Schlafstörungen bei Brustkrebs: 49,2 statt 78,9 Prozent nach Ernährungsberatung
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schlafstörungen gehören zu den belastenden Begleiterscheinungen einer Chemotherapie bei Krebserkrankungen. Eine im Fachjournal Supportive Care in Cancer im Jahr 2026 veröffentlichte randomisierte Studie der Jiangnan University liefert nun wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie eine gezielte Ernährungsumstellung die Beschwerden von Patientinnen lindern kann.
Die Untersuchung belegt, dass eine Schulung zu entzündungsarmer Kost sowohl die Schlafqualität als auch das allgemeine Wohlbefinden während der Krebsbehandlung messbar verbessert.
Gezielte Ernährungsbildung über zwölf Wochen
In der randomisierten Untersuchung der Jiangnan University wurden 132 Brustkrebspatientinnen begleitet, die sich einer Chemotherapie unterzogen und zugleich unter Schlafstörungen litten.
Die Teilnehmerinnen wurden über einen Zeitraum von zwölf Wochen in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine gezielte Ernährungsbildung zur Umsetzung einer entzündungsarmen Kost, während die Vergleichsgruppe im Rahmen der üblichen klinischen Versorgung weiterbetreut wurde. Insgesamt 116 Frauen schlossen die zwölfwöchige Studienphase vollständig ab.
Die Intervention zielte darauf ab, den Betroffenen praktische Grundlagen für eine antiinflammatorische Ernährung zu vermitteln, um den durch Therapie und Erkrankung ausgelösten Entzündungsprozessen entgegenzuwirken.
Signifikante Reduktion schwerer Schlafprobleme
Die Auswertung nach Ablauf der zwölf Wochen zeigte deutliche Unterschiede zwischen den beiden Versuchsgruppen. Bei den 116 Patientinnen, die die Studie beendeten, lag der Anteil jener mit klinisch relevanten Schlafstörungen – definiert über einen Wert von mindestens 8 auf dem Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) – in der Interventionsgruppe bei 49,2 Prozent. In der Kontrollgruppe mit üblicher Versorgung wiesen hingegen 78,9 Prozent der Teilnehmerinnen diesen Wert auf.
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Auch in der umfassenden Intention-to-treat-Analyse bestätigte sich der Vorteil der Ernährungsschulung. Beim PSQI-Wert ergab sich ein signifikanter Vorteil von ? ?2,10 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von ?3,01 bis ?1,18. Parallel dazu verbesserte sich die von den Patientinnen angegebene Lebensqualität deutlich mit einem Wert von ? +14,07 (95-Prozent-Konfidenzintervall: 8,61 bis 19,52).
Rückgang biologischer Entzündungsmarker
Neben den subjektiv erfassten Parametern untersuchten die Wissenschaftler der Jiangnan University auch die biologischen Reaktionen im Körper der Patientinnen. Dabei zeigte sich, dass die Umstellung auf die entzündungsarme Ernährung mit messbaren Veränderungen im Entzündungsstatus einherging.
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Die proinflammatorischen Marker Interleukin-1-beta (IL-1?), Interleukin-6 (IL-6) sowie das C-reaktive Protein (CRP) sanken im Studienverlauf ab. Im Gegenzug verzeichneten die Forschenden einen Anstieg des entzündungshemmenden Botenstoffs Interleukin-10 (IL-10).
Finanziert wurde die Forschungsarbeit durch die National Natural Science Foundation of China. Die Daten verdeutlichen das Potenzial ernährungsbasierter Interventionen als ergänzende Maßnahme, um chemotherapiebedingte Begleitsymptome bei Brustkrebs auf biologischer wie auch auf klinischer Ebene abzumildern.

