Sanders, Altman

Sanders trifft Altman: 50-Prozent-Steuer auf KI-Giganten geplant

07.06.2026 - 20:25:42 | boerse-global.de

Sam Altman und Bernie Sanders erörtern staatliche Beteiligung an KI-Erträgen. Ein Gesetzesentwurf sieht 50-Prozent-Anteil für die Öffentlichkeit vor.

OpenAI-CEO Altman diskutiert mit Sanders über KI-Gewinnbeteiligung
Sanders - Abstract image showing AI technology merging with financial symbols and a subtle government emblem, representing public wealth funds in AI. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI-CEO Sam Altman traf sich mit Senator Bernie Sanders, um über die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Milliardengewinnen der KI-Industrie zu sprechen.

Das Treffen am 7. Juni 2026 fand auf Altmans Wunsch hin statt – nur einen Tag, nachdem Sanders einen Gesetzesentwurf vorgestellt hatte, der einen massiven staatlichen Anteil an den führenden KI-Unternehmen vorsieht. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Ängste der Bevölkerung vor der Automatisierung wachsen.

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Der „American AI Sovereign Wealth Fund Act"

Sanders' Gesetzesvorschlag sieht eine einmalige 50-Prozent-Steuer auf die Aktien großer KI-Firmen vor. Konkret genannt werden OpenAI, Anthropic und xAI. Im Gegenzug würde die US-Regierung Stimmrechte und Aufsichtsratsposten in diesen Unternehmen erhalten.

Die Begründung des Senators ist grundsätzlicher Natur: Künstliche Intelligenz basiere auf dem kollektiven Wissen der Menschheit – daher stehe der Öffentlichkeit ein Anteil an den Erträgen zu. Die Einnahmen des Fonds sollen direkt an die Bürger ausgeschüttet und für soziale Programme genutzt werden.

Altman zeigte sich zwar offen für die Idee eines öffentlichen Vermögensfonds, lehnte die 50-Prozent-Schwelle jedoch ab. Branchenkreise favorisieren einen deutlich geringeren staatlichen Anteil zwischen einem und fünf Prozent.

Trump-Regierung lotet eigene Beteiligung aus

Auch im Weißen Haus gewinnt das Thema an Fahrt. Präsident Trump sprach sich bereits am 5. Juni für eine öffentlich-private Partnerschaft im KI-Sektor aus. Berichten zufolge laufen derzeit Verhandlungen über eine direkte Staatsbeteiligung an OpenAI.

Ein Präzedenzfall existiert bereits: Die US-Regierung hält zehn Prozent am Chipkonzern Intel. Finanzminister Bessent soll dem Modell eines öffentlichen Fonds aufgeschlossen gegenüberstehen – ähnlich dem alaskischen Staatsfonds für Öleinnahmen. Vertreter mehrerer KI-Firmen werden bereits in der kommenden Woche im Weißen Haus erwartet.

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Industrie zwischen Zustimmung und scharfer Kritik

OpenAI selbst treibt die Diskussion voran. Bereits im April 2026 veröffentlichte das Unternehmen ein Grundsatzpapier zum Thema. Altman selbst wirbt seit 2025 für verschiedene Versionen der Idee.

Doch der Vorschlag einer 50-Prozent-Beteiligung stößt auf heftigen Widerstand. David Sacks, ehemaliger KI-Beauftragter der Trump-Regierung, bezeichnete Sanders' Plan als „Steuer auf Dummheit" und warnte vor einer Verstaatlichung der Branche.

Der politische Druck wächst parallel zur öffentlichen Sorge: Eine Harvard-Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass 70 Prozent der Studierenden KI als Bedrohung für ihre berufliche Zukunft sehen. Der Kongress verabschiedete daraufhin einen Regulierungsrahmen für Künstliche Intelligenz, Trump erließ eine Executive Order zu nationalen Sicherheitsrisiken.

Während OpenAI – auf rund eine Billion Euro geschätzt – und seine Wettbewerber sich auf mögliche Börsengänge vorbereiten, bleibt die Kernfrage ungeklärt: Wie viel Kontrolle soll der Staat über die Schlüsseltechnologie des Jahrhunderts erhalten? Während Trump-Vertraute wie Steve Bannon öffentliche Beteiligungsmodelle unterstützen, halten sich andere Akteure wie Anthropic bislang zurück.

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