Schlaganfall: Langsamere Informationsverarbeitung erhöht das Risiko um 66 Prozent
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine nachlassende geistige Leistungsfähigkeit im sechsten Lebensjahrzehnt kann auf ein spürbar erhöhtes Risiko für einen späteren Schlaganfall hindeuten. Dies belegt eine schwedische Untersuchung im Fachblatt Journal of the American Heart Association, über die am 30. September 2026 berichtet wurde. Die Analyse zeigt auf, wie kognitive Parameter bei Menschen zwischen 60 und 69 Jahren mit vaskulären Ereignissen im Alter verknüpft sind.
Spezifische Risikomuster bei Sechzigjährigen
Die Erhebung analysierte verschiedene kognitive Bereiche getrennt voneinander. Für die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen ergaben sich dabei deutliche statistische Auffälligkeiten:
- Eine niedrigere allgemeine Denkfähigkeit ging mit einem um 86 Prozent höheren Schlaganfallrisiko einher.
- Geringere Werte bei der Gedächtnisleistung waren mit einem um 68 Prozent erhöhten Risiko verbunden.
- Eine verringerte Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit war mit einem 66 Prozent höheren Risiko verknüpft.
Bemerkenswert ist die zeitliche Eingrenzung des Phänomens: Bei Personen im Alter von 70 bis 79 Jahren sowie bei Teilnehmenden ab 80 Jahren zeigte sich dieses Muster nicht.
Datengrundlage aus mehr als zwei Dekaden
Die zugrundeliegenden Daten stammen aus der schwedischen Kohortenstudie „Good Aging in Skåne“. Erfasst wurden 4.912 Erwachsene im Alter von 60 bis 80+ Jahren, von denen 46 Prozent Männer waren. Die Erhebung der Daten erstreckte sich über den Zeitraum von 2001 bis 2023.
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Die Teilnehmenden wurden im Durchschnitt über 12,3 Jahre nachbeobachtet. Während dieses Beobachtungszeitraums wurden 572 Schlaganfälle registriert, womit über 10 Prozent der Teilnehmenden einen ersten Schlaganfall erlitten. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, liefert das Design einen statistischen Zusammenhang, ist jedoch nicht mit einem formalen Kausalitätsnachweis verbunden.
Epidemiologische Einordnung und Hirnveränderungen
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Die neuen Befunde fügen sich in das breitere epidemiologische Bild ein. Forschende verweisen darauf, dass laut der US-Gesundheitsbehörde CDC das Schlaganfallrisiko nach dem Alter von 55 Jahren alle 10 Jahre um das Doppelte steigt. Zudem erleidet rein statistisch einer von vier Erwachsenen im Laufe des Lebens einen Schlaganfall.
Hinsichtlich altersbedingter Gehirnveränderungen ordnete Askemyr ein, dass stille Hirnverletzungen rund 70 Prozent der über 70-Jährigen betreffen. Dieser Umstand könnte erklären, weshalb kognitive Tests insbesondere bei noch jüngeren Senioren im Alter zwischen 60 und 69 Jahren als früher Indikator für drohende zerebrovaskuläre Vorfälle fungieren können.
