Schlaganfall bei Jüngeren: Über 40 Stunden Arbeit pro Woche erhöht Risiko
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 rückt berufliche Faktoren bei Gefäßerkrankungen in jüngeren Altersgruppen in den Mittelpunkt. In der im Fachblatt International Journal of Stroke erschienenen Arbeit untersuchten Ahmad Nehme und Dr. Linxin Li von der Universität Oxford die Ursachen für das zunehmende Auftreten von Schlaganfällen bei jüngeren Erwachsenen. Demnach gelten regelmäßige Arbeitszeiten von über 40 Stunden pro Woche als eine mögliche Ursache für diesen gesundheitlichen Trend.
Deutlicher Anstieg bei Menschen unter 55 Jahren
Die im Rahmen des Reviews der Universität Oxford zusammengetragenen Daten verdeutlichen eine gegenläufige Entwicklung zwischen den Generationen. Zwischen 2002 und 2018 verzeichneten die Forschenden bei den unter 55-Jährigen einen Anstieg der Schlaganfallrate um 67 Prozent. Im selben Zeitraum sank die Rate bei den über 55-Jährigen hingegen um 15 Prozent.
Die Dimension des Problems ist auch auf globaler Ebene sichtbar: Weltweit ereignen sich jährlich fast 2,8 Millionen Schlaganfälle bei Personen unter 55 Jahren. Damit widerlegen die statistischen Auswertungen die verbreitete Annahme, dass ein Schlaganfall ausschließlich als Erkrankung des fortgeschrittenen Alters anzusehen ist.
Mehrere Umwelt- und Belastungsfaktoren als Auslöser
Neben überlangen Wochenarbeitszeiten hebt das Forscherteam weitere Einflüsse hervor, die für das veränderte Risikoprofil eine Rolle spielen könnten. Als zusätzliche mögliche Ursachen nennt die Übersichtsarbeit chronischen Stress sowie die Belastung durch Luftverschmutzung.
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Die Kombination aus anhaltender beruflicher Belastung und äußeren Umweltfaktoren könnte demnach zu Gefäßschäden beitragen, die das Risiko für ein akutes vaskuläres Ereignis bereits in jüngeren Lebensphasen signifikant erhöhen.
Hohe Fallzahlen auch in Deutschland
Die Auswertung der weltweiten Trends deckt sich mit Erhebungen auf nationaler Ebene. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe sind etwa 20 Prozent aller Schlaganfall-Patienten jünger als 55 Jahre. Bezogen auf das gesamte Bundesgebiet sind das jährlich rund 30.000 Betroffene unter 55 Jahren.
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Diese Zahlen unterstreichen die Relevanz präventiver Ansätze in der Arbeitswelt. Neben der klassischen medizinischen Vorsorge rücken Fragen der Arbeitsorganisation und der Belastungsgrenzen im Berufsalltag verstärkt in den Fokus, um Risiken für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen bei Erwerbstätigen frühzeitig einzudämmen.
