Direct-to-Device, Satellitenkommunikation

Satellitenfunk: Vier Netzbetreiber bieten um Frequenzen ab 2029

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Vier große europäische Netzbetreiber wollen gemeinsam Frequenzen für mobile Satellitendienste sichern. Damit sollen weiße Flecken geschlossen und die Widerstandsfähigkeit kritischer Kommunikation erhöht werden.

Satellitenfunk soll Versorgungslücken schließen

  • Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung.
  • Die Unternehmen wollen um Frequenzen bieten, die voraussichtlich 2029 frei werden.
  • In Deutschland lagen weiße Flecken im Juni je nach Netz bei 1,2 bis 1,7 Prozent der Fläche.
Das Telekom-Logo an der Bonner Konzernzentrale - dort ist das Handynetz gut, anderswo gibt es noch Lücken. (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa

Europas Netzbetreiber planen Mobilfunk aus dem All

Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange wollen gemeinsam Frequenzen für mobile Satellitendienste sichern. Die Unternehmen unterzeichneten dafür eine Absichtserklärung und zielen auf eine europäische Lösung für unterversorgte Gebiete.

Frequenzen könnten 2029 frei werden

Im Mittelpunkt stehen Frequenzen, die voraussichtlich 2029 frei werden und bislang unter anderem für Internetverbindungen in Flugzeugen genutzt werden. Die vier Konzerne wollen sich gemeinsam um die Nutzung bewerben.

Mit dem Vorhaben sollen zentrale Infrastrukturen sowie wichtige Koordinierungs- und Steuerungsfunktionen in Europa aufgebaut werden. Die Unternehmen verbinden dies mit einer flächendeckenderen Versorgung, mehr Resilienz mobiler Netze und dem Schutz kritischer Kommunikation.

Anzeige | trading-house Börsenakademie

Kostenlose Trading-Webinare für Privatanleger

Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.

Kostenlos zum nächsten Webinar anmelden

Direct-to-Device erreicht den Massenmarkt

Bei Direct-to-Device-Diensten verbindet sich das Smartphone dort direkt mit Satelliten, wo bislang kein Mobilfunknetz verfügbar ist. Die meisten heutigen Smartphones unterstützen diese Funktion noch nicht, in den kommenden Jahren dürfte sie jedoch stärker in den Massenmarkt gelangen.

Weiße Flecken bleiben begrenzt

In Deutschland geht es vor allem um Flächen, in denen inzwischen auch das alte 2G-Netz nicht mehr verfügbar ist. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren dies im Juni bei der Deutschen Telekom 1,2 Prozent der Fläche, bei Vodafone 1,7 Prozent und bei O2 Telefónica 1,6 Prozent.

Welcher Satellitenbetreiber die Verbindung bereitstellen soll, ist noch offen. Das Vorhaben ist auf europäische Souveränität bei Weltrauminfrastruktur ausgerichtet.

Die geplante gemeinsame Bewerbung markiert einen weiteren Schritt bei der Entwicklung europäischer Satellitenkommunikation für Smartphones. Direct-to-Device-Dienste sollen dort ergänzen, wo der Ausbau terrestrischer Funkmasten wirtschaftlich oder geografisch schwierig ist. Das betrifft vor allem abgelegene Regionen, Verkehrswege und Gebiete, in denen die Versorgung bislang Lücken aufweist.

Technisch verbinden sich geeignete Mobiltelefone dabei direkt mit Satelliten, ohne dass ein spezielles Empfangsterminal erforderlich ist. Die Verfügbarkeit hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: kompatibler Hardware, zugelassenen Frequenzen, Netzabdeckung aus dem All und der Leistungsfähigkeit der Satelliten. Für viele Nutzer wird die Technik daher voraussichtlich schrittweise und zunächst mit begrenzten Funktionen verfügbar werden.

Europäische Infrastruktur im Fokus

Die Telekommunikationsunternehmen verknüpfen die Frequenzfrage mit dem Ziel, kritische Kommunikation widerstandsfähiger zu machen und zentrale Infrastruktur in Europa zu halten. Das gewinnt an Bedeutung, weil Satellitenkommunikation bei Naturkatastrophen, großflächigen Netzausfällen oder in schwer zugänglichen Regionen eine zusätzliche Verbindung ermöglichen kann.

Bis 2029 bleibt Zeit für Regulierung, technische Planung und mögliche Partnerschaften mit Satellitenbetreibern. Offen ist insbesondere, welches Unternehmen die Satelliten bereitstellt und wie die Dienste in bestehende Mobilfunkverträge integriert werden. Für Verbraucher bedeutet das zunächst keine sofortige Änderung, langfristig aber eine mögliche zusätzliche Netzabdeckung außerhalb heutiger Funkzellen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70361387 |