Sanfu-Tage 15. Juli bis 24. August: TCM-Vorsorge gegen Winterleiden
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während viele unter der extremen Hitze leiden, setzen immer mehr Deutsche auf Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Laut STADA Health Report ergreifen bereits 94 Prozent der Bürger eigenständige Maßnahmen zur Selbsthilfe.
Was die TCM zur Abkühlung empfiehlt
Im Zentrum der TCM-Sommerstrategien steht die thermische Wirkung von Lebensmitteln. Anfang Juli beginnt die Phase der „Kleinen Hitze“ (Xiaoshu). Dann raten Experten zu einer Ernährung, die die „Herzhitze“ klärt und die Milz-Funktion stärkt.
Konkret heißt das: Verzicht auf fettige, frittierte oder stark gewürzte Speisen. Auch eiskalte Getränke sind tabu – sie belasten die Verdauung und blockieren den Körper innerlich.
Kühlende Lebensmittel stehen dagegen hoch im Kurs:
- Gemüse: Wintermelone, Seidengurke (Luffa), Staudensellerie, Bittermelone
- Hülsenfrüchte & Getreide: Mungobohnen, rote Bohnen, Hiobstränen – als Tee oder Suppe zubereitet
- Flüssigkeit: Leichte Tees aus Lotusblättern, Chrysanthemen oder Weißdornfrüchten
Die TCM unterscheidet dabei regional: In nördlichen Regionen steht die Klärung von „Feuer-Hitze“ im Fokus, in feucht-warmen Klimazonen die Reduzierung von Feuchtigkeit (Damp-Heat) durch Milz-stärkende Nahrungsmittel.
Akupressur: Drei Punkte gegen die Sommer-Qualen
Hitzebedingte Beschwerden wie Unruhe, Schlafstörungen oder ein schweres Körpergefühl lassen sich mit Akupressur lindern. Experten nennen drei zentrale Punkte zur Selbstanwendung:
- Xinshu: Beruhigt den Geist und klärt Herz-Beschwerden
- Pishu: Stärkt die Verdauungskraft und reduziert sommerliche Abgeschlagenheit
- Yongquan: An der Fußsohle gelegen – leitet überschüssige Hitze nach unten ab
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Ergänzend kommt Schröpfen zum Einsatz, um Feuchtigkeit auszuleiten. Wichtig: Nach der Behandlung mindestens 24 Stunden keinen Kontakt mit kaltem Wasser oder Zugluft.
Wintervorsorge im Sommer – das Sanfu-Prinzip
Ein zentrales TCM-Konzept heißt „Dong Bing Xia Zhi“: Chronische Winterkrankheiten bereits im Hochsommer behandeln. Die kritische Phase dafür sind die „Sanfu-Tage“ – 2026 vom 15. Juli bis 24. August.
In spezialisierten Kliniken kommen in diesem Zeitraum spezielle Pflastertherapien zum Einsatz. Wirkstoffe wie Mahuang oder Banxia sollen Leiden wie chronische Atemwegserkrankungen, allergische Rhinitis oder kältebedingte Magen-Darm-Beschwerden lindern. Nach der Anwicklung gilt: Sechs bis acht Stunden keine Kaltgetränke und keine klimatisierten Räume.
Vorsicht bei TCM-Präparaten – und bei Hitzschlag
Trotz aller Vorteile: Mediziner warnen vor unsachgemäßer Anwendung. Ein Beispiel sind Huoxiang Zhengqi-Präparate, die bei sommerlichen Magen-Darm-Verstimmungen helfen – aber bei Hitzschlag mit hohem Fieber kontraindiziert sind.
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Auch Schulmediziner mahnen zur Vorsicht. „Symptome eines Hitzschlags wie Apathie oder Wesensveränderungen erfordern sofort notärztliche Hilfe“, betont Kinderärztin Dr. Carolin Stegemann von den Sana Kliniken Niederlausitz.
TCM-Ansätze können die Resilienz gegen Hitze erhöhen. Klassische Schutzmaßnahmen bleiben aber unverzichtbar: Sonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden, Sonnenschutz mit LSF 30, ausreichend trinken.
