Schlafstörungen, Krankmeldungen

Schlafstörungen: 2,8-fach längere Krankmeldungen bei Betroffenen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei anhaltender Insomnie gilt Verhaltenstherapie als erste Wahl; Entspannungsübungen und feste Schlafgewohnheiten können sie ergänzen.
Ein minimalistisch eingerichtetes, ruhiges Schlafzimmer bei Tagesanbruch mit weichem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Medizinische Fachbeiträge betonen zunehmend die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Behandlung von Schlafstörungen, die über eine reine Symptomlinderung hinausgeht. Neben fundierten therapeutischen Verfahren rücken dabei auch Entspannungsmethoden wie das autogene Training als ergänzende Maßnahme in den Mittelpunkt.

Hintergrund ist die Erkenntnis, dass anhaltende Schlafprobleme tiefgreifende Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit haben und isolierte medikamentöse Interventionen selten eine dauerhafte Lösung bieten.

Hohe Belastung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Schlafmediziner heben hervor, dass unzureichender Schlaf weitreichende Konsequenzen für den Alltag hat. Wie Fachleute um Dr. Hans-Günter Weeß und PD Dr. med. Caroline Mann unterstreichen, mindert schlechter Schlaf sowohl die Produktivität als auch die Kreativität und die allgemeine Gesundheit.

Die gesamtgesellschaftliche Dimension dieser Problematik spiegeln auch Erhebungen des Gesundheitswesens wider. So wies eine Barmer-Studie aus dem Jahr 2019 nach, dass Menschen mit Schlafstörungen im Schnitt 2,8-fach länger krankgemeldet sind als Personen ohne entsprechende Beeinträchtigungen.

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Tritt die Problematik dauerhaft auf, sprechen Mediziner von einer chronischen Erkrankung. Der Schlafmediziner Corrado Garbazza vom Zentrum für Chronobiologie an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel definiert eine chronische Insomnie über Ein- und Durchschlafstörungen oder ein zu frühes Erwachen, das an mindestens drei Tagen pro Woche über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftritt und mit Beeinträchtigungen am Tage einhergeht.

Bleibt dieser Zustand unbehandelt, steigen laut Garbazza langfristig die Risiken für psychische Erkrankungen sowie für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselleiden.

Risiken klassischer Schlafmittel erfordern alternative Ansätze

In der akuten Behandlung wird häufig auf Arzneimittel zurückgegriffen, doch Experten warnen vor einer langfristigen Einnahme. Nach Angaben von Garbazza dürfen klassische Schlafmittel wie Benzodiazepine aufgrund des ausgeprägten Toleranz- und Abhängigkeitsrisikos nur über einen eng begrenzten Zeitraum hinweg verschrieben werden.

Um das Problem an der Ursache anzugehen, gilt heute die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie als medizinische Therapie der ersten Wahl bei ausgeprägten oder chronischen Verläufen.

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Dieser therapeutische Standard zielt darauf ab, eingefahrene Gedanken- und Verhaltensmuster zu durchbrechen, die Betroffene nachts wachhalten. Begleitend dazu empfehlen Fachmediziner strukturierte Maßnahmen der Schlafhygiene. Dazu zählen ein verlässlicher Schlaf-Wach-Rhythmus, ein ruhiger Übergang in die Nachtruhe, eine Reduzierung von Lichtquellen am Abend sowie regelmäßige körperliche Bewegung.

Entspannungsverfahren als ergänzende Säule

Um den Teufelskreis aus Anspannung und Schlaflosigkeit zu durchbrechen, gewinnen ganzheitliche Methoden an Bedeutung. Entspannungstechniken wie das autogene Training oder gezielte Atemübungen können Betroffenen helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und die für das Einschlafen erforderliche körperliche Entspannung einzuleiten.

Die Verbindung aus kognitiver Verhaltenstherapie, konsequenter Schlafhygiene und körperorientierten Entspannungsmethoden gilt in Fachkreisen als erfolgversprechender Weg, um Schlafstörungen nachhaltig zu bewältigen und die Lebensqualität langfristig wiederherzustellen.

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