Saugroboter-Markt: 2,1 Millionen Geräte verkauft, Absatz steigt um 94 Prozent
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 19:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Markt für Saugroboter verzeichnet eine dynamische Entwicklung, bei der technologische Fortschritte und zunehmende Automatisierung die Haushaltsführung effizienter gestalten sollen. Aktuelle Branchenanalysen beleuchten den Zustand des Segments, das durch stark gestiegene Absatzzahlen, neue mechanische Lösungen und einen intensiven Wettbewerb unter den führenden Herstellern geprägt ist.
Starkes Marktwachstum bei sinkenden Durchschnittspreisen
Wie aus Branchendaten hervorgeht, wurden im deutschen Markt im Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 insgesamt 2,1 Millionen Geräte abgesetzt. Dies entspricht einem Anstieg von 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Parallel dazu kletterte der Gesamtumsatz um 68 Prozent auf über 1 Milliarde Euro. Gleichzeitig gab das durchschnittliche Preisniveau nach: Der Durchschnittspreis sank von 584 auf 506 Euro pro Gerät.
An der Marktspitze kam es zu Verschiebungen. Laut Erhebungen von IDC für das erste Quartal 2026 steht Dreame bei Absatz und Umsatz weltweit an erster Stelle und verdrängte damit den Mitbewerber Roborock.
In Europa sicherte sich Dreame bereits seit dem Jahr 2025 einen Marktanteil von 27,6 Prozent, nachdem Roborock im Vorjahr bei rund 27 Prozent gelegen hatte. Nach eigenen Angaben wuchs Dreame sechs Jahre in Folge um jeweils über 100 Prozent jährlich.
Heißwasser, Kletterfähigkeiten und neue Spitzenwerte
Die Gerätegenerationen des Jahres 2026 zeichnen sich durch immer höhere Saugkraftangaben und spezialisierte Wischsysteme aus. Im Testfeld von Fachmedien erreichte der MOVA V70 Ultra Complete X eine Bewertung von 98 von 100 Punkten. Das für 1.399 Euro geführte Modell arbeitet mit einer Saugleistung von 40.000 Pascal, einer um 12 Zentimeter ausfahrbaren Seitenbürste sowie einem um 16 Zentimeter ausfahrbaren Mopp-Aufsatz.
Über das StepMaster System 2.0 bewältigt das Gerät Stufen von bis zu 9 Zentimetern über zwei kombinierte Stufen zu je 4,5 Zentimetern, während einzelne Kanten bis 5 Zentimeter überwunden werden können. Zum Ausstattungsumfang gehören unter anderem eine beutellose EcoCyclone-Station, acht Wischmopp-Aufsätze und zwei komplette Sätze Hauptbürsten.
Ebenfalls von MOVA stammt der Z70 Ultra Roller Complete (Testnote 96/100 im Juni 2026), der für 1.399 Euro beziehungsweise zu einem Messepreis von 949 Euro auf der IFA 2026 gelistet wurde. Er nutzt eine mit 800 Umdrehungen pro Minute rotierende Wischwalze, 18 Newton Anpressdruck, 12 Hochdruckdüsen und 100 Grad heißes Wasser bei einer Saugleistung von 36.000 Pascal.
2,1 Millionen verkaufte Saugroboter in Deutschland, 94 Prozent mehr Absatz als im Vorjahr — und der Durchschnittspreis ist von 584 auf 506 Euro gefallen. Wer jetzt kauft, hat die größte Auswahl, aber auch die größte Verwirrung: Saugkraft, Wischsysteme, Navigation. Unser kostenloser Kaufberater bringt Ordnung in den Markt. Kostenlosen Kaufberater anfordern
Dreame führte am 21. September 2026 das Modell Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete im deutschen Handel ein. Für das Gerät, das zur Markteinführung rabattiert wurde, gibt der Hersteller mit Verweis auf eine Validierung durch Euromonitor eine 180 Grad heiße Kern-Dampfquelle mit vier Auslässen an. Eine SGS-Prüfung bescheinigt dem System eine Bakterienentfernung von 99,999 Prozent.
Die Saugleistung reicht bis 40.000 Pascal, Hindernisse überwindet die Mechanik zweistufig bis zu 10 Zentimetern. Bei anderen Modellen wie dem Dreame X60 Pro Ultra Complete monierten Tester hingegen, dass sich die Navigation unter niedrigen Möbeln teils langsamer orientiere und vereinzelt Gegenstände berührt würden.
LiDAR versus Kamerasysteme
Im Premiumsegment setzt sich die Differenzierung bei den Sensoren fort. Während klassische LiDAR-Systeme wie im Roborock Qrevo S Pro (ab rund 390 Euro) ausschließlich Raumgeometrien erfassen und unabhängig vom Umgebungslicht agieren, nutzen hochpreisige Geräte kombinierte Systeme.
Der Roborock Saros 20 Flow Complete (1.299 Euro, Testnote 95/100) kombiniert Solid-State-LiDAR mit einer RGB-Kamera und erkennt laut Hersteller über 300 Hindernistypen, zeigt laut Tests jedoch Schwächen an Ecken und Kanten.
Reine Kamerasysteme stoßen bei Dunkelheit an Grenzen, während bei der Bildverarbeitung Fragen des Datenschutzes eine Rolle spielen, wenngleich Hersteller die Analyse meist lokal ausführen.
Andere Hersteller setzen auf alternative Schwerpunkte:
* DJI: Der DJI ROMO 2 (Testurteil 97/100 Punkte) verzichtet auf einen Sensorturm und erreicht 36.000 Pascal Saugleistung sowie eine Hindernisüberwindung von 8,5 Zentimetern.
Vorsicht bei der Kaufentscheidung: Reine Kamerasysteme stoßen bei Dunkelheit an ihre Grenzen, und manche Testgeräte orientieren sich unter niedrigen Möbeln langsamer oder berühren Gegenstände. Wer 1.000 Euro und mehr investiert, sollte genau wissen, welches Navigationssystem in welchem Raum funktioniert. Unser kostenloser Kaufberater zeigt Ihnen die Unterschiede vor dem Kauf. Kaufberater jetzt kostenlos sichern
Das Gerät dosiert Reinigungsmittel über herstellereigene Kartuschen und nutzt KI-gestützte Flüssigkeitserkennung.
* ECOVACS: Der DEEBOT X12S OmniCyclone (1.299 Euro UVP, Testnote 95/100) arbeitet mit einer beutellosen Station, 27.000 Pascal Saugleistung und einer 27 Zentimeter breiten Wischwalze, weist jedoch Einschränkungen beim Überwinden von Hindernissen auf (Kletterfähigkeit 2,4 Zentimeter).
* Dyson: Das Unternehmen erweiterte sein Sortiment um die Modelle R1 Nurovi Dry und R2 Nurovi Wash+Dry mit beutelloser Zyklon-Ladestation und Time-of-Flight-LiDAR.
Dyson-Chefingenieur Jake Dyson betonte dabei, dass das Zusammenspiel des Gesamtsystems entscheidender sei als reine Spitzenwerte bei der Saugleistung.
* JONR: Der Anbieter adressiert die Geruchsentwicklung im Schmutzwassertank über mechanische Lösungen wie ein Rührwerk mit fünf Klingen im Saugroboter X9 Pro (559,99 Euro) oder eine tiefe Tankplatzierung bei den Handgeräten.
