SAP, Milliarde

SAP investiert Milliarde in KI-Offensive und kauft zwei Spezialfirmen

04.05.2026 - 15:26:52 | boerse-global.de

SAP investiert über eine Milliarde Euro in KI-Forschung und übernimmt Prior Labs und Dremio für autonome Geschäftsprozesse.

SAP investiert Milliarde in KI-Offensive und kauft zwei Spezialfirmen - Foto: über boerse-global.de
SAP investiert Milliarde in KI-Offensive und kauft zwei Spezialfirmen - Foto: über boerse-global.de

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP treibt seine KI-Strategie massiv voran – mit einer Milliardeninvestition in ein neues Forschungslabor und der Übernahme zweier Technologieunternehmen.

SAP hat am Montag die Übernahme von Prior Labs und Dremio bekanntgegeben. Zusammen mit einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro für ein européisches Spitzenforschungslabor will der Konzern die Lücke zwischen unstrukturierten Daten und klassischen Geschäftsdaten schließen. Das Ziel: „Agentic AI“ – Systeme, die komplexe Geschäftsprozesse eigenständig ausführen können.

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Milliarden-Labor für strukturierte Daten

Der Kauf von Prior Labs markiert einen strategischen Wendepunkt. Während die Tech-Branche auf große Sprachmodelle (LLMs) für Texte und Bilder setzt, konzentriert sich SAP auf Modelle für strukturierte Daten aus ERP-Systemen. LLMs haben nach Einschätzung der SAP-Technikchefs Probleme mit präzisen Vorhersagen auf Basis von Tabellen, Zahlen und statistischen Zusammenhängen.

Prior Labs gilt als Pionier bei sogenannten Tabular Foundation Models. Dessen Open-Source-Tool TabPFN wurde bereits über drei Millionen Mal heruntergeladen. Die Integration soll es Kunden ermöglichen, Geschäftsergebnisse präzise vorherzusagen – etwa Lieferkettenrisiken, Kundenabwanderungen oder Zahlungsverzögerungen direkt im SAP-System.

Das neue Forschungslabor wird in die bestehende KI-Infrastruktur eingebunden, darunter SAP AI Core und SAP Business Data Cloud. Es dient auch als Fundament für den KI-Assistenten Joule. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite oder dritte Quartal 2026 erwartet.

Dremio: Datenchaos ade

Mit der Übernahme des Silicon-Valley-Unternehmens Dremio mit SAP die Datenfragmentierung bekämpfen. Dremio bietet eine offene Data-Lakehouse-Plattform, die mit der SAP Business Data Cloud verschmolzen werden soll. Das Ergebnis: ein Apache Iceberg-native Enterprise Lakehouse, in dem SAP- und Nicht-SAP-Daten auf einer gemeinsamen Basis existieren.

Branchenbeobachter betonen: Enterprise-KI-Projekte scheitern oft nicht an den Modellen, sondern an der Datenbereitschaft. Dremios Plattform beseitigt diese Engpässe durch eine Hochleistungs-Engine für Echtzeit-Analysen und KI-Workloads. Der Deal soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

Neue Preise, neue Teams

Die technischen Neuerungen gehen mit einem organisatorischen Umbau einher. SAP-CEO Christian Klein hat bereits im Frühjahr die KI-Engineering- und Vertriebsstrukturen überarbeitet. Neue „forward-deployed engineering“-Teams entwickeln maßgeschneiderte KI-Anwendungen direkt bei Kunden vor Ort.

Der wohl einschneidendste Wandel für Kunden: die Umstellung auf nutzungsbasierte Preise. Da generative KI Aufgaben automatisiert, die früher Menschen erledigten, werden traditionelle Subskriptionsmodelle obsolet. Die Preise für KI-Funktionen orientieren sich künftig am tatsächlichen Verbrauch.

Bis Ende 2026 soll der KI-Assistent Joule die meisten genutzten SAP-Geschäftstransaktionen selbstständig abwickeln können. Unterstützt wird dies durch ein Netzwerk autonomer KI-Agenten, die bereichsübergreifende Workflows steuern – etwa die Abstimmung zwischen Finanz- und Lieferkettenmodulen ohne menschliches Eingreifen.

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Starke Marktposition

SAPs aggressive Strategie ruht auf solidem Fundament. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Konzern zweistellige Cloud-Umsatzzuwächse. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 199 Milliarden Euro. Analysten der Bank of America bewerten SAP positiv – der Konzern habe ein „defensives Geschäftsprofil“ und einen einzigartigen Vorteil bei der Verwaltung unternehmenskritischer Systeme.

Parallel baut SAP sein Partnernetzwerk aus. Erst im April wurde die Zusammenarbeit mit Google Cloud für Multi-Agent-KI-Architekturen erweitert. Projekte mit IBM und NVIDIA sowie die Beteiligung an KI-Startups über Sapphire Ventures runden das Bild ab.

Ausblick: Das autonome Unternehmen

Mit Prior Labs und Dremio unter Kontrolle will SAP zum dominierenden „Business AI“-Anbieter werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Kartellbehörden grünes Licht geben. Danach rückt das neue Forschungslabor in den Fokus – ein Magnet für globale Talente an der Schnittstelle von maschinellem Lernen und strukturierten Unternehmensdaten.

Für die über 400.000 Kunden weltweit dürften die neuen KI-Funktionen der entscheidende Anreiz sein, in Cloud-Umgebungen wie RISE with SAP oder GROW with SAP zu wechseln. Das langfristige Ziel: das autonome Unternehmen, in dem KI-Agenten Routineentscheidungen treffen und Menschen sich auf strategische Innovationen konzentrieren.

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