Schlaganfall und Demenz: 70% der Fälle wären vermeidbar
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 09:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weltweit leben rund 3,4 Milliarden Menschen mit neurologischen Störungen. Schlaganfall und Demenz zählen zu den häufigsten Ursachen für Behinderungen und Todesfälle. Doch ein Großteil der Erkrankungen ließe sich verhindern – durch gezielte Kontrolle von Risikofaktoren.
Schlaganfall: Die goldene Stunde entscheidet
Allein in Deutschland registrieren Ärzte jährlich rund 270.000 Schlaganfälle und 300.000 neue Demenzfälle. Die Zahlen sind alarmierend – aber nicht schicksalhaft. Medizinische Experten schätzen: 70 Prozent der Schlaganfälle und 45 Prozent der Demenzerkrankungen wären vermeidbar. Entscheidend sind Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchgewohnheiten.
Bei Schlaganfällen kommt es auf jede Minute an. Die sogenannte „goldene Stunde“ – die ersten 60 Minuten nach Symptombeginn – ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Das FAST-Schema hilft, Warnsignale zu erkennen: Gesichtslähmungen, Armlähmungen, Sprachstörungen. Das Zeitfenster für eine effektive Akutbehandlung beträgt bis zu 4,5 Stunden.
Demenz: Neue Leitlinie der WHO
Am 15. Juli 2026 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation eine überarbeitete Leitlinie zur Demenzprävention. Kognitive Stimulation und soziale Aktivitäten werden darin bedingt empfohlen. Klare Absage erteilt die WHO jedoch Vitaminpräparaten, Hormontherapien und Schlafmittel-Behandlungen zur reinen Demenzprävention – die Evidenzlage sei unzureichend.
Theoretisch ließe sich fast jeder zweite Demenzfall verhindern. In der Praxis ist eine Halbierung des individuellen Risikos laut Experten oft unrealistisch.
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Bewegung und Ernährung schützen das Gehirn
Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Produktion des BDNF-Proteins – ein Wachstumsfaktor, der für die neuronale Gesundheit essenziell ist. Hinzu kommen ausreichende Hydration, geistige Aktivität und die Überwachung des Vitamin-B12-Spiegels. Ein Mangel kann Gedächtnisprobleme auslösen.
Internationale Initiativen fordern mehr Einsatz
Am heutigen Mittwoch startete eine globale Kampagne unter dem Motto „Brain Health: Access for All“. Angelini Pharma und die Universität Bern unterstützen die „Brain Health Challenge 2026“ mit Kurzvideo-Aktionen zur Aufmerksamkeit für das Thema.
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Parallel bietet Maria Shriver ein dreitägiges Programm mit Übungen für Gedächtnis und Konzentration an. Die Alzheimer’s Association startete die Initiative „(re)think your brain“ mit einem Sechs-Schritte-Plan zur langfristigen Erhaltung kognitiver Fähigkeiten.
In Australien fordern führende Mediziner der University of Melbourne eine nationale Hirngesundheitsstrategie. Ziel: Früherkennung verbessern und Zugang zu spezialisierter Versorgung vereinheitlichen. Auch in Indien werden Forderungen nach besserer Aufklärung laut – dort steigt die Zahl der Schlaganfälle bei jüngeren Menschen.
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