SaniTrack in Bozen: Notaufnahme testet digitale Patientenbegleitung ab 20. Oktober
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 15:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Südtiroler Sanitätsbetrieb startet am 20. Oktober 2026 einen Testlauf für die digitale Begleitung von Patienten in der Notaufnahme des Landeskrankenhauses Bozen. Über die Anwendung SaniTrack sollen Hilfesuchende und deren Angehörige den aktuellen Stand der Behandlung in Echtzeit verfolgen können. Ziel des Vorhabens ist es, Transparenz zu schaffen und die Abläufe im oft hochfrequentierten Wartebereich nachvollziehbarer zu gestalten.
Funktionsweise und Datenschutz im Fokus
Die Nutzung der webbasierten Lösung erfolgt über einen QR-Code. Dieser wird Personen ausgehändigt, deren Behandlungsbedarf im Rahmen der Ersteinschätzung mit einem Triage-Code geringerer Dringlichkeit eingestuft wurde. Nach dem Scannen des Codes lässt sich der Status auf sämtlichen mobilen Endgeräten auch von unterwegs einsehen.
Das System bildet die einzelnen Versorgungsphasen schematisch ab. Nutzer können nachvollziehen, ob sich ein Patient gerade in der Triage, bei der ersten ärztlichen Untersuchung, in weiterführenden Abklärungen oder bereits beim Behandlungsabschluss befindet.
Um den Vorgaben des Datenschutzes zu genügen, werden über die Plattform keine medizinischen Befunde oder sonstigen Gesundheitsdaten übermittelt. Die Anzeige beschränkt sich ausschließlich auf den organisatorischen Behandlungsstand.
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Entlastung des Personals und realistische Erwartungen
Die Verantwortlichen des Südtiroler Sanitätsbetriebs versprechen sich von dem System mehrere Vorteile. Die Möglichkeit der Echtzeit-Verfolgung soll Unsicherheiten bei Wartenden verringern und Angehörigen eine verlässlichere Begleitung ermöglichen.
Zudem hofft der Betrieb auf eine Entlastung der Belegschaft vor Ort, da erfahrungsgemäß weniger Rückfragen zum zeitlichen Fortgang gestellt werden dürften, was wiederum die wahrgenommene Betreuungsqualität steigern soll.
Gleichzeitig dämpft die Führung des Sanitätsbetriebs überzogene Erwartungen an eine Beschleunigung der medizinischen Versorgung. Verwaltungsdirektor Armanaschi wies darauf hin, dass die App die eigentlichen Wartezeiten nicht verkürze.
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Die medizinische Priorisierung bleibe von der Software unberührt. Nach Abschluss der Testphase am Standort Bozen ist eine Ausweitung des Systems auf weitere Notaufnahmen des Landes Südtirol möglich beziehungsweise vorgesehen.
Digitale Patientenbegleitung in der Region
Der Einsatz digitaler Hilfsmittel zur Orientierung gewinnt auch in angrenzenden Regionen an Bedeutung. So plant die Tiroler Herzchirurgie laut Berichten, künftig 800 Patienten digital zu begleiten. Bei diesem Projekt kommt der sogenannte Herz-Kompass zum Einsatz, der als digitale Unterstützung im Vorfeld anstehender Operationen dienen soll.
Während in Südtirol der Schwerpunkt auf der Entlastung von Notaufnahmen liegt, setzen chirurgische Fachabteilungen damit vermehrt auf die strukturierte Informationsvermittlung vor geplanten Eingriffen.
