Schaeffler, Roboter

Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: 2030 im Masseneinsatz

19.05.2026 - 04:02:46 | boerse-global.de

Schaeffler plant tausende humanoide Roboter bis 2030. Figure AI beweist in einem Dauertest die Ausdauer der Maschinen.

Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: 2030 im Masseneinsatz - Foto: über boerse-global.de
Schaeffler setzt auf humanoide Roboter: 2030 im Masseneinsatz - Foto: über boerse-global.de

Die industrielle Automation erreicht eine neue Dimension: Erstmals gehen Großkonzerne von Experimentierphasen zur flächendeckenden Nutzung humanoider Roboter über. Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat Anfang Mai einen Vertrag zur Integration einer vierstelligen Zahl autonomer Maschinen bis 2030 unterzeichnet. Zeitgleich stellte das US-Unternehmen Figure AI in einem spektakulären Live-Test unter Beweis, dass die Maschinen in der Logistik fast so schnell arbeiten wie Menschen.

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Der Wettlauf gegen die Zeit: Mensch gegen Maschine

Am 18. Mai 2026 lieferte sich der Figure 03-Roboter namens „Jim" im kalifornischen San Jose ein packendes Duell mit der menschlichen Praktikantin Aime. Zehn Stunden lang sortierten beide Pakete in einem Hochgeschwindigkeits-Wettbewerb, der live im Internet übertragen wurde. Das Ergebnis: Der Mensch siegte mit 12.924 Paketen knapp vor dem Roboter mit 12.732 Stück. Die Geschwindigkeit lag bei 2,79 Sekunden pro Paket für die Mitarbeiterin, der Roboter folgte mit 2,83 Sekunden.

Doch der entscheidende Vorteil zeigte sich erst auf lange Sicht: In einem 81-stündigen Dauertest ohne menschlichen Eingriff sortierte „Jim" beeindruckende 101.391 Pakete – rund 28.000 pro Tag. Eine Leistung, die kein Mensch ohne Pausen und Erholungszeiten erreichen kann.

Technologische Sprünge: KI als Schlüssel

Die jüngsten Fortschritte verdanken sich vor allem der Helix-02-KI-Plattform, die Sehen, Fühlen und Gleichgewicht in einem System vereint. Die Roboterfinger erkennen Druck bis zu drei Gramm – empfindlich genug, um zerbrechliche Ware zu handhaben. Zudem können die Maschinen ihre Akkus eigenständig wechseln, ohne menschliche Hilfe.

Figure AI, aktuell mit rund 40 Milliarden Euro bewertet, will innerhalb von vier Jahren 100.000 humanoide Roboter an die Industrie ausliefern. Ein ambitioniertes Ziel, das die Branche grundlegend verändern könnte.

Schaefflers Masterplan für die Fabrik der Zukunft

Der am 13. Mai 2026 unterzeichnete Vertrag sieht eine gestaffelte Einführung vor. Bereits im Dezember 2026 startet eine Pilotphase in ausgewählten Schaeffler-Werken. Gelingt die Erprobung, sollen bis 2030 mehrere tausend Einheiten in der Produktion und Logistik des Herzogenauracher Konzerns arbeiten.

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Die Kosten für humanoide Roboter variieren stark: Je nach Komplexität und Tragfähigkeit liegen sie zwischen 11.000 und 162.000 Euro. Zum Vergleich: Herkömmliche Industrieroboter – 2024 wurden weltweit 542.000 neue Einheiten installiert – sind oft günstiger, aber weniger flexibel. Besonders kollaborative Roboter legten 2024 um 12 Prozent auf über 64.000 Einheiten zu.

Markt konsolidiert sich: ABB plant Börsengang

Der Schweizer Industriekonzern ABB treibt unter CEO Morten Wierod die Abspaltung seiner Robotik-Sparte voran. Ein Börsengang soll der Einheit mehr unternehmerische Freiheit geben, während sich ABB auf das Elektifizierungsgeschäft konzentriert.

Gleichzeitig formiert sich Widerstand gegen die autonome Flut. In Philadelphia brachten Lokalpolitiker am 14. Mai ein Gesetz ein, das Lieferroboter auf Gehwegen mit einem Aufschlag von 1.000 Euro pro Lieferung belegen soll. Die Begründung: Die 70 Kilogramm schweren Maschinen würden die Bürgersteige verstopfen.

Deutschland muss aufholen, warnt ZVEI-Präsident

Daniel Hager, Chef der Hager Group und designierter Präsident des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie), mahnt: „Europa muss Bürokratie abbauen und Innovationen beschleunigen." Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie steht für 225 Milliarden Euro Jahresumsatz und fast eine Million Beschäftigte. Hager sieht die Gefahr, dass Europa im KI- und Robotik-Wettlauf den Anschluss verliert.

Autonome Lkw und medizinische Roboter

Neben humanoiden Maschinen gewinnen auch andere autonome Systeme an Fahrt. In Marysville, Ohio, startet diesen Sommer ein Pilotprojekt mit fahrerlosen Elektro-Lkw (SAE-Level 4), die von menschlichen Operatoren ferngesteuert werden. Amazon Indien kündigte an, seine Elektroflotte bis 2028 auf 1.000 Lkw auszubauen.

Im medizinischen Bereich setzt das Landesklinikum Hallein in Österreich Maßstäbe: Dort wurde Mitte Mai die 1.000. Operation mit dem Da-Vinci-Chirurgieroboter durchgeführt – ein Beleg für den Siegeszug der Präzisionsrobotik auch im Gesundheitswesen.

Ausblick: Vom Experiment zur Selbstverständlichkeit

Die jüngsten Tests und Verträge zeigen: Humanoide Roboter sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern werden zum betriebswirtschaftlichen Faktor. Der entscheidende Vorteil liegt nicht in höherer Geschwindigkeit, sondern in der Ausdauer und Zuverlässigkeit über Stunden und Tage hinweg. Mit dem erfolgreichen 81-Stunden-Test Mitte Mai ist die technische Hürde der Zuverlässigkeit genommen. Nun geht es um die wirtschaftliche Integration – und die Frage, wie viele Arbeitsplätze dadurch verschwinden werden.

Tesla rechnet damit, dass vollautonome Fahrzeuge ohne menschliche Überwachung noch 2026 in den USA zugelassen werden. Erste Einsätze laufen bereits in Austin, Dallas und Houston. Die Automation schreitet auf allen Ebenen voran – von der Fabrikhalle über die Straße bis zum Gehweg. Schaefflers Pilotprojekt Ende 2026 wird zeigen, ob die ambitionierten Ziele für 2030 tatsächlich erreichbar sind.

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