Schlafphasen: Höherer REM-Anteil korreliert mit geringerem Risiko für 83 Krankheiten
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 00:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine detaillierte Analyse von Schlafdaten liefert neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen bestimmten Schlafphasen und langfristigen Gesundheitsrisiken.
Eine im Fachjournal PLOS Medicine veröffentlichte Untersuchung unter Leitung von Shengzhi Sun an der Capital Medical University widmete sich der Frage, wie sich unterschiedliche Schlafstadien – insbesondere der sogenannte REM-Schlaf – auf das Auftreten neurodegenerativer und kardiovaskulärer Erkrankungen auswirken.
Umfassende Auswertung von Sensordaten
Die Wissenschaftler der Capital Medical University griffen für ihre Analyse auf Datensätze von 95.559 Teilnehmern der britischen UK Biobank zurück. Die Schlafcharakteristika der Probanden wurden über sieben Tage hinweg mittels Handgelenk-Sensoren erfasst. Im Rahmen der anschließenden Nachbeobachtung, die im Median 8,9 Jahre umfasste, untersuchte das Team insgesamt 1.049 Krankheitsendpunkte.
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft den REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), jene Phase, in der die intensivsten Traumaktivitäten des Menschen stattfinden. Den Berechnungen der Forscher zufolge war ein höherer Anteil an REM-Schlaf mit einem verringerten Risiko für 83 von 156 untersuchten Krankheiten assoziiert.
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Zu den Krankheitsbildern, bei denen ein statistischer Zusammenhang mit einem höheren REM-Schlafanteil festgestellt wurde, zählten unter anderem Demenz, Alzheimer, Parkinsonismus und Multiple Sklerose sowie Herzschwäche, Vorhofflimmern und die koronare Herzkrankheit.
Differenzierte Effekte von Tiefschlaf und Schlafdauer
Neben den Traumphasen beleuchtete das Forschungsteam auch die Rolle des Tiefschlafs. Ein höherer Tiefschlafanteil war mit einem geringeren Risiko für sieben Krankheitsbilder verbunden. Dazu gehörten Typ-2-Diabetes, schwere Depression, Schlafapnoe und Parkinson.
Zusätzlich analysierte die Capital Medical University die Gesamtdauer der Nachtruhe. Für 69 Krankheitsbilder erwies sich eine Zeitspanne von 6 bis 8 Stunden als statistisch am günstigsten.
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Dagegen zeigte sich bei Personen mit einer Schlafdauer von unter 5 Stunden im Vergleich zur Gruppe mit 6 bis 8 Stunden Schlaf ein erhöhtes Risiko bei 37 von 41 relevanten Zusammenhängen.
Methodische Einordnung der Ergebnisse
Um Verzerrungen durch Vorerkrankungen zu minimieren, führten die Wissenschaftler Sensitivitätsanalysen durch. Nach dem Ausschluss von Diagnosen, die in den ersten zwei Jahren der Nachbeobachtung gestellt wurden, blieben rund 60 Prozent der Ergebnisse weiterhin statistisch signifikant.
Die Autoren betonen jedoch die methodischen Grenzen der Arbeit: Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie. Aus den statistischen Assoziationen lässt sich kein kausaler Nachweis ableiten, ebenso wenig eine dokumentierte präventive Wirkung gezielter Schlafveränderungen auf das Krankheitsrisiko. Die Daten verdeutlichen vielmehr komplexe epidemiologische Muster zwischen der Schlafarchitektur und dem späteren Auftreten chronischer Beschwerden.
