Schizophrenie-Therapie, Evenamide-Studie

Schizophrenie-Therapie: Evenamide-Studie mit 996 Patienten gestartet

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Newron erhöhte im ersten Halbjahr 2026 die F&E-Ausgaben auf 14,6 Millionen Euro. Studienfortschritte und Finanzierung prägen den weiteren Kurs.

Newron Pharmaceuticals steigert Forschungsausgaben für Evenamide deutlich
Ein steriles, helles Labor mit Glasgefäßen und wissenschaftlichen Geräten in einer klinischen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Geschäftsentwicklung des biopharmazeutischen Unternehmens Newron Pharmaceuticals war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 maßgeblich durch eine Intensivierung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten geprägt. Während die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken, standen strategische Fortschritte in der klinischen Pipeline und die Sicherung der langfristigen Finanzierung im Fokus der Unternehmensführung.

Finanzielle Kennzahlen im Zeichen verstärkter Forschung

Die Bilanz für das erste Halbjahr 2026 weist einen deutlichen Anstieg der Investitionen in die klinische Forschung aus. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) beliefen sich in diesem Zeitraum auf 14,6 Millionen Euro, was eine signifikante Steigerung gegenüber den 6,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 darstellt.

Diese Entwicklung korrespondiert mit einem Rückgang der Umsatzerlöse, die im Berichtszeitraum bei 3,2 Millionen Euro lagen, nachdem im ersten Halbjahr des Vorjahres noch 11,9 Millionen Euro erzielt worden waren.

Infolge der höheren F&E-Investitionen weitete sich der Nettoverlust im ersten Halbjahr 2026 auf 16,4 Millionen Euro aus. Im Vergleich dazu hatte der Verlust im Vorjahreszeitraum lediglich 0,1 Millionen Euro betragen.

Auch der operative Mittelverbrauch spiegelt diese Dynamik wider: Newron verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2026 einen Mittelabfluss von 10,8 Millionen Euro, während im ersten Halbjahr 2025 noch ein Mittelzufluss von 33,4 Millionen Euro generiert werden konnte.

Fortschritte im klinischen Programm für Evenamide

Im Zentrum der operativen Tätigkeit steht die Entwicklung des Wirkstoffs Evenamide zur Behandlung der therapieresistenten Schizophrenie (TRS). Für die Studie ENIGMA-TRS 1 konnte im September 2026 das Screening abgeschlossen werden, wobei der letzte von insgesamt 996 Patienten gescreent wurde.

Die Zielrekrutierung von mindestens 600 Patienten wird für Mitte Oktober 2026 erwartet. Laut Zeitplan des Unternehmens ist die Veröffentlichung der sogenannten 12-Wochen-Top-Line-Ergebnisse für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

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Parallel dazu gibt es Entwicklungen bei der Studie ENIGMA-TRS 2. Die Rekrutierung in den USA war dort bereits im April 2026 unterbrochen worden, nachdem ein Todesfall außerhalb der Vereinigten Staaten aufgetreten war. Eine Wiederaufnahme der Rekrutierung wird nach der entsprechenden Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erwartet.

Ein wichtiger Meilenstein für die langfristige Vermarktung ist zudem die Erteilung eines Stoffpatents für Evenamide durch das Europäische Patentamt (EPA), welches den Schutz des Wirkstoffs bis zum Jahr 2044 sicherstellt.

Finanzierungsstrategie und Liquiditätslage

Trotz der hohen Ausgaben verfügte Newron per 30. Juni 2026 über liquide Mittel in Höhe von 32,9 Millionen Euro, was eine Steigerung gegenüber dem Stand zum Jahresende 2025 (28,9 Millionen Euro) bedeutet.

Nach dem Ende der Berichtsperiode im September 2026 ergab sich zudem ein positiver Effekt auf den Bankbestand in Höhe von rund 11,0 Millionen Euro. Dies hängt unter anderem mit einer Meilensteinzahlung des Partners EA Pharma/Eisai zusammen, die sich auf 5,5 Millionen Euro belief.

Zur weiteren Absicherung der klinischen Entwicklung hat Newron eine Finanzierung von bis zu 38 Millionen Euro strukturiert. Davon sind bereits 20,5 Millionen Euro gezeichnet. Weitere 5,5 Millionen Euro werden bis zum 30. November 2026 erwartet.

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Der verbleibende Betrag von 12 Millionen Euro ist an den erfolgreichen Ausgang der ENIGMA-TRS-Studie gebunden. Flankiert wird die finanzielle Stabilität durch die Verlängerung der Kreditlaufzeit bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) bis Juni 2028.

Die Aktie des Unternehmens notierte im Umfeld der Berichterstattung bei einem Kurs von 11,24 Schweizer Franken, was einem leichten Zuwachs von 0,90 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach.

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