Schkeuditz, Spaziergang

Schkeuditz: 22-Jähriger entkommt bei begleitetem Spaziergang aus Maßregelvollzug

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der 22-Jährige floh während eines begleiteten Spaziergangs; die Polizei sucht im Raum Leipzig und rät von eigener Annäherung ab.

Schkeuditz: Polizei fahndet nach entwichenen Maßregelvollzug-Patienten
Eine alte Backsteinmauer eines psychiatrischen Klinikgeländes bei Dämmerung in einer bewaldeten Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Nach dem Entweichen eines Patienten aus einer psychiatrischen Facheinrichtung in Nordsachsen laufen umfangreiche polizeiliche Suchmaßnahmen. Am 25. September 2026 floh der 22-jährige Muhamad M. gegen 16 Uhr während eines begleiteten Spaziergangs aus dem Maßregelvollzug des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz.

Die Einrichtung befindet sich an der Leipziger Straße in Schkeuditz, einer Stadt mit rund 19.200 Einwohnern im Landkreis Nordsachsen unmittelbar vor den Toren Leipzigs.

Vorfall bei begleitetem Ausgang in Schkeuditz

Die Flucht ereignete sich im Rahmen eines sogenannten Probespaziergangs auf dem Klinikgelände. Muhamad M. befand sich seit Mitte Oktober 2025 in Altscherbitz, wo er seit dem Jahr 2025 zunächst einstweilig untergebracht war.

Im Juli 2026 ordnete das Landgericht Leipzig im Rahmen eines Sicherungsverfahrens die dauerhafte Unterbringung im Maßregelvollzug an. Das Gericht stufte ihn wegen einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis als schuldunfähig ein.

Nach Angaben der Klinik hatte sich das Krankheitsbild des 22-Jährigen über mehrere Monate hinweg stabilisiert. Aus Sicht der behandelnden Fachkräfte hätten vor dem Ausgang keine Hinweise auf eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorgelegen. Unmittelbar nach dem Entweichen suchte ein Großaufgebot der Polizei die Umgebung der Klinik in Schkeuditz ab, die Fahndungsmaßnahmen blieben vor Ort jedoch ohne Erfolg.

Hintergründe der Unterbringung und Tatvorwürfe

Der Unterbringung des Mannes liegen schwere Straftaten zugrunde. Muhamad M. wird vorgeworfen, in der Nacht zum 9. August 2025 auf der Leipziger Eisenbahnstraße einem Mann das Mobiltelefon entwendet und ihm anschließend mit einer 20 Zentimeter langen Messerklinge lebensgefährliche Verletzungen in Brust und Lunge zugefügt zu haben. Das Opfer überlebte den Angriff durch eine Notoperation.

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Die Polizei sucht weiterhin nach dem aus dem Maßregelvollzug in Schkeuditz entwichenen 22-Jährigen — eine Gefahr schließen die Ermittler aufgrund der bisherigen Taten nicht aus. Wer den Gesuchten sieht, sollte nicht selbst eingreifen, sondern direkt den Notruf 110 wählen. Unser kostenloser Leitfaden fasst zusammen, wie Sie sich in den nächsten Tagen richtig verhalten. Kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern

Zudem stehen Vorwürfe der versuchten schweren räuberischen Erpressung in zwei Fällen im Raum. Muhamad M. soll einen Barbetreiber bedroht und dabei Drohungen ausgesprochen haben, wonach er den Betreiber töten könne, selbst aber unantastbar sei, begleitet von religiösen Ausrufen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig nannte bei ihren Mitteilungen zum aktuellen Fahndungsgesuch weder den Namen noch die konkreten früheren Taten des Mannes.

Öffentliche Fahndung und Warnhinweise der Polizei

Nach dem Entweichen genehmigte die Staatsanwaltschaft eine öffentliche Fahndung, zudem wurde ein Vollstreckungs- und Haftbefehl erlassen. Der Gesuchte ist etwa 1,78 Meter groß, von hagerer Statur und wirkt optisch wie 20 bis 25 Jahre alt. Er trägt einen schwarzen Igelschnitt sowie einen Vollbart. Neben persischer Muttersprache spricht er gebrochen Deutsch. Bekleidet war er zuletzt mit einer hellblauen Windjacke, blauen Jeans und Turnschuhen.

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Polizeisprecher Paul Engelmann (36) betonte, dass eine Gefahr aufgrund der bisherigen Taten nicht auszuschließen sei. Personen, die den Flüchtigen sehen, sollten nicht eigenmächtig eingreifen, sondern direkt den Notruf 110 wählen.

Die Ermittler vermuten den Aufenthalt von Muhamad M. im Raum oder Großraum Leipzig. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Leipzig in der Dimitroffstraße 1, 04107 Leipzig, unter der Telefonnummer 0341/96646666 sowie jede Polizeidienststelle entgegen.

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