SAP rüstet Rechenzentren auf: Quantensichere Layer-1-Verschlüsselung
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 04:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern SAP hat am 19. August 2026 eine umfassende Modernisierung seiner Sicherheitsinfrastruktur bekannt gegeben. Durch den Einsatz von Layer-1-Verschlüsselungstechnologie des Anbieters Adva Network Security, einem Tochterunternehmen von Adtran, wird die Datenübertragung zwischen den zentralen Rechenzentren in Walldorf und St. Leon-Rot neu abgesichert.
Die Maßnahme zielt darauf ab, die Integrität und Vertraulichkeit von Datenströmen auf physikalischer Ebene zu gewährleisten und gleichzeitig Schutz gegen künftige technologische Bedrohungen zu bieten.
Schutz gegen zukünftige Entschlüsselungs-Szenarien
Ein wesentliches Merkmal der implementierten Lösung ist die Integration von quantensicheren Verfahren (Post-Quantum Cryptography, PQC). Damit adressiert SAP ein spezifisches Sicherheitsrisiko, das in Fachkreisen als „harvest now, decrypt later“ bezeichnet wird.
Bei dieser Angriffsform werden verschlüsselte Daten bereits heute im großen Stil von Akteuren abgefangen und gespeichert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt – sobald leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind – zu entschlüsseln.
Die gewählte Layer-1-Verschlüsselung von Adva Network Security setzt direkt an der untersten Schicht der Netzwerkübertragung an. Dies hat laut Unternehmensangaben den Vorteil, dass nicht nur einzelne Anwendungen oder Pakete geschützt werden, sondern der gesamte Datenverkehr zwischen den Standorten.
Davon umfasst sind neben den produktiven Kundenanwendungen auch Backup-Prozesse sowie sämtliche Verwaltungsdaten, die für den Betrieb der Infrastruktur notwendig sind.
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Zertifizierung für staatliche Geheimhaltungsstufen
Für den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen ist die regulatorische Konformität der Hardware entscheidend. Wie am 18. August 2026 bekannt wurde, verfügt die eingesetzte Verschlüsselungstechnologie über eine offizielle Zulassung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Zertifizierung umfasst die Geheimhaltungsstufe „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch“ (VS-NfD).
Diese Einstufung ermöglicht es SAP, strengere Anforderungen an die Datensicherheit zu erfüllen, die insbesondere im Umgang mit staatlichen Stellen und hochregulierten Wirtschaftszweigen gefordert werden. Durch die Layer-1-Absicherung wird sichergestellt, dass die physische Glasfaserverbindung zwischen den Rechenzentren den hohen Standards der deutschen Sicherheitsbehörden entspricht.
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Fokus auf behördliche Anforderungen und kritische Infrastrukturen
Die technische Aufrüstung ist ein strategischer Bestandteil der Bemühungen von SAP, das Angebot im Bereich der souveränen Cloud weiter auszubauen. Die Zielgruppe für diese hochsicheren Verbindungen umfasst primär Behörden des öffentlichen Sektors, Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie Unternehmen aus stark regulierten Branchen wie dem Finanz- oder Gesundheitswesen.
Branchenanalysten beobachten in diesem Zusammenhang einen wachsenden Bedarf an Cloud-Lösungen, die eine vollständige digitale Souveränität garantieren. Durch die Kombination aus BSI-zugelassener Hardware und quantensicheren Algorithmen positioniert sich SAP als Anbieter, der die speziellen Anforderungen des deutschen und europäischen Marktes an den Schutz sensibler Daten adressiert.
Die Veranstaltung der Verbindungen zwischen Walldorf und St. Leon-Rot dient dabei als Referenz für die Absicherung kritischer Standort-Kopplungen unter Berücksichtigung künftiger Rechenkapazitäten durch Quantentechnologie.
