Scattered, Spider

Scattered Spider: 19-Jähriger nach 100-Millionen-Euro-Erpressungen verhaftet

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mutmaßliches Scattered-Spider-Mitglied Peter Stokes in die USA überstellt. Die Gruppe soll über 100 Millionen Euro erpresst haben.

Scattered Spider: 19-jähriger Hacker nach Finnland-Festnahme in USA
Dunkler Serverraum mit blauen und roten Leuchten, die Cybersicherheitsinfrastruktur und digitale Bedrohungsaktivität darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die internationale Jagd auf die berüchtigte Hackergruppe Scattered Spider hat einen spektakulären Erfolg erzielt. Ein 19-jähriger Mann mit US-amerikanischer und estnischer Staatsbürgerschaft wurde nach seiner Festnahme in Finnland in die USA überstellt. Peter Stokes steht im Zentrum schwerwiegender Anschuldigungen: Computerbetrug, Verschwörung und Einbruch in fremde Computersysteme.

Die US-Behörden werfen der Gruppe Scattered Spider mehr als 100 gezielte Netzwerkangriffe vor. Die erpressten Lösegeldforderungen belaufen sich auf über 100 Millionen Euro. Die Täter sollen besonders perfide vorgegangen sein: Sie kombinierten aggressive Social-Engineering-Methoden mit technischen Tricks, um in Unternehmensnetzwerke einzudringen.

Millionen-Forderung an Juwelier

Konkret wird Stokes vorgeworfen, an einer Erpressung gegen einen namhaften Luxusjuwelier beteiligt gewesen zu sein. Die Hacker forderten umgerechnet 8 Millionen Euro in Kryptowährung. Das Unternehmen zahlte nicht – doch der Schaden war dennoch immens: Rund 2 Millionen Euro musste die Firma für Schadensbegrenzung und Systemwiederherstellung aufbringen.

Die Gruppe soll zudem britische Handelsketten wie Co-op und Marks & Spencer attackiert haben. Die genauen Schäden dort sind noch Gegenstand laufender Ermittlungen.

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Chaos bei Londoner Verkehrsbetrieben

Ein besonders schwerer Fall steht im Zusammenhang mit dem Angriff auf Transport for London (TfL) im Jahr 2024. Die Hacker legten damals das kontaktlose Bezahlsystem lahm, blockierten die Oyster-Card-Rückerstattung und erbeuteten sensible Kundendaten. Die Folgen waren dramatisch: Fahrgäste standen vor geschlossenen Schranken, der öffentliche Nahverkehr in der britischen Hauptstadt war tagelang beeinträchtigt.

Experten beziffern den Gesamtschaden des TfL-Angriffs auf umgerechnet rund 45 Millionen Euro.

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Helfershelfer verurteilt

In diesem Zusammenhang wurden bereits zwei weitere mutmaßliche Scattered-Spider-Mitglieder verurteilt: Thalha Jubair und Owen Flowers erhielten Haftstrafen für ihre Beteiligung am TfL-Hack. Vor Gericht argumentierten Jubairs Anwälte, ihr Mandant sei von Hintermännern manipuliert und in die kriminellen Aktivitäten hineingezogen worden.

Internationale Großfahndung

Die Festnahme von Stokes war das Ergebnis einer konzertierten Aktion mehrerer Strafverfolgungsbehörden. Das FBI, die finnische Nationale Ermittlungsbehörde (NBI) und die britische National Crime Agency (NCA) arbeiteten eng zusammen. Interpol koordinierte die internationale Fahndung.

Die US-Behörden sehen Scattered Spider weiterhin als eine der gefährlichsten Cyberkriminalitätsgruppen weltweit. Der Fall gegen Stokes soll nun vor einem US-Bundesgericht verhandelt werden. Die Ermittler jagen bereits die nächsten Mitglieder des Netzwerks – die Frage ist nicht, ob weitere Festnahmen folgen, sondern wann.

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