1,09–1,30) aufwies.

Die dynamische Veränderung des Parameters über denselben Zeitraum war dagegen nicht unabhängig assoziiert (HR 0,96; 95% CI 0,89–1,04). Der zusätzliche prognostische Nutzen des TyG-BMI fiel in der Bootstrap-korrigierten Modellverbesserung gering aus (?AUC 0,004; 95% CI -0,0002 bis 0,0076).

Entzündungsprozesse im kardiometabolischen Syndrom

Messungen aus den NHANES-Erhebungen von 2015 bis 2018 an 4.315 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren verdeutlichen einen sukzessiven Anstieg des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hsCRP) entlang der Stadien des kardiovaskulär-renalen metabolischen Syndroms (CKM).

Der mittlere hsCRP-Wert kletterte von 1,09 mg/L in Stadium 0 um 89 Prozent auf 2,06 mg/L in Stadium 1, gefolgt von 2,75 mg/L in Stadium 2, 2,80 mg/L in Stadium 3 und 2,79 mg/L in Stadium 4. Damit wird die Schwelle von 2 mg/L bereits ab dem ersten Stadium überschritten.

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Laut einer im August 2026 in der Fachzeitschrift Diabetes, Obesity and Metabolism publizierten Untersuchung geht dieser Anstieg in Stadium 1 mit einer Erhöhung des Mortalitätsrisikos einher (HR 1,14 pro Einheit).

Ergänzende Analysen im Rahmen der Dalian Health Management Cohort an 48.304 Personen im Untersuchungszeitraum von 2014 bis 2025 mit einem medianen Follow-up von 4,74 Jahren zeigten zudem eine erhöhte Rate chronischer Nierenerkrankungen beim Vergleich der Extremquartile des TyG-Taillenumfangs (TyG-WC, adjustierte HR 2,48; 95% CI 1,89–3,26).

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