Schaeffler, Roboter

Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: Tausend Maschinen bis 2032

04.05.2026 - 14:34:35 | boerse-global.de

Schaeffler forciert mit Partnerschaften und eigener Fabrik in China den Einstieg in die humanoide Robotik und positioniert sich als zentraler Zulieferer.

Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: Tausend Maschinen bis 2032 - Foto: über boerse-global.de
Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: Tausend Maschinen bis 2032 - Foto: über boerse-global.de

Mit gleich mehreren strategischen Partnerschaften und einer eigenen Fertigungsstätte in China positioniert sich das Unternehmen als zentraler Akteur in der aufstrebenden Branche. Die Botschaft aus Herzogenaurach ist klar: Humanoide Roboter sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern werden zum festen Bestandteil der industriellen Fertigung.

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Partnerschaft mit Hexagon Robotics: Tausend Roboter für die globale Produktion

Bereits Ende April, auf der Hannover Messe, besiegelte Schaeffler eine erweiterte Technologiepartnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen Hexagon Robotics. Im Fokus stehen hochpräzise Strain-Wave- und Planetengetriebe-Aktuatoren – quasi die Muskeln für Hexagons humanoid Robotter der Baureihe AEON. Die Zusammenarbeit baut auf einem erfolgreichen Pilotprojekt aus dem Jahr 2025 auf, bei dem AEON-Einheiten bereits eigenständig Maschinen bedienten und Bauteile prüften.

Bis 2032 will Schaeffler mindestens 1.000 AEON-Roboter in seinem globalen Produktionsnetzwerk einsetzen. Dr. Jochen Schröder, COO des Konzerns, bezeichnete die hauseigene Aktuator-Plattform als technologisches Rückgrat für künftige humanoide Systeme. „Diese Komponenten sind essenziell, um solche Roboter für den breiten industriellen Einsatz tauglich zu machen", so Schröder. Hexagon-Präsident Arnaud Robert betonte, der AEON sei speziell für den Industriemarkt entwickelt worden – mit räumlicher Intelligenz und Sensorfusion, die messbaren Mehrwert liefern.

China-Strategie: Eigene Firma für Robotik-Komponenten

Parallel zur Schweizer Partnerschaft treibt Schaeffler den Markteintritt in China voran. Bereits im März ging das Unternehmen eine erste Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Leju Robotics Technology ein. Ziel ist der Einsatz von Robotern in der intelligenten Fabrikinspektion, Logistik und Anlagenbedienung. Bis 2035 soll eine vierstellige Zahl humanoiden Roboter in Schaefflers eigenen Werken arbeiten.

Noch einen Schritt weiter ging der Konzern Ende Februar mit der Gründung von Schaeffler Embodied Intelligent Robotics (Taicang) in Suzhou. Die neue Tochter entwickelt und fertigt essenzielle Robotik-Komponenten – von Wälzlagern über Planetenrollengewindetriebe bis hin zu Präzisionsgetrieben, Motoren und Sensoren. Die Anlage ist mehr als eine Fabrik: Sie beherbergt ein Forschungszentrum und einen Rechencluster. „Wir behandeln Robotik als datenintensive Industrie, nicht als reine Hardware", heißt es aus dem Unternehmen. 5G-Konnektivität und digitale Zwillinge sollen die Entwicklung von „verkörperter Intelligenz" beschleunigen.

Dr. Yilin Zhang, Regionalchef für Großchina, betonte, die humanoide Robotik sei ein strategisches Geschäftsfeld mit enormem Potenzial im chinesischen Markt. Mit der eigenen Firma vor Ort will Schaeffler seine Präsenz in Chinas schnell wachsendem Industrie-Ökosystem stärken.

Internationale Allianzen: Von Großbritannien bis in die USA

Die jüngsten Ankündigungen sind das Ergebnis eines kontinuierlichen Aufbaus von Partnerschaften, der Ende 2024 begann. Schaeffler setzt bewusst auf mehrere Anbieter – das ermöglicht es, verschiedene Plattformen zu testen und gleichzeitig die eigenen Komponenten zu vermarkten.

Anfang 2026 unterzeichnete Schaeffler eine strategische Technologiepartnerschaft mit der britischen Firma SKL Robotics, die unter dem Namen Humanoid auftritt. Der Vertrag umfasst die Lieferung von Aktuatoren und den Kauf mehrerer hundert humanoider Einheiten über fünf Jahre. Gemeinsam wollen die Partner Roboterdaten sammeln, um KI-Modelle zu trainieren. Artem Sokolov, Gründer von Humanoid, sieht in der großflächigen Einführung bei Schaeffler den ultimativen Test für Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Bereits im November 2025 startete Schaeffler eine Kooperation mit dem deutschen Unternehmen Neura Robotics. Auch hier gilt das Prinzip: Schaeffler liefert Aktuatoren, Neura liefert Roboter. Beide arbeiten am „Neuraverse", einem kognitiven Ökosystem, das physischer KI helfen soll, schneller zu lernen.

Den Anfang machte Ende 2024 eine 10-Millionen-Dollar-Investition in die US-Firma Agility Robotics. Deren „Digit"-Roboter übernahmen in Schaefflers nordamerikanischen Werken Materialtransport und Logistik – und lieferten die ersten Betriebsdaten, die den Weg für den aktuellen Großausbau ebneten.

Aktuatoren als Rückgrat: Technologie-Strategie im Detail

Der Kern von Schaefflers Wertschöpfung in der Robotik liegt in acht Produktfamilien spezialisierter Komponenten. Branchenexperten schätzen, dass Aktuatoren und Antriebskomponenten etwa die Hälfte aller Teile eines humanoiden Roboters ausmachen. Mit hochpräzisen Strain-Wave-Getrieben und Planetengetriebe-Aktuatoren – Produkte, die bereits den Hermes Award gewannen – sichert sich Schaeffler eine Rolle als bevorzugter Zulieferer, selbst für Unternehmen, die später zu Wettbewerbern werden könnten.

CEO Klaus Rosenfeld hat mehrfach betont, dass Schaeffler eine führende Rolle im wachsenden Humanoiden-Markt anstrebt. Der Wandel vom traditionellen Automobil- und Industriezulieferer zum „Motion Technology Company" bedeutet den Schritt hin zu komplexen mechatronischen Systemen.

Neben der Hardware setzt Schaeffler auf Software und Daten. Tausende Roboter in den eigenen Werken generieren einen massiven Strom an Echtzeitdaten für die physische KI. Diese Daten werden genutzt, um Roboterfähigkeiten zu verfeineren – durch Teleoperation und synthetische Datengenerierung. Das Ziel: Roboter, die komplexe, nicht repetitive Aufgaben übernehmen können, die bisher dem Menschen vorbehalten waren.

Ausblick: Humanoide als Standard der Industrie

Schaefflers Strategie deutet auf eine Zukunft hin, in der humanoide Roboter zum Standard in der Industrie gehören. Die geplante vierstellige Zahl an Humanoiden bis 2035 zeigt, dass der Konzern mit einer hohen Reife der Technologie innerhalb des Jahrzehnts rechnet.

Die Doppelrolle als Kunde und Zulieferer verschafft Schaeffler eine einzigartige Rückkopplungsschleife: Verbesserungen an den verkauften Aktuatoren werden durch die Leistungsdaten der gekauften Roboter angetrieben. Diese Synergie soll Integrationszyklen verkürzen und die Kosten der industriellen Automatisierung senken.

Der Markt für humanoide Roboter bleibt hart umkämpft. Doch Schaefflers früher und aggressiver Vorstoß, Partnerschaften in Europa, Nordamerika und Asien zu sichern, hat eine robuste globale Präsenz geschaffen. Die nächste Phase dürfte den Übergang von Beta-Einsätzen in den Jahren 2026 und 2027 zum kommerziellen Vollbetrieb bringen – wenn humanoide Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten, in der Logistik, an Maschinen und in der intelligenten Fabrikinspektion.

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