Schach, Demenz

Schach gegen Demenz: 74-Prozent-Schutz durch regelmäßiges Spielen

18.06.2026 - 07:31:47 | boerse-global.de

Studien belegen: Tägliches Gehirntraining verbessert die Denkfähigkeit bis ins hohe Alter. Schach senkt das Demenzrisiko um 74 Prozent.

Gehirntraining: Kurze Übungen beugen kognitivem Verfall vor
Schach - Ältere Menschen konzentrieren sich auf Gehirntraining: Schach spielen, Rätsel lösen und ein Tablet für kognitive Spiele verwenden. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Schon kurze Trainingseinheiten helfen – und das bis ins hohe Alter.

Eine Untersuchung des Center for BrainHealth an der University of Texas at Dallas wertete Daten von knapp 4.000 Erwachsenen zwischen 19 und 94 Jahren aus. Das Ergebnis: Bereits fünf bis 15 Minuten tägliches Gehirntraining verbessern den sogenannten BrainHealth Index. Besonders auffällig: Probanden in den 80ern und 90ern profitierten ebenfalls – und Teilnehmer mit den niedrigsten Startwerten machten die größten Fortschritte.

Schach senkt Demenzrisiko um 74 Prozent

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Ältere Langzeitstudien untermauern den Trend. Eine Untersuchung im New England Journal of Medicine über 21 Jahre kam zu einem klaren Ergebnis: Regelmäßiges Schachspielen senkt das Demenzrisiko um 74 Prozent. Lesen (35 Prozent) und Kreuzworträtsel (38 Prozent) schnitten deutlich schlechter ab. Der Grund: Schach fordert das Arbeitsgedächtnis und visuell-räumliche Funktionen besonders stark.

Doch nicht jede geistige Aktivität wirkt gleich. Neurowissenschaftler warnen vor der chronischen Auslagerung von Denkarbeit an Künstliche Intelligenz. Das Prinzip: „Use it or lose it“. Studien zeigten bereits, dass intensive GPS-Nutzung das räumliche Gedächtnis schwächt.

Social Media als Gedächtniskiller

Eine Untersuchung der Camilo-José-Cela-Universität in Madrid aus dem Juni 2026 belegt zudem: Problematische Social-Media-Nutzung hinterlässt Spuren. Teilnehmer, die täglich mehr als fünf Stunden scrollten, berichteten von deutlich häufigeren Gedächtnislücken – etwa beim Einhalten von Terminen.

Videospiele können dagegen positive Effekte haben. Frühere Studien des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigten, dass regelmäßiges Spielen die graue Substanz in Hirnarealen vergrößert, die für strategisches Denken und Feinmotorik zuständig sind.

Prävention beginnt mit 20

Die Universität Leipzig lieferte im Mai 2026 neue Erkenntnisse zur Früherkennung. Eine Studie im Fachjournal Alzheimer's & Dementia, basierend auf der NAKO-Gesundheitsstudie mit rund 150.000 Teilnehmern, identifizierte Risikofaktoren bereits bei 20- bis 39-Jährigen: Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen. Bei älteren Probanden rücken Bluthochdruck und koronare Herzkrankheiten in den Fokus.

Experten schätzen: Rund 36 Prozent der Demenzfälle in Deutschland gehen auf solche beeinflussbaren Faktoren zurück.

Niedriger Blutdruck als Alzheimer-Risiko

Eine Untersuchung im Journal of the American Heart Association vom Juni 2026 liefert zudem Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und erhöhtem Alzheimer-Risiko. Von zehn untersuchten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigte Hypotonie die stärkste Korrelation. Ob der niedrige Blutdruck Ursache oder Folge ist, bleibt unklar.

Neue Medikamente in der Pipeline

Parallel zur Prävention schreitet die Pharmaforschung voran. Das schwedische Unternehmen AlzeCure Pharma meldete Mitte Juni 2026 den erfolgreichen Abschluss einer Phase-1b-Studie für den Wirkstoff ACD856. Die Substanz wurde gut vertragen und erreichte die angestrebte Konzentration im Liquor.

An der ETH Zürich stellten Forscher im Juni 2026 den Wirkstoff CPD10 vor. In Mäuseversuchen unterbrach er eine schädliche Kettenreaktion in Nervenzellen. Durch Stabilisierung des Enzyms GRK2 an den Mitochondrien sicherte er die Energieversorgung der Zellen und reduzierte Beta-Amyloid-Plaques. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

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Bewegung plus Denken: Das Dual-Task-Prinzip

Als besonders effektiv gilt das sogenannte Dual-Task-Training – die Kombination aus körperlicher und geistiger Forderung. Ein Paradebeispiel ist der Orientierungslauf, der Ausdauer, Koordination und räumliches Denken vereint. Ein EU-Projekt entwickelt derzeit digitalisierte Trainingsmethoden, um diese Sportart breiter zugänglich zu machen.

Fachleute empfehlen zur allgemeinen Sturz- und Demenzprävention täglich 30 Minuten Bewegung, idealerweise ergänzt durch Kraft- und Balancetraining. Das fördert die neuronale Vernetzung und die physische Stabilität im Alter.

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