Schlaganfall-Therapie, Astragalus

Schlaganfall-Therapie: Astragalus wirkt über die Darm-Hirn-Achse

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zu Astragalus, Huangqi und Danshen zeigen bei Schlaganfallmodellen mögliche Schutzmechanismen über Darmflora und Zellwege

TCM-Forschung: Pflanzenstoffe zeigen Potenzial beim Schlaganfall
Getrocknete Astragalus-Wurzelscheiben und Salvia miltiorrhiza auf einer dunklen Laboroberfläche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die pharmazeutische Forschung an Verbindungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) liefert neue Belege für deren Potenzial bei der Behandlung von ischämischen Schlaganfällen. Mehrere Untersuchungen aus dem August 2026 beleuchten dabei insbesondere die molekularen Wirkmechanismen von Astragalus-Polysacchariden und Kombinationspräparaten sowie deren Einfluss auf die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse.

Astragalus-Polysaccharid und die Darm-Hirn-Achse

Eine im August 2026 im Chinese Journal of Natural Medicines veröffentlichte Studie befasst sich mit der Wirkung von Astragalus-Polysaccharid (ASP) bei einem ischämischen Schlaganfall. In Versuchen mit einem MCAO-Mausmodell (Middle Cerebral Artery Occlusion) stellten Forscher fest, dass ASP die Infarktgröße reduzierte und die neurologischen Werte der Probanden dosisabhängig verbesserte.

Der Wirkmechanismus scheint maßgeblich über die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse zu verlaufen. Laut der Studie fördert ASP das Wachstum von Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren (SCFA) produzieren. Parallel dazu führt die Behandlung zu einer Senkung der Lipopolysaccharid-Werte (LPS) und einer Hemmung des TLR4/MAPK/NF-?B-Signalwegs.

Ein entscheidender Befund der Untersuchung ist, dass der protektive Effekt von ASP bei einer gleichzeitigen Antibiotika-Behandlung nicht nachweisbar war, was die zentrale Rolle der Darmflora unterstreicht. Ergänzend dazu zeigten klinische Beobachtungen an 13 Patienten mit ischämischem Schlaganfall deutlich erhöhte Serum-LPS-Werte im Vergleich zu 17 gesunden Kontrollpersonen.

Synergie von Huangqi und Danshen in der Schlaganfalltherapie

Weitere Forschungsergebnisse des Xijing-Krankenhauses, die im August 2026 in der Fachzeitschrift Phytomedicine erschienen, untersuchten die Kombination der Heilpflanzen Huangqi (Astragalus) und Danshen (Salvia miltiorrhiza). In einem MCAO-Mausmodell erwies sich ein Mischungsverhältnis von 3:2 als am effektivsten, um neurologische Defizite, das Infarktvolumen sowie Neuronenschäden zu minimieren.

Mithilfe künstlicher Intelligenz (SSA-BP) optimierten die Wissenschaftler die Kombination der Wirkstoffe. Dabei wurden fünf Kernkomponenten identifiziert, welche die Blut-Hirn-Schranke überwinden können: Astragalosid IV, Astragalosid II, Rosmarinsäure, Tanshinon IIA und Calycosin.

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Der therapeutische Effekt beruht den Analysen zufolge auf der Regulierung der Mitophagie über das Protein FUNDC1 sowie der Hemmung der Ferroptose über die Signalwege GPX4, SLC7A11 und Nrf2.

Die Bedeutung von Ginsenosiden bei Neurodegeneration

Ein Review in den Molecular Biology Reports von Ende August 2026 widmete sich der Gruppe der Ginsenoside, darunter die Varianten Rb1, Rg1 und Rg3. Diese Inhaltsstoffe zeigen laut der Auswertung Potenzial bei der Unterdrückung von Ferroptose, einem eisenabhängigen programmierten Zelltod, der bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und ALS eine Rolle spielt.

Die Zielproteine dieser Wirkung sind NRF2, GPX4 und ACSL4. Als Herausforderung für die pharmazeutische Anwendung gilt jedoch weiterhin die geringe orale Bioverfügbarkeit der Ginsenoside. Fachleute weisen in diesem Zusammenhang auf den Bedarf an fortschrittlichen Nanosystemen hin, um die Wirkstoffaufnahme zu verbessern.

Klinische Warnsignale und therapeutische Formeln

In der klinischen Praxis betonen taiwanesische TCM-Mediziner die Bedeutung von Warnsignalen vor einem drohenden Schlaganfall. Pathophysiologisch wird das Ereignis häufig mit den Konzepten von „Schleim und Blutstase“ in Verbindung gebracht. Zur Behandlung kommen verschiedene klassische Formeln zum Einsatz, darunter Wen Dan Tang, Xue Fu Zhu Yu Tang und Tian Ma Gou Teng Yin.

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Zusätzlich wird der Einsatz von Ginkgoblättern zur Förderung der Durchblutung hervorgehoben. Mediziner warnen zudem davor, dass wiederkehrende Schlaganfälle in der Regel einen deutlich schwereren klinischen Verlauf zeigen als Erstereignisse. Die aktuelle Studienlage deutet darauf hin, dass die Integration dieser pflanzlichen Verbindungen in künftige Therapieprotokolle zur Neuroprotektion beitragen könnte.

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